SV03 BR-Törn 1999

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Tag 4 - 25.05.1999

Lohals - Rudköbing

Mein erster Blick aus dem Kabinenfenster offenbarte strahlend blauen Himmel.
Nach dem Aufstehen geriet der Tagesablauf etwas ins Stocken, das Hafenbüro war noch nicht besetzt und die Toiletten und Dusche somit noch nicht zugänglich. Thomas vertrieb sich die Zeit mit seinen Karteikarten und lernte für die SBF-See Prüfung.

Beltbrücke Gegen 8:00 Uhr war Leben im Hafenamt auszumachen, die Hafenmeisterin war gerade auf ihrer Runde durch den Yachthafen, was den anwesenden Mitarbeiter zum Glück nicht daran hinderte uns eine der heiß begehrten Karten für die Toilettentür auszuhändigen.
Frisch geduscht trat ich meinen morgendlichen Gang zum Bäcker an, während an Bord weitere Frühstücksvorbereitungen getroffen wurden.

Während Manfred und Wolfgang abwuschen, Kerstin und Luise in Richtung Supermarkt aufgebrochen waren, kümmerten sich Andreas, Micha und ich um die Rollanlage. Hatten wir es gestern Abend noch mit einigen Tricks geschafft die Genua einzurollen, so war es jetzt unmöglich diese zum Wechsel wieder auszurollen. Dieses Mal trat Andreas den Weg in den Masttop an, um den Rollmechanismus einer näheren Inspektion zu unterziehen.
Mit seiner Hilfe im Masttop gelang es uns die Genua auszurollen.
Die Anfrage der Hafenmeisterin, die unsere Aktion beobachtet hatte, ob wir Andreas nicht gleich auch bei ihr aufwinschen können, um die Glühlampe ihrer Dreifarblaterne im Top zu wechseln, mussten wir verneinen, wollten Der Meister wir doch dem Problem mit der Rollanlage auf die Spur kommen. Beim Bergen der Genua stellten wir dann fest, dass wir nicht die ersten waren, die mit diesen Problemen zu kämpfen hatten. Im Bereich der Öse, an der das Fockfall angeschlagen wird zeigten sich schon deutliche Spuren spannabhebender Verformung früheren Datums. Ferner war zu erkennen, dass sich der Schäkel des Fockfalls an dem Rollmechanismus verkanten konnte. Schleifspuren an der oberen Trommel untermauerten unsere Theorie. Für uns stand somit fest, dass dieses Problem nicht mit Bordmitteln zu lösen war und wir in Zukunft die Genua wieder "konventionell" fahren werden.

Nach der Rückkehr unseres Einkaufteams lichteten wir die Leinen, auf einen Abstecher zur Brücke über den Großen Belt mussten wir aufgrund des schwachen Windes und des noch anstehenden Übungsprogramms verzichten. So steckten wir, nach dem Passieren der Ansteuerung von Lohals, einen Südkurs ab. Das Reff 1, welches wir aufgrund der dunklen Wand am Horizont eingebunden hatten, erwies sich als nicht ausreichend, als die ersten Regenböen anliefen. Das Reff 2 war schnell eingebunden und die Manöverübungen konnten fortgesetzt werden. Am frühen Nachmittag tauschten wir die Genua 1 gegen die 3 und steuerten Rudköbing unser heutiges Tagesziel an. Der Tonnenstrich und der dort stehende Strom forderten noch einmal die ganze Aufmerksamkeit unseres Rudergängers Thomas. Ohne Probleme fanden wir eine Box im Yachthafen, auch wenn die Einfahrt an unseren Nerven zehrte, laut Hafenhandbuch waren nur 2,5 m garantiert.
Von dem Vorhaben im für Yachten zugelassenen Handelshafen die Hafenmanöver zu üben nahmen nach einem kurzen Blick Abstand. Er erwies sich als zu klein und mit hohen Spundwänden als denkbar ungeeignet. Der Yachthafen mit seinen Ferienhäusern direkt im Hafen erinnerte uns etwas an Klintholm Havn, nur das hier Kartenarbeit die Sauna erst nach lösen einer Eintrittskarte für das Schwimmbad zugänglich ist. Die Sanitärenanlagen forderten unsere Fähigkeiten als Hacker, doch der Code war schnell geknackt. Bei unserem anschließenden Stadtbummel wurde ein Wegepunkt auf den nächsten Hot-Dog Stand gesetzt und direkt angesteuert. Vor Ort spendierte Thomas eine Runde Hot-Dogs, aus der nur Luise mit einem Eis ausscherte. Der anschließende Abstecher zum Fischereihafen war leider nicht von Erfolg gekrönt, so dass unser Speiseplan nicht durch Fisch bereichert wurde. Das Animationsprogramm für diesen Abend bestand aus einer Runde Black Jack, bei der der Einsatz (m&ms) gnadenlos dezimiert wurde. Nach und nach wurde die Runde kleiner, bis schließlich das letzte Licht im Salon verlosch.

mh

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Martin Heine/Segelcrew Ostsee