Home
22.05.1999
23.05.1999
24.05.1999
25.05.1999
26.05.1999
27.05.1999
28.05.1999
|
Tag 6 - 27.05.1999
Wendtorf - Wendtorf
Gegen 9:00 Uhr zeigte sich das erste Leben an Bord.
Ein Tag mit strahlend blauem Himmel empfing jeden, der seinen Kopf aus dem Niedergang steckte. Sofort
wurden die langen Hosen in die hinterste Ecke verbannt und die Shorts aktiviert.
Mit dem Brötcheneinkauf räumten wir die Vorräte des örtlichen Supermarktes bis auf wenige Restbestände.
Nach einem ausgiebigen Frühstück wurden erste Anstrengungen unternommen das Schiff zum Auslaufen
vorzubereiten.
Bei einem kurzen Landgang wurde noch ein Hinweisschild auf frischen Fisch entdeckt. Sofort erwacht der
Jagdinstinkt und Wolfgang kehrte mit 10 Schollen zurück. Diese wanderten sofort in eine der Backskisten,
um zum Abendbrot gegrillt zu werden.
Kerstin erklärte sich sofort bereit als Beilage einen Tomaten-Gurken-Salat zu zaubern und machte sich
Zwecks Organisation der Zutaten auf den Weg zum Supermarkt.
Um 13:00 Uhr lichteten wir die Leinen, zu unserem Manövertraining auf der Kieler Förde. Heute wurden die
für die Prüfung relevanten Manöver bis zum Abwinken geübt. Beim Ankermanöver zeigte sich ein typisches
Problem der Bavaria 41 H, die Ankerwinsch. Schon bei der Übernahme hatte sich gezeigt, dass das Fieren
des Ankers nur durch das Lösen der Bremse realisiert werden konnte. Eine elektrische Unterstützung war nur
mit sehr viel Überredungskunst zu erhalten.
Ein Abstecher nach Kiel Schilksee diente der Erkundung der Örtlichkeiten, sollten wir doch morgen den Prüfer
dort aufsammeln. Schnell war klar, dass nur der Treidelsteg im Südhafen zum Längsseitsanlegen geeignet ist.
Nach einem Abstecher nach Laboe setzte Luise gerade zu einem Boje-über-Bord an, als sich die Fockschot aus
dem Selftailing löste und ausrauschte.
Ünglücklicherweise hatte ich zu diesem Zeitpunkt meine Hand in der Nähe der Schot und mein kleiner Finger
wurde an der Umlenkrolle als Stopper für die Schot zweckentfremdet. Eine Schrecksekunde später winschte
jemanden die Schot dicht, so dass ich meinen Finger aus der Klemme befreien konnte.
Zur Sicherheit wollte ich einen Arzt aufsuchen, aus diesem Grund liefen wir Schilksee zum zweiten Mal an
diesem Tag an. Die Antwort des Hafenmeisters auf meine Frage nach einem Arzt lautete " Ich bin neu hier,
ich kann ihnen gerne das Branchenbuch geben." Beim örtlichen Fitness-Studio erfuhr ich, dass der nächste
Arzt ca. 3 km vom Hafen entfernt ist und bestimmt nicht mehr offen hätte.
Also legten wir wieder ab und segelten nach Wendtorf. Dort angekommen folgte ich dem Rat des dortigen
Hafenmeisters und suchte in Wolfgangs Begleitung die Uni-Klinik in Kiel auf. Die Untersuchung dort ergab
außer den Abschürfungen keine weiteren Verletzungen. Leider zog sich das ganze so lange hin, dass wir
nicht pünktlich zum Essen am Schiff sein konnten, doch der Rest der Crew hatte uns noch Fisch und Salat
übrig gelassen, so dass wir noch zu einem ausgiebigen Abendessen kamen.
Während unserer Abwesenheit hatten sie neben dem Essen noch Rein-Schiff gemacht. Wieder etwas, was wir
nicht am nächsten Abend erledigen mussten.
Schnell verloschen die Salonlichter und aus den Kojen waren noch vereinzelt die Kommandos für die
einzelnen Manöver zu hören.
mh
|