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Tag 2 - 26.08.2001
Der erste richtige Segeltag forderte schon etwas mehr von uns, wenn auch alles noch unter der Kategorie "zum Eingewöhnen" lief. Nach einem ausgiebigen Frühstück legten wir um 09:55 in Mommark ab mit Ziel Fredericia, wobei wir uns da zu Anfang noch nicht ganz festgelegt hatten. Kurz nach dem Auslaufen konnten wir denn auch die Segel setzen und auf Kurs gehen. Voraus war eine dicke Regenwolke, die auch stärkeren Wind versprach. Zunächst war noch der Blister angesagt, aber schon bald war uns klar, daß der Zeitpunkt immer näher rückte, wo wir den Blister zugunsten der reffbaren Genua bergen würden. Nach etwa einer halben Stunde unter Blister und Groß waren wir der grauen Wand vor uns so nahe gekommen, daß wir den Blister bargen. Kurz darauf ging es auch schon los: Der Wind drehte und frischte spürbar auf. Da kaum Welle war, kamen wir gut voran. Das Glück war auf unserer Seite und der deutlich sichtbare Regenschauer zog auch vor uns durch. Nach ca. einer halben Stunde hatten wir alles hinter uns und konnten das Reff wieder rausnehmen und unter voller Besegelung weiterfahren.
Der Wind flaute nach und nach deutlich ab, die Sonne kam hinter den Wolken hervor und wir konnten den Sommer auf See genießen. Natürlich schritten wir auch bald zur Tat, was das Snacken unterwegs anging, sonst breitete sich etwas Ruhe im Schiff aus. Mit weiter abnehmendem Wind wich die Ruhe allerdings dieser angespannten Nervosität, die die Flaute eben so mit sich bringt. Auch das erneute Setzen des Blisters erfreute sich nicht des gewünschten Erfolges, so daß wir kurz nach 17 Uhr den Motor anwarfen. Auch dem Starten des Motors war zunächst nur ein eher eingeschränkter Dauererfolg beschert: Das Kühlwasser floß nicht. Ein geschulter Blick unseres Mechanikerteams aus Martin und Michi offenbarte dann auch schnell das Problem: Ein defekter Schlauch des Kühlsystems. Doch auch diese Hürde wurde gemeistert, indem der Schlauch gekürzt und wieder angeschlossen wurde. Danach ging es dann in Richtung Fredericia unter den Brücken kleines Belts hindurch.
Im Hafen erwischten wir nur noch einen Platz am Mastenkran, der dann auch noch kurzfristig gebraucht wurde, was uns verlaßte, unsere Position geringfügig zu ändern. Zunächst zauberte Robert ein vorzügliches Essen, dann wurde uns die Entscheidung der Weiterfahrt in Richtung Samsö durch den Wetterbericht abgenommen, der eine Sturmwarnung für die nächsten 12 Stunden beinhaltete. So versuchten wir nocheinmal im Hafen einen besseren Platz zu finden, da aber alle freien Boxen zu klein waren, kehrten wir gleich wieder auf unseren ursprünglichen Platz zurück. Nach der üblichen Abendtoilette und nochmaligem Abhören des Wetterberichts, beschlossen wir, am folgenden Tag nicht allzu spät aufzustehen, um gegebenenfalls das stürmische Wetter trotz allem für eine Weiterfahrt nutzen zu können. Es folgte eine unerwartet ruhige Nacht, fast ohne Wind. ob |