Regattatraining 2005

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Tag 3 - 07.08.2005

Spodsbjerg - Vejrö

Auf der hohen Kante

In Kenntnis der Gegebenheiten fingen wir heute rechtzeitig mit der Bevölkerung der Dusche an. Da wir aber noch im örtlichen Edeka einige landestypische Spezialitäten erwerben wollten, die unseren Frühstückstisch berreichern sollten, zog es sich etwas hin, bis wir gefrühstückt hatten. Kurz nach dem Auslaufen stellten wir fest, dass die Logge ihren Dienst nicht wie vorgesehen verrichtete, sondern konstant 0 Knoten zeigte. Also rückten wir dem Geber wieder mit dem dafür vorgesehenen Stopfen zu Leibe. Doch hier war nicht die Ursache für das Problem zu finden. Der Geber ließ sich leicht drehen und zeigte auch korrekte Werte an. Also suchten wir das Problem außerhalb des Rumpfes. Da zu diesem Zeitpunkt jedoch keiner wirkliche Ambitionen hatte ins Wasser zu steigen, wandten wir die Leinen-Methode an und zogen einen Tampen unter dem Schiffsrumpf entlang, bis die Kielvorderkante erreicht war.
Welche der Methoden letzendlich zum Erfolg geführt hat, oder ob es die Summe aller Maßnahmen war, wird sich nicht mehr klären lassen. Am Ende hatten wir jedenfalls eine funktionierende Logge und konnten den Segeltag beginnen.

Waren wir anfangs noch unter Genua 3 und Reff 1 unterwegs, so ließ der Wind immer mehr nach und wir konnten zuerst ausreffen und anschließend die Genua 3 gegen die Genua 1 tauschen. Im Laufe des Tages ließ der Wind immer mehr nach, bis zur absoluten Flaute. Diese wurde von Teilen der Crew sofort für eine Badepause genutzt. Auf diese Weise ließen sich auch die Massen an Fliegen ertragen, die in dieser Zeit über das Schiff herfielen. Doch dieses Vergnügen war nur von kurzer Dauer, denn dunkle Wolken am Horizont verkündeten ein baldiges Ende. Beim ersten Einsetzen des Windes wurde die letzten Badenden mit der Schleppleine eingeholt und das Schiff für etwas mehr Wind vorbereitet.
Der Wind setzte zwar ein, jedoch nicht in der Stärke, wie es die Wolkenformationen hätte erwarten lassen. Dafür waren die Regenmengen entsprechend und wir mussten zum Anlegen doch nochmal das Ölzeug hervorholen. Wolfgang und Mark hatten schon einen Platz für uns freigehalten, doch unser Echolot verwährte uns diesen Liegeplatz. Schon bei dem von uns gewählten zeigte es noch ein Tiefe von 1,7 m bei einem Tiefgang von 2,1 m wäre das nicht mehr so reichlich, wenn das Echolot wirklich ab Wasserlinie messen würde. Aber da sich das Schiff noch frei bewegte und wir keinerlei Anzeichen einer zu geringen Wassertiefe feststellen konnten blieben wir liegen. In luftiger Höhe

Kurze Zeit später erschienen die beiden Besatzungsmitglieder der Spottvogel und wir machten es uns in unserem Salon gemütlich.
In dieser Runde berichteten uns die beiden von ihren Missgeschicken, welche ihnen heute wiederfahren sind. Als erstes brach ihnen das Großfall auf ihrem Weg nach Vejrö. In Folge dessen ließ sich Wolfgang in den Mast ziehen, wobei Mark einen Überläufer auf die Winsch bekam und dadurch der Fädler für die Selbstholeeinrichtung der Winsch verbog. Da das Fock- und Spifall der Dehler nur bis ca. 1,5m unterhalb des Masttopps reichten, war es den beiden nicht möglich das neue Großfall, welches Wolfgang schon an Bord mitführte, selber zu wechseln.
Da kamen wir ihnen als Mastenkran gerade recht. Nach kurzer Überlegung kamen wir überein die Dehler längsseits zu legen und jemanden mit unseren Spifallen in den Mast zu ziehen. Derjenige würde sich dann mit Hilfe des Spifalls der Dehler an den Mast der Dehler ziehen und dort in aller Ruhe das neue Fall einfädeln. Wolfgang und Mark hatten gute Vorarbeit geleistet und eine Sorgleine stabil an das Fall angenäht.
Daniel war ganz begeister von der Aussicht in den Mast zu kommen und so fiel unsere Wahl auf ihn. Ausgerüstet mit Bootsmannsstuhl, Sorgleine und Lifeline entschwand er kurze Zeit später in richtung Masttopp. Die eigentliche Reparatur dauerte nur wenige Minuten und sorgte für eine gute Auflockerung des sonst eher entönigen Unterhaltungsprogramms im Hafen.
Den Abend ließen wir auf Einladung von Wolfgang mit einem Getränk in dem örtlichen Kro (einer ausgebauten Scheune) und einer abschließenden Runde bei uns im Salon ausklingen.
Bei dieser Gelegenheit stellen Wolfgang (Vogel) und Wolfgang (mein Vater) fest, dass sie beide in Tegelort bzw. Konradshöhe aufgewachsen waren. Da dies nahezu zur selben Zeit war, gehörten sie natürlich "verfeindeten" Cliquen an, aber mit dem Abstand der Jahre war kein erneutes Aufleben der "Feindseligkeiten" mehr zu befürchten.

mh

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Martin Heine/Segelcrew Regattatraining