Kornati Cup 2005

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Tag 6 - 28.04.2005

Murter - Opat

Die Bayern in Aktion

Nach dem heute mal kein frühes Aufstehen auf dem Tagesplan stand, um rechtzeitig an der Startlinie zu sein, dauerte es eine Weile, bis alle Kojen geräumt und der Frühstücktisch gedeckt war. Doch heute war der erste Tag unseres Urlaubs und so genoss jeder die ersten Stunden des Tages auf seine Art.
Bei einem Gang zur Wettfahrleitung konnte ich unsere Plazierungen in Erfahrung bringen. In der Klasse der Boote mit Spinnaker haben wir den 21. Platz von 32 gestarteten Schiffen belegt. In der Klasse der Schiffe von 39 - 42 ft konnten wir den 9. Platz von 14 Starten ergattern und von den 4 gestarteten Elan 40 konnten wir den ersten Platz belegen.
Während des Frühstücks diskutierten wir noch über das anzusteuernde Ziel. Aufgrund des herrschenden Wetterberichtes mussten wir leider Franka ihren Wunsch nach einem Besuch der Wasserfälle südlich von Murter abschlagen.

Nach Rücksprache der Crew aus Bayern auf einer der anderen Elan 40 entschlossen wir uns ihnen nach Opat, einer Bucht an der wir gestern vorbei gesegelt sind, zu folgen. Nach den Empfehlungen unseres Vercharterers war das dortige Restaurant sehr zu empfehlen und auch bereits geöffnet. Die Windrichtung beim Auslaufen legte uns nahe, direkt nach der Ausfahrt nach Osten abzubiegen, doch hinter der Hafenausfahrt sah es ganz anders aus. Die Windstärke und Richtung legten uns nahe erst durch die vorgelagerten Inseln zu motoren, bevor wir Kurs Opat anlegten. Mit den "Bayern" verabredeten wir zuvor noch, den geplanten Kurs. Unser Auslaufen wurde dann doch noch etwas verzögert.
Einer unserer Nachbarn hatte wohl den Wind und die Abdrift seines Schiffes etwas unterschätzt, was zur Folge hatte, dass er mit einer Fahrt von ca. 4,5 Knoten mit seinem Kiel an einer unserer Mooringleinen hängen blieb. Dieser unerwartete Schlag holte nahezu jeden an Bord von den Beinen und sorgte dafür, dass unser Heck eine unsanfte Begegnung mit der Kaimauer hatte, weil sich die Mooringleine in Folge wohl etwas gedehnt hat. Über die anschließenden Diskussion, die wir mit dem Skipper des verursachenden Schiffes führten, brauch hier nicht weiter geschrieben werden. In letzter Konsequenz musste er dann doch eingestehen, dass es sein Verschulden war.

Beim Auslaufen mussten wir schnell feststellen, dass die Windrichtung in der Marina mit der in der vorgelagerten Bucht nichts gemeinsam hatte. "Draußen" fanden wir so guten Wind vor, dass wir keine Lust hatten die Maschine zu Hilfe zu nehmen, um die Inselpassage zu bewältigen. So änderten wir kurzfristig unseren Plan und steuerten, den ehemaligen Regattakurs folgend, in Richtung Biograd und schlugen erst kurz vor Biograd einen Ostkurs ein.
Es wurde ein herrlicher Segeltag und wir genossen die Kombination aus Sonne und Wind.

Viel zu schnell erreichten wir unsere Zielbucht. Bis zum letzten Moment ließen wir die Segel stehen. Nur eine in der Karte verzeichnete Flachstelle veranlasste uns dazu die Segel noch außerhalb der Bucht zu bergen. Die Angaben in der Karte waren leider nicht so eindeutig, als dass wir mit dem Heck zu der kleinen gemauerten Pier anlegen wollten. Konoba Opat Beim Absteigen vom Bugkorb machte Thorsten leider die etwas schmerzhafte Bekannschaft mit dem kroatischen Beton. Zum Glück blieb es bei einigen kleinen Kratzern.
Die Insel bot etwas für jeden Geschmack, während Thorsten und ich es vorzogen auf dem Schiff zu bleiben und das Hafenkino zu genießen stürmten der Rest den Gipfel der Insel. Auf dem Weg dorthin reservierten sie gleich einen Tisch in dem Feldsteingebäude, welches sich als Restaurant herausstellte.

Kurze Zeit später legten auch die "Bayern" neben uns an und wir konnten noch ein wenig plaudern, bevor sich alle landfein machten und wir das Restaurant stürmten. Es folgte ein gemütlicher Abend mit sehr gutem Fisch in dessen Verlauf Thorsten mehrmals laut darüber nachdachte seine Werbeagentur in Berlin an den Nagel zu hängen und in das Familienunternehmen einzusteigen. Jedoch hätte er wohl nur eine Chance mit einheiraten gehabt und ob er das wirklich näher in Betracht gezogen hat wage ich dann doch zu bezweifeln. Bei einigen Leuten zeigte sich bald, dass die Party an der Bar der Marina nicht spurlos an ihnen vorüber gegangen ist und so dezimierte sich die Runde. Der Rest (bis auf eine Ausnahme) ließ den Abend mit einem wunderschönen Blick über die Bucht und einem einheimischen Absacker ausklingen.

mh

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Martin Heine/Segelcrew Kornati Cup