Schweden Törn 2006

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Tag 11 - 28.08.2006

Utklippan - Hafentag

polnische Schiff

Hatten wir uns am gestrigen Abend extra früh in die Kojen verholt, um den Sprung nach Bornholm möglichst früh zu beginnen, so wurde schon in der Nacht klar, dass daraus sehr wahrscheinlich nichts werden würde. Es schien, als wenn all die Wassermengen, die uns in der letzten Woche erspart geblieben sind in dieser Nacht ihren Weg zur Erde fanden. Als dann in den frühen Morgenstunden der Wind dann auch noch so drehte das einige Fallen anfingen zu schlagen, führte kein Weg am Verlassen der Koje vorbei.
Sehr zu meiner Verwunderung stellte ich fest, dass ein weiteres Schiff in den Morgenstunden seinen Weg in den Hafen gefunden hatte. An der Tatsache an sich ist sicher nichts besonderes, wenn es sich nicht gerade um einen Bootstyp von ca. 7 m Länge gehandelt hätte. Vom Äußeren her ähnelte dieses Schiff einem Jollenkreuzer. Während keines der Schiffe im Hafen (alle größer als 35 Fuß) anstalten machte auszulaufen, wagte sich hier eine polnische Crew bei 7-8 Bft. mit diesem Schiff auf die Ostsee.
Noch beim Frühstück waren wir fest entschlossen, den Sprung nach Bornholm anzugehen. Dem entsprechend wurden auch die Frühstückszutaten gewählt. Kaffee z.B. suchte man heute vergeblich auf dem Tisch. Während der Rest der Crew schon damit begann das Schiff seeklar zu machen, holte ich ein letztes Mal einen Mole Wetterbericht ein. In diesem wurden für den heutigen Tag 7-8 Bft. aus Südwest vorhergesagt, die in den Abendstunden abflauen und auf Nordost drehen sollten. Sollte man vielleicht doch noch einen Tag warten?? Telefonate mit Micha (Diebold) und meinem Vater ließen mich an dieser Überlegung zweifeln, denn die Langzeitvorhersagen sahen nicht viel besser aus. Was tun? Gerade in diesem Moment spazierte der Hafenmeister über die Mole und fragte mich, ob wir auslaufen wollten. Sein Ratschlag lautete noch einen Tag zu warten, denn der dänische Wetterdienst untermauerte die von uns eingeholten Informationen. Jetzt war die Verwirrung komplett. Aufschluss brachte ein Abstecher ins Internet. Alle mittelfristigen Vorhersagen prognostizierten ein Abflauen in der Nacht von Montag zu Dienstag, so wie eine Winddrehung auf Nordost. So fiel dann die Entscheidung zu Gunsten eines Hafentages auf Utklippan.

Dies gab mir die Möglichkeit ein wenig mit dem Skipper des polnischen Schiffes zu plaudern. Sie waren zu fünft an Bord. Da es sich durch die Bank weg um Studenten handelte, mussten sie mit einem sehr geringen Budget auskommen und hatten ein entsprechend kleines Schiff gechartert. Mit diesem waren sie bereits 2 Wochen unterwegs, bevor sie sich jetzt in der letzten Woche mit einem Abstecher in die Hanö-Bucht via Bornholm wieder auf den Heimweg nach Polen machten. Da ihr Funkgerät nicht funktionierte hatten sie nur unzreichenden Wetterinformationen und sich deswegen in der Nacht auf den Weg von Skillinge nach Utklippan gemacht. Da sie das in ihren Karten beschriebene Sektorenfeurer für die Hafeneinfahrt nicht fanden kreuzten sie bis zum ersten Tageslicht vor der Hafeneinfahrt.
Wolkenformation Hier in Utklippan mussten sie dann ihr Schiff ausräumen und komplett trockenlegen. Im Laufe des Gespräches erläuterte mir der Skipper, dass sie bis vor kurzem sogar zu sechst an Bord waren. Jetzt besaßen sie den Luxus, dass in der Vorschiffskoje nur 2 Leute nächtigten. Ein Mitsegler schlief in der Hundekoje an Backbord, während sich 2 Mitseglerinnen die Steuerbordkoje teilten, in dem sie mit den Füßen zueinander "überlappend" lagen, weil sie eigentlich für 2 zu kurz war. Ansonsten lässt sich über den heutigen Tag nichts Spannendes berichten, außer dass einen die vorbeiziehenden Wolkenformationen immer wieder dazu animierten zum Fotoapparat zu greifen.
Den Abend verbrachten wir lesend und plaudernd, bevor es nach der "Gute-Nacht-Geschichte" von Stockholm Radio wieder zeitig in die Kojen ging, denn morgen früh wollen auf jeden Fall in Richtung Bornholm in See stechen.

mh

Tagesdistanz unter Segel: 0,0 sm Tagesdistanz unter Maschine: 0,0 sm
Gesamtdistanz unter Segel: 91,5 sm Gesamtdistanz unter Maschine: 198,6 sm
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Martin Heine/Segelcrew Schweden Törn