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Tag 3 - 25.10.2004Aegina - Methana
Heute war schon deutlich zu merken, dass den Leuten nicht mehr das frühe Aufstehen in den Knochen steckte. Außer vielleicht einzelnen, die noch die Unterhaltung vom Nachbarschiff genießen durften. Trotz des früheren Aufstehens liefen wir erst gegen 12:00 Uhr aus dem Hafen aus. Den Vormittag verbrachten wir mit einem Bummel durch die Gassen von Aigina und dem Ergänzen unserer Vorräte. Es steht wohl außer Frage, dass wir nicht an den Fischständen vorbeikamen ohne Fisch einzukaufen. So erstanden wir zwei kleine Thunfische. Das Ablegemanöver verlief insgesamt zufriedenstellend, obwohl wir bis jetzt noch nicht klären konnten, weshalb die Ankerwinsch im entscheidenden Augenblick ihren Dienst quittierte und wir zumindest temporär die Kette von Hand aufwinschen mussten. Der Wind, der uns aus dem Hafen gelockt hatte, verabschiedete sich just in dem Moment, wo wir die Segel setzten. Eine Gewitterfront am Horizont motivierte uns dazu, den täglichen Sprung ins Wasser schon kurz nach dem Auslaufen vorzunehmen. Aber alles Grollen, welches uns zur Vorsicht mahnte verpuffte, ohne dass wir auch nur die Ausläufer des Gewitters zu spüren bekamen. Unsere Geduld wurde mit einem Hauch von Wind belohnt. Wir nutzten die schwache Brise, um in Richtung Süden zu kreuzen und uns dabei an den hervorragenden Kreuzeigenschaften des Katamarans zu erfreuen. Weniger als 130 Grad Wendewinkel ließen sich nicht realisieren. So kamen wir unserem Tagesziel, der Insel Methanas, nicht wirklich näher. Also blieb uns nichts anderes übrig, als die Genua einzurollen und mal wieder die Maschinen zu starten.
Ein Ausruf von Olli:"Delphine!" ließ alle von ihren Lektüren aufblicken. Nicht weit von uns entfernt übte eine Gruppe von Delphinen alle Arten von Sprüngen. Während der Rest der Mannschaft zu den Digitalkameras eilte und sich in das Trampolin am Bug verzog, stoppte ich die Maschinen und rollte die Genua wieder aus. So bewegten wir uns delphinfreundlich auf die Gruppe zu. Schon bei einem Whalewatching vor der Ostküste der USA hatte ich die Erfahrung gemacht, dass man als Segler viel besser an die Tiere heran kommt, denn als Motorbootfahrer. So gesellten sich etliche Delphine zu uns und schwammen eine Weile neben und unter unserem Boot. Der Schwergängigkeit der Ruderanlage ist es zu verdanken, dass wir alle 5 eine zeitlang im Trampolin liegen und den Fischen zu gucken konnten. Ich schiebe es mal auf unsere atemberaubende Geschwindigkeit von 3 Knoten, dass die Delphine nach ca. 20 Minuten, die Lust am Spielen mit dem Kat verloren. So langsam konnten oder wollten sie nicht schwimmen..... So gelang es uns nicht mit Hilfe des Unterwassergehäuses von Ollis Kamera und einem beherzten Sprung von mir die Delphine in ihrem Element quasi hautnah abzulichten. Ich brauchte erst gar nicht zu springen, es gab nichts zu fotografieren. Nach dieser kurzen Unterbrechung setzten wir unseren Weg nach Methanas fort. Die Hafeneinfahrt versprach noch einen navigatorischen Leckerbissen, der sich letztendlich nur als Snack entpuppte. Nicht ganz so prickelnd hingegen war der Geruch in dem Hafen. Es roch sehr stark nach Schwefel. Wie wir von anderen Deutschen Seglern erfuhren gibt es in der Nähe des Hafens einen Vulkan der wiederum die Becken einer nahen Badeanstalt mit schwefelhaltigem Wasser speiste. Die Abwässer dieser Badeanstalt landen, wie man sich unschwer vorstellen kann im Hafenbecken, welches in Folge dessen auch ziemlich milchig weiß ist. Mittlerweile haben wir uns an den Geruch gewöhnt und genießen ganz die Stille, die den größt möglichen Gegensatz zu unserem gestrigen Liegeplatz an der Hauptstraße des Dorfes Aigina, darstellt. mh |