Regattatraining 2005

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Tag 6 - 10.08.2005

Marstal - Burgtiefe

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Aufgrund des Seewetterberichtes hatten wir uns dafür entschieden, den Tag heute etwas früher zu beginnen und so noch vor den vorhergesagten stürmischen Böen in Burgtiefe einzulaufen.
Planmäßig um 09:00 Uhr waren wir klar zum Auslaufen und bereiteten alles vor. War es gestern noch möglich ganz elegant vorwärts in die Box zu fahren, so war uns der Weg heute rückwärts aus der Box durch unseren Nachbarlieger verwährt. Zu mal die Boxengasse an unserem Bug auch nicht annähernd so breit, wie unser Schiff lang war, fiel auch die einfache Methode des Herausfahrens aus. Mit Hilfe unserer Schleppleine, die wir als luvwärtige Achterleine nutzten und unseren beiden Luvvorleinen verholten wir uns langsam aus der Box und ließen den Bug durch den Wind vertreiben, bis wir bequem aus in der Boxengasse fahren konnten. Unserer Nachbarin, die unser Manöver mit kritischen Augen beobachtet hatte, sparte nicht mit Lob. Wir gingen einstimmig davon aus, dass sie wohl schon andere Erfahrungen mit Chartercrews gemacht hatte.
Um die Windabeckung des Hafens noch zu nutzen suchten wir uns im Vorhafen einen freien Dalben, an den wir uns mit einer Vorleine hängten uns so in aller Ruhe dass Groß mit Reff 2 setzen konnten. Hinter der Ansteuerungstonne kam dann noch die G3 dazu. Die Geschwindigkeitswerte, die wir unter dieser Besegelung erreichten versprachen eine schnelle Überfahrt. Leider wurde uns jedoch sehr schnell klar gemacht, dass diese Besegelung für den Rest des Tages die falsche Wahl war. Schon kurz nach dem wir die Landabdeckung von Ærø verlassen hatten nahm die Wellenhöhe und die Windstärke deutlich zu. Die zunehmende Luvgierigkeit des Schiffes ließ uns dann das Groß bergen und den Rest des Weges nur noch unter G3 zurücklegen. ..

Während des Frühstücks hatte ich noch von dem Geschwindigkeitsrausch berichtet, in den meine Crew während des SKS-Törns verfallen war, nach dem bei einem Surf auf der Welle die Logge bis auf 13,5 Knoten hochschnellte. Ein ähnliches Phänomen machte sich auf der Überfahrt bemerkbar. Jeder, der das Steuer in die Hand nahm war darauf bedacht den Maximalwert auf der Logge nach oben zu schrauben. Daniel überbot den vorgelegten Wert von 10,1 Knoten mit 10,2 Knoten. Sein Rekord wurde nur kurze Zeit später von Silke mit 10,6 Knoten nahezu pulverisiert. Doch sie konnte sich nicht auf dem Glanz dieser Lorbeeren ausruhen Wolfgang durchbrach alle Schallgrenzen und legte mit 11,5 Knoten den Topwert des Tages vor, den niemand mehr überboten hat. Während dieser Rekordjagd überholten wir eine X-312, die auch bei Real-Sailing in der Charter läuft. Von unserem komfortablen Standpunkt aus, machten wir ein paar Photos von dem Schiff, schon allein, um unseren Respekt, den wir für die Leistungen dieser Crew empfanden, in Bildern festzuhalten. ...

Im Fehmarnsund beruhigte sich das Wasser zusehnds und wir waren schon wieder geneigt von Glattwasser zu sprechen. So genossen wir es sichtlich unter Segel die Fehmarnsundbrücke zu passieren und die letzten Meilen bis Burgtiefe in Angriff zu nehmen.
Während der Einfahrt disponierten wir kurzfristig um und entschieden uns dafür in Burgstaaken zu tanken. Ausschlaggebend dafür war das Lageschieben, die wir unter "Topp und Takel" in der Rinne nach Burgstaaken/Burgtiefe schoben. Vollgetankt und froh vor den gröbsten Böen den Hafen erreicht zu haben fuhren wir unter erschwerten Bedingungen unseren leider letzten Anleger für diesen Törn. Die Wetterberichte sprechen beim Wind noch von einer deutlichen Zunahme und so werden wir unseren Liegeplatz voraussichtlich nicht mehr verlassen.
Die Steigerung der Windstärke wurde während der Zubereitung des Abendessens für jeden anschaulich dokumentiert, als Silke sämtliche Luken schließen ließ, weil ihr noch im Salon die Petersilie vom Schneidbrett wehte. ...
Gerade, während diese Zeilen entstehen, schwingt sich der Wind noch ein mal zu neuen Höchstleistungen auf und lässt kontinuierlich 31 - 33 Knoten auf der Anzeige aufleuchten. Okay, unseren Spitzenwert mit 37,4 Knoten haben wir damit noch nicht erreicht, aber mal ehrlich ist es unter diesen Bedingungen noch erstrebenswert auszulaufen? Jedenfalls nicht, so lange man nur einen Leichtwindspi an Bord hat.....

mh

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Martin Heine/Segelcrew Regattatraining