Ostsee 2001

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Strecke 25.08.2001

Tag 1 - 25.08.2001

Scorpion

Der Tag der Ankunft und Übernahme begann etwa gegen 10 Uhr morgens. Martin, Michi und Julia waren am Tag vorher schon bei einem Bekannten in Laboe untergekommen, Oliver hatte die Nacht mit seinen Eltern im Hotel in Schönberg, einem Nachbarort von Wendtorf verbracht. Sonja, Manfred, Robert und Wolfgang waren früh morgens um 5 Uhr in Berlin losgefahren und trafen auch recht pünktlich in Wendtorf ein. Unser Schiff, eine Bavaria 42 mit Namen Scorpion hatten wir schnell an Steg 2 lokalisiert und konnten mit der Übernahmeinspektion unsererseits beginnen.

Der Zustand des Schiffes überzeugte noch nicht völlig, die Grundreinigung hatte nicht zu vollendeter Sauberkeit geführt und auch die technische Überprüfung ergab einige Mängel, wie zum Beispiel eine nicht angeschlossene elektrische Lenzpumpe, der vereinbarte Blister war nicht an Bord und auch nicht die "Kuchenbude" (für die Nicht-Wassersportler unter uns: so eine Art Zelt über dem Cockpit des Schiffes). In den Stauräumen unter den Salonsitzen stand Wasser, wie auch in der Bilge. Auch die Fahrtstörungslichter waren nicht aufzufinden.

Einige der Mängel wurden vom Vercharterer dann auf Nachfrage beseitigt - der Stauraum wurde trockengelegt und der Blister nachgeliefert - nach einiger Diskussion. Auf die Kuchenbude haben wir wegen einer Anlieferzeit von mindestens vier Stunden dann gleich verzichtet, nach einer nur wenig kürzeren Wartezeit erfuhren wir dann, daß auch die versprochenen Fahrtstörungslichter nicht geliefert werden könnten (die auf einem Schiff über 12 Meter Pflicht sind!).

Traditionssegler

Nach der vermutlich längsten Übergabe unserer bisherigen Chartergeschichte konnte es dann endlich losgehen. Unser Bordbuch bemerkt: "15:40 Uhr - Bereit zum Auslaufen nach Sicherheitseinweisung". Olivers Eltern standen in Wendtorf auf dem äußeren Steg und winkten uns hinterher, während wir langsam unter Motor die Marina verließen und durch den Tonnenstrich, vorbei an Badenden Strandbesuchern, der offenen Ostsee entgegentuckerten. Mitten in einem Regattafeld setzten wir dann die Segel und nutzten den günstigen Wind östlichen Wind für unsere Fahrt nach Norden. Als Ziel für die erste Etappe wurde dann Mommark anvisiert.

Nach der "normalen" Regatta begegneten uns noch einige Traditionssegler, die vorher an einer Veteranenregatta vor Laboe teilgenommen hatten und boten einen wie immer sehr interessanten Anblick. Doch bald schon wurde die die Anzahl der uns umgebenden Boote deutlich geringer, als wir am späten Nachmittag immer weiterin Richtung Norden und Dänemark kamen. Die sonst ereignislose Fahrt wurde durch äußerst amüsante Hörspiele im UKW-Seefunk aufgeheitert. Ein Highlight des spätnachmittäglichen Audiovergnügens bot ein Holländer, der sich wortgewaltig über eine Fähre beschwerte, die angeblich durch ihren Schwell Beschädigungen an seinem Schiff hervorgerufen hätte. Er handelte sich Kommentare ein wie "wenn's Dir hier nicht gefällt fahr doch zurück nach Holland..." oder "kauf Dir'n Wohnwagen!" oder auch "geh und hol Dir Begrüßungsgeld". Danach kam dann eine Dame, die wiederholt "Trödelmaus" anrief. Zwischen den Rufen ließ sie kaum Zeit für eine Antwort. Und als sie mal kurz Zeit ließ meldete sich irgendwer anders und fragte, ob sie denn nicht besseres zu tun hätte. Schließlich kam auch noch folgender kleine Dialog: "Hier ist der weiße Schwan der Ostsee!" - "Na und???".

Den Vogel schoß jedoch ein Skipper ab, der mit folgendem Dialog in die analen unserer Törngeschichte eingeht:

Skipper "Nils Randers, Nils Randers, Nils Randers hier ist Pomuchl, Pomuchl, Pomuchl."
Nils Randers "Pomuchl hier ist der Rettungskreuzer Nils Randers!"
Skipper "Ich treibe hier vor Falshöft, meine Maschine ist ausgefallen, was kann ich tun?"
Nils Randers "Wie lautet ihre genaue Position? Steuern sie eine Motor- oder eine Segelyacht?"
Skipper "Meine Position lautet 54 Grad 43,5 Minuten Nord und 009 Grad 59,8 Minuten Ost. Ich steuere eine Segelyacht! Was soll ich tun? Werden sie mich abschleppen?"
Nils Randers "Wir machen uns auf den Weg. Wenn sie zu weit abtreiben und in flaches Wasser kommen, gehen sie am Besten vor Anker!"
Skipper "Das ist eine gute Idee! Wir warten auf sie!"
Skipper 2 "Nils Randers, wir haben das Gespräch mitgehört und stehen nahe der Pomuchl. Wir können sie in 20 Minuten erreichen und abschleppen. Wenn wir euch dadurch Arbeit abnehmen!"
Nils Randers "Vielen Dank für das Angebot, wir nehmen es gerne an. Falls es noch Probleme gibt, sind wir auf Kanal 16 hörbereit."

Aus Gründen des Fernmeldegeheimnisses haben wir alle beteiligten Namen frei erfunden. Übereinstimmungen mit real existierenden Personen sind rein zufällig und nicht gewollt.

Um kurz nach 22 Uhr schließlich erreichten wir Mommark im Dunkeln. Das Finden der Fischstäbchen (das sind kleine, unbeleuchtete Seezeichen) erwies sich als nicht trivial vor dem Hafen, aber dank unserer guten Navigation und vieler konzentrierter Blicke haben wir auch dieses kleine Problem gemeistert und die Scorpion so sicher in den Liegeplatz für die Nacht gebracht.

Sonnenuntergang Sonja, Robert

Da wir tagsüber bei den ruhigen Segelverhältnissen schon ausgiebig von Robert bekocht worden waren, hatten wir abends kaum Hunger, es überwog die Müdigkeit. Martin, Michi, Robert und Oliver saßen noch etwas zusammen und mit etwas Smalltalk und einer Flasche Rotwein (Ausnahme: Martin, der mag keinen) endete dieser erste Tag dann mit einer (fast, nicht wahr, Julia?) ruhigen Nacht.

ob


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Segelcrew Ostsee
Last modified: Sun Sep 16 20:24:22 CEST 2001