Griechenland 2004

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Tag 4 - 26.10.2004

Methana - Moni

Haeuser

Die heutige Nacht endete für Olli und mich sehr abrupt. Ein bis dato unbekanntes Geräusch weckte uns und ließ uns hochfahren. Regentropfen klatschten auf das Deck. Schnell schlossen wir unsere Decksluke, um dann in den Salon zu eilen und dort das Gleiche zu tun. Von uns hatte doch keiner damit gerechnet, dass es regnen könnte. Weshalb auch noch alle Luken offen waren. Nachdem wir uns versichert hatten, dass sich das Wasser keinen anderen Weg ins Schiffsinnere gesucht hatte, setzten wir unseren Schlaf fort.

Als ich mich in Richtung Dusche bewegte, regte sich an Bord noch nichts. Wenn jetzt jemand aus der Leserschaft an eine ganz normale Dusche, wie in einem deutschen oder dänischen Hafen denkt, den muss ich enttäuschen. Hierbei handelte es sich um einen kleinen Schuppen, der in 4 kleine Räume unterteilt ist. 2 Davon waren als Duschen, 2 als WC's hergerichtet. Die Duschtasse bestand aus einem in den Boden eingelassenen Becken, und einem fest installiertem Duschkopf, so wie sie wohl auf deutschen Campingplätzen in den 50er Jahren aktuell waren. Aber das Wasser war warm und der Platz deutlich üppiger als an Bord.

Das Frühstück mussten wir leider im Salon aufbauen, weil es mal wieder anfing zu regnen. Ein griechischer Nachbar hatte uns als seine persönliche Wetterprognose mitgeteilt, dass der Wind (welcher Wind eigentlich?) in den nächsten Tagen auf Nord drehen würde. Da der Wetterbericht des DWD eine ganz andere Sprache spruch entschieden wir uns dafür, die insel Poros zu umrunden und anschließend wieder in Richtung Norden zu segeln. Unser Nachtquartier wollten wir in einer Bucht aufschlagen, die gegen Wind aus nahezu allen Richtung geschützt ist. Auf der uns zur Verfügung stehenden Karte fanden wir eine solche Bucht auf einer Insel westlich von Aigina. Ich brauche glaube ich nicht zu erwähnen, dass wir die Umrundung von Poros unte Maschine absolvierten. Von Wind war in diesem Falle keine Spur zu sehen. Um so mehr kamen die Fotografen auf ihre Kosten, als wir im Hafen von Poros eine Runde drehten. Bei unserer Ausfahrt aus dem Hafen von Poros sahen wir am Horizont einen Monohull unter Segeln seine Bahn ziehen und schöpften Hoffnung. Doch als wir die Segel setzten war von dem Wind nichts mehr übrig und so dümpelten wir mit 1 - 2 Knoten dahin.

Terrasse

Dies war aus unserer Sicht eine gute Gelegenheit, das Dinghi auszusetzen und ein paar Bilder vom Kat unter Segeln zu machen. Die Spritztour endete mit nassen Füßen, weil ich vergaß den Stopfen in den Selbstlenzer zu stecken und die Fahrt des Dinghis nicht ausreichte, damit diese Eintichtung ihrem Namen Ehre machte. Jetzt, wo die Fotos mit der vollen Beseglung im Kasten waren, sprach nichts mehr dagegen, die Genua zu bergen und wie gehabt unter Maschine weiterzufahren. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war sicher auch die Tatsache, dass unsere Geschwindigkeit in der Zwischenzeit auf unter 0,5 Knoten abgesackt war. Ersten Hochrechnungen zufolge würden wir mit dieser Geschwindigkeit unsere anvisierte Ankerbucht zum selben Zeitpunkt erreichen, wie die Motoryacht, die uns kurz zuvor passiert hatte, in den Hafen von Gibraltar einläuft. (Als Randinformation, laut GPS befanden wir uns 1398 sm von Gibraltar entfernt...)

Dank der Maschinenunterstützung erreichten wir die Bucht doch noch bei Tageslicht (des heutigen Tages) und konnten uns für die Nacht einen guten Ankerplatz aussuchen. Während des Landgangs gelang es uns sogar noch die Überreste des in dem (top)aktuellen Pilotbuch (Zitat des Vercharterers: "In diesem Buch steht alles, was sie zur Navigation brauchen") verzeichneten Campingplatz zu entdecken. Anhand des Verfallgrades der Häuser und der Vegetation schlossen wir darauf, dass hier seit mindestens 10 Jahren keiner mehr gecampt hat. Vielleicht sollten wir doch demnächst auf das Vorwort des Pilotbuches hören, in dem da steht "Caution: These charts / plans are NOT FOR NAVIGATIONAL USE!" In Kombination mit unseren aktuellen Seekarten (die älteste auf dem Stand von 1972) sind dies natürlich ideale Voraussetzungen... Zurück an Bord stellten wir leider fest, dass unser Strombedarf die Batteriekapazitäten des Kats doch in arge Bedrängis bringen kann, so dass wir nur gestaffelt arbeiten können. Damit dieser Tagesbericht mit seinen Bildern noch heute ins Netz gestellt werden kann mache ich jetzt Schluss und überlasse Olli den 230 V Anschluss.

mh


Nächster Tag


Oliver Brandmueller
Last modified: Wed Nov 17 16:34:00 CET 2004