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Tag 10 - 15.08.2005
Nur etwas über 35 Meilen lagen vor uns, wenn das auch am Ende vielleicht mehr werden würde, weil wir viel kreuzen mußten. So ließen wir den Tag gegen acht Uhr beginnen - natürlich mit einem ausgiebigen Frühstück. Wir machten die Diana seeklar und liefen bald aus in Richtung Haapsalu. Der Wind war mit 3 bis 4 Beaufort angenehm, wenn er auch aus nordwestlicher Richtung kam und uns damit zum Kreuzen nötigte. Vorbei an der estnischen Inselwelt folgten wir in weiten Teilen der Strecke, die wir bereits vor zwei Tagen auf dem Hinweg besegelt hatten. Erst nach dem Runden von Rukkiraha konnten wir in einem Slalom um diverse Tonnen und Untiefen mit raumen Wind bzw. einem schönen Anlieger den Rest der Strecke hinter uns bringen. Hatte der Morgen zunächst auch grau begonnen, so begannen wir langsam den Einfluß des von Süden nachrückenden Hochdruckgebietes zu spüren: Der Tag verwöhnte uns mit viel Sonne. Trotzdem war wegen des frischen Windes das Tragen wärmerer Kleidung durchaus angesagt.
Gegen 19:30 Uhr erreichten wir den Hafen von Haapsalu. Nach der schmalen und flachen Einfahrt legten wir an der Zoll- und Grenzstelle an, um zu fragen wie und wann wir die Abreiseformalitäten zu erfüllen hätten: Die Öffnungszeiten der Grenzstation waren mit 8 bis 22 Uhr angegeben, wir wollten wegen der langen Strecke nach Hankö (Finnland) allerdings schon um sechs Uhr den Hafen verlassen. Nach einem Gespräch mit dem Beamten der Border Patrol einigten wir uns darauf, daß wir am Abend um 22 Uhr die Formalitäten erfüllen würden und dann bis zum Auslaufen an Bord zu bleiben hätten. Angesichts der Tatsache, daß wir uns für die lange Überfahrt morgen ausschlafen wollten stellte dies keine große Einschränkung dar. Wir durften das Boot an der Grenzstation liegen lassen und mußten uns nicht in den Yachthafen verholen, das verhieß zwar keinerlei Komfort (wie Strom, Toiletten oder Dusche), allerdings auch keinerlei Hafengebühren, was der Bordkasse zugute kam, deren Vorrat an estnischen Kronen sich dem Ende neigte. Außer Oliver, der freiwillig Bordwache hielt, machte die Crew einen kurzen Abstecher in die City von Haapsalu, um kurz zu schauen und eventuell mit den letzten Kronen Vorräte aufzufüllen. Unsere kurzfristig diskutierte Idee, erst am folgenden Nachmittag auszulaufen und über Nacht zu segeln wurde vom estnischen Grenzbeamten durchkreuzt, der mittlerweile alle Formalitäten eingeleitet hatte und diese nicht mehr rückgängig machen wollte. Sicher hätten wir noch Verhandlungsspielraum gehabt, allerdings war es mittlerweile dunkel und wir hätten uns dann nicht mehr in den Yachthafen verlegen können - Voraussetzung für eine spätere Abreise. So begaben wir uns nach dem Essen in die Kojen für eine kurze Nacht. ob
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