Finnischer Meerbusen 2005

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Tag 8 - 13.08.2005

Dirhami

In aller Frühe begannen wir einen weiteren langen Segeltag. In etwa 45 bis 50 Meilen lagen vor uns und der Wind war gegen uns. Um in die estnische Inselwelt zu segeln, mußten wir in Richtung Südwest - und das hieß im wesentlichen kreuzen. Bei nur wenig Welle, da wir immer wieder in die Abdeckung der Inseln kamen und nur zwischendurch durch offenere Fahrwasser mußten, hatten wir mit guten vier Beaufort dennoch recht gute Segelbedingungen.

Enge Fahrwasser, Untiefen und kleine Gebiete, für die wir keine Detailkarten hatten zwangen uns dennoch, zwischendurch einige Male unter Motor oder zumindest mit Motorunterstützung gegen Wind und Welle zu gehen, meist konnten wir allerdings bald wieder auf einen Kurs gehen, der es uns erlaubte, unter Segeln wesentlich ruhiger und meist auch schneller als unter Motor voranzukommen.

Diversen Engen und Untiefen mit Tonnenstrichen, die mittlerweile weit mehr Tonnen enthielten, als unsere gar nicht so alten Seekarten vermuten ließen, durchsegelten wir bzw. passierten unter Motor, wenn der Wind und Kurs es nicht anders zuließen, dann konnten wir Kurs auf Muhu (Muhn) nehmen. Für dieses Seegebiet hatten wir Seekarten aus russischer Produktion, die zwar detailreich sind, jedoch ohne Kenntnis der kyrillischen Schrift manchmal nicht so einfach zu lesen. Dennoch meisterte Birgit die Navigation und so konnten wir kurz vor Sonnenuntergng den Fährhafen Kauivastu auf Muhu anlaufen.

Inselfähre

Zunächst richteten wir uns nach dem Hafenhandbuch. In dieser Region aber, das konnten wir abermals feststellen, sind Hafenhandbücher vom letzten Jahr bereits veraltet. Zwar fanden wir die (wie in der Beschreibung auch angegeben) reichlich ungeeignete Pier, das Winken eines Matrosen auf gerade eingelaufenen Fährschiff machte uns aber darauf aufmerksam, daß auf der anderen Seite des Fähranlegers bessere Bedingungen für uns herrschten. Wir fanden dort einen kleinen Yachtanleger vor; für unsere Oceanis 361 war dieser allerdings knapp zu klein: Die Boxen reichten nichteinmal, um den Zug nach Achtern über die Mittelklampen zu erreichen. Nachdem Informationen über die fahrenden Busse eingeholt worden waren, entschieden wir uns wegen der noch immer etwas instabilen Wetterlage - wir befürchteten, daß einige der dunklen Wolken um uns herum durchaus etwas mehr Wind mit sich bringen könnten - und der suboptimalen Möglichkeiten, die Diana gut zu vertäuen, in der Dämmerung die fünf bis sechs Meilen rüber nach Virtsu noch auf uns zu nehmen, wenngleich wegen mittlerweile schwachen Windes unter Motor.

In Virtsu fanden wir einen netten Anleger neben dem Fährhafen vor, der mit Landstromanschluß und Wasserschlauch ausgestattet war. Duschen und Toiletten - laut Schild auf Nachfrage sogar eine Sauna - waren auch vorhanden. Wir konnten einen Liegeplatz nehmen, an dem wir längsseits gehen konnten und uns nicht mit zu kurzen Boxen abgeben mußten. Verena hatte während der Überfahrt mit Rico bereits das Abendessen vorbereitet, so daß wir bereits kurz nach dem Anlegen zufrieden unter Deck zusammensaßen. Der Lange Tag hatte bei allen Spuren hinterlassen, so daß wir bald in die Kojen verschwanden.

ob

Rezept des Tages: Himmel und Erde
  • 1,5 - 2,0 kg saure Äpfel
  • 2-6 Zwiebeln, grob gehackt
  • 300 g Speck
  • Käuterwürfel
  • Pfeffer, Salz
  • Kartoffelpüreepulver
  • Die Äpfel schälen und das Kerngehäuse entfernen. In möglichst nicht zu große Stücke schneiden.
  • Zwiebeln und Speck anschmoren und Äpfel zugeben. Solange köcheln lassen, bis diese schön in sich zusammen gefallen sind. Mit Kräuterwürfel, Pfeffer und Salz gut abschmecken.
  • Kartoffelpüree nach Packungsangabe machen. (Stampfkartoffeln wären besser, sind auf diesem Schiff mangels passenden Töpfen nicht machbar gewesen.)

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Oliver Brandmüller
Last modified: Sat Sep 3 13:59:45 CEST 2005