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Tag 5 - 27.04.2005Piskera - Murter
Die Aussicht von der Terasse des Restaurants auf die im Hafen liegenden Yachten des Regattatrosses bildete eine stilechte Kulisse für ein Frühstück bei strahlendem Sonnenschein. Hierbei wurde uns wieder plakativ vor Augen geführt, dass in manchen Teilen Europas Essensmangel weit verbreitet sein muss. Kaum dass das Servicepersonal mit einem neuen Tablett mit Wurst und Käse in der Nähe des Buffet erschien war es von einer Menschetraube umringt. Die Reaktion von Motten auf Licht fällt dagegen wie eine Zeitlupe aus. So war es wenig verwunderlich, dass meistens nur noch das Tablett am Buffet ankam. Diese Reaktion ist umso unverständlicher, als dass nie jemand mit Hungergefühlen vom Tisch aufstehen musste. Es wurde immer gut und reichlich nachgelegt. Pünktlich um 08:30 Uhr setzte sich der Tross in Bewegung und die Schiffe sammelten sich im Startgebiet. Eine leichte, aber stetige Brise ließ uns auf die erste Wettfahrt hoffen. Das 10 Minutensignal ließ auch nicht lange auf sich warten. Unser Pech war, dass der Wind etwas drehte und wir somit nicht wie geplant zur Startlinie fahren konnten. Das es Teilen der Konkurenz ähnlich erging tröstete uns nur wenig. Innerlich hatten wir ja noch gehofft, dass das Gedränge an der Linie so groß war und es einen allgemeinen Rückruf gibt, aber das Signal kam und kam nicht. Es wäre ja auch zu schön gewesen..... Doch was war das??? Kurz vor dem Start der nächsten Klasse hörten wir 3 Schüsse und kurz darauf via Funk die wohlvertraute Stimme des Wettfahrtleiters, der verkündete, dass die Wettfahrt wegen sich abzeichnenden Windmangels abgebrochen wird. Irgendjemand muss unsren Wunsch da wohl erhört haben. Unsere Euphorie wurde jedoch gleich wieder gedämpft. Wir nutzten den verbliebenen Wind, um noch ein wenig am Trimm zu pfeilen, als wir in Luv von einer anderen Yacht im wahrsten Sinne des Wortes versägt wurden. Die richtigen Depressionen stellten sich in dem Moment ein, wo wir erkannten, dass es sich um ein 5 Fuß kürzeres Schiff handelte, dass nicht wie erst erhofft die Maschine mitlaufen ließ. Eine Bavaria 35match ließ uns und einige andere deutlich größere Boote einfach stehen. Während wir dem Startboot unter Maschine in das neue Startgebiet folgten, setzten wir zum ersten Mal auf diesem Törn die AquaSling ein. Als Ziel hatten wir uns eine andere Elan 40 mit einer Crew aus Bayern auserkoren, mit denen wir schon die letzten Abende verbracht hatten. Okay, an der Zielgenauigkeit müssen wir noch etwas Arbeiten, aber die Lacher waren auf unserer Seite... Die Gelegenheit zum Üben bekamen wir kurze teit später, als wir im neuen Startgebiet in völliger Flaute umhertrieben. In einer Bavaria, deren Crew teilweise schon vorher den Weg ins Wasser gefunden hatte, ergab sich ein gutes Ziel. Im weiteren Verlauf ergab sich eine Wasserschlacht, in die wir noch ein paar andere Boote in unserer Umgebung einbezogen. Die "gegnerischen" Crews nutzten unsere Fehl geleiteten Geschosse, um sie gegen uns einzusetzen. Die Aufforderung der Wettfahrtleitung uns auf einen erneuten Start vorzubereiten setzte dem Ganzen ein Ende. Die umgekehrte Startreihenfolge, nach der die Yachten mit Spinaker als letzte starteten kam uns sehr gelegen. So war zwar die Tonne gegenüber dem Startschiff deutlich bevorteilt, aber der Wind auf der Seite des Fasses war deutlich schwächer als am Schiff. Die Kreuz verlief für uns sehr gut, wir hatten endlich das Gefühl ausreichend Fahrt im Schiff zu haben und konnten schon auf der Kreuz die ersten Yachten ohne Spinaker, die 20 Minuten früher gestartet waren einholen. Kurz vor unserer direkten Konkurrenz der "bayerischen" Elan rundeten wir die Tonne. Der Spinaker kam sofort nach dem Runden der Tonne zum stehen und wir nahmen den Raumkurs in Angriff. Nach einem kurzen Rundumblick entschieden wir uns für die Variante des Raumschots Kreuzen und fuhren dabei ziemlich gut. Im Ziel hatten wir noch etliche Yachten überholt und auch noch das eine oder andere Schiff aus unserer Klasse. Vom Ziel aus ging es auf direktem Weg in die Marina Hramina, wo sich kurz nach dem Anlegen bei allen die Anstrengungen des Tages bemerkbar machten. Zu der Siegerehrung mit Showeinlagen und Buffet waren alle wieder fit und konnten mehr oder weniger intensiv im Zelt und im Anschluss in der Bar der Marina weiter feiern. Schon heute steht eigentlich ziemlich fest, dass nicht nur einer von uns im nächsten Jahr wieder dabei ist. Voraussichtlich dann aber mit einer Bavaria 42match, die im nächsten Jahr in einer Einheitsklasse starten sollen. Egal wie, die Organisation der Regatta war nahezu perfekt und vorbildlich und wenn es mit der 42match nicht klappt, so wird es sehr wahrscheinlich ein anderes Schiff, mit dem ich/wir hier wieder starten. Für uns beginnt jetzt nach dem Regatta"streß" der erholsame Teil. mh
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