SKS 2006

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Tag 5 - 23.05.2006

Lundeborg - Æroskøbing

.... Beim Frühwettercheck um 05:00 Uhr ist ein Südost Stärke 6 zu erkennen. Wir beschließen daher, normal um 09:00 Uhr abzulegen und uns in Richtung Rudkøbing/Langeland zu den anderen nach Süd kreuzend zu bewegen. Eine andere Yacht legt im engen Vorhafen seelenruhig und raumgreifend genau dann ab, als wir die Innenhafenausfahrt passieren. Erst ein scharfer Anruf sorgt dafür, dass es nicht zu eng wird.

Nach Passieren der Hafenausfahrt setzen wir das Groß mit dem 2. Reff und segeln zuerst ein wenig auf die Wasserfläche zwischen Fynen und Langeland hinaus, um aus der Landabdeckung zu kommen und die Lage genauer zu beurteilen. Die Crew ist leicht enttäuscht, als die zeitgleich mit uns ausgelaufene Yacht mit einer sehr gut aussehenden kleinen Fock und 2 Reffs im Groß uns deutlich davonfährt.
Aufgrund der auf dem Wasser gemessenen 7 Beaufort beschließen wir, die ausnahmsweise einmal gestern durch Wegrollen geborgene Genua zu ca. 80 % auszurollen. Erwartungsgemäß bildet sich dabei ein erheblicher Bauch, der zu mehr Seitenkraft und damit leider auch mehr Krängung führt (eine Fock oder Sturmfock haben wir nicht an Bord). Allerdings klettert das Speedometer sofort auf sechseinhalb Knoten und wir können trotz der bauchigen gerollten Genua bei gut anderthalb Meter Dünung einen Wendewinkel von knapp 100° halten, was mal wieder für die wunderbaren Segeleigenschaften der X-412 spricht. Somit gelingt es doch noch, die andere Yacht deutlich hinter uns zu lassen, während wir dank des äußerst textfesten Skippers alte Seemannslieder gegen den Wind und die Gischt anschmettern. Gegen 12:15 Uhr werden die Segel wieder geborgen und unter Maschine das leider zu genau gegen den Wind liegenden Rudkøbing Løb durchsteuert. Die dabei auftretenden Schauerböen fordern durch die Sichtbehinderung alles von der Steuerfrau, die keine geeignete Brille (Skibrille, war aber irgendwie zwischen der Vorbesprechung und der Versendung von der Ausrüstungs-/ Packliste verschwunden) dabei hatte.

Gegen 13:00 Uhr erreichen wir Rudkøbing und werden von den anderen auf der Mole erwartet. Allerdings artikulieren die Trainees, die sich offenbar nach dem gestrigen Tag so leicht nicht mehr schocken lassen, Unmut, bereits um 13:00 Uhr in den Hafen zu fahren. Daher bleibt es bei einer kurzen Stippvisite im Hafen mit Winken und Zurufen und es wird kurzerhand beschlossen, weiter nach Ærøskøbing auf Ærø zu segeln. Wir erhoffen uns dadurch ein geschütztes Revier zum Manövertraining, welches nun angesichts der nahenden Prüfung und der allgemeinen Vertrautheit mit dem Boot ansteht. Nach dem Verlassen der Südausfahrt des Rudkøbing Løb setzen wir alsbald wieder Segel (Reff 3 und ca. 70 % Genua 3), um in dem vor Dünung geschützten Revier etwas aufrechter segelnd hoch am Wind das Mørkedyb zu durchlaufen. Der Wind hat inzwischen auf West 7 gedreht, so dass wir die Tonnenlinie nur knapp anlegen können. Mit zwei sehr kurzen Schlägen (2-3 Bootslängen) im Verlauf des Mørkedyb passieren wir diese äußerst enge Passage und können danach Ærøskøbing mit einem Schrick in den Schoten anlegen. Mit acht Knoten nähern wir uns dem Hafen und finden gegen 16:30 Uhr einen Platz an der Luv-Kaimauer des Handelshafens im Windschutz des großen Backsteinschüttgutsilos direkt vor den Toiletten.
Nach Lösen der Probleme des Erklimmens der hohen Kaimauer durch eine Trittschlinge an geeigneter Stelle wird das malerische Dörfchen erkundet und ein dänisches Eis mit Flødeskum aus der Bordkasse genossen.
An der Kirche macht eine nette Dame ein Gruppenbild von uns, nachdem wir uns darüber amüsiert hatten, dass ihr Leihwagen mit offenen Fenstern, steckendem Schlüssel und laufendem Motor sowie einer unter dem offenen Fenster drapierten großen Handtasche einfach mitten auf der Strasse steht. In Dänemark ist halt die Welt noch in Ordnung.
Da wir wieder keinen Pølser-Stand entdecken, der noch bereit ist, unsere diesbezüglichen Gelüste zu befriedigen, nehmen wir die Sache selbst in die Hand und kaufen entsprechend ein.
Als Appetizer („amuse-gueule“) gibt es daher auf den schnell herbei getragenen Picknickbank mit Tisch auf der Hafenmole endlich die ersten Pølser dieses Dänemarkaufenthalts. Hierbei zeigte sich, dass man auf einem Ausbildungstörn nicht nur vieles zum Thema Segeln, sondern auch die richtige Art lernen kann, einen Pølser zu „basteln“.
Anschließend sorgt ein frischer knackiger Salat (Dank an die Schnippsler) und Pasta mit verschiedenen Pestos für die notwendigen Vitamine und ausreichend Energie für den folgenden Tag zum Manövertraining.

moh+ut

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Martin Heine/Segelcrew SKS
Last modified: Fri Nov 23 CEST 2006