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Tag 5 - 29.08.2001
Sehr früh machten wir uns auf, um unser fernes Ziel, die Insel Anholt, erreichen zu können. Der Wind hatte stark nachgelassen und die Wellenhöhe hatte sich auf ein angenehm geringes Maß reduziert. So ging es nach einem kurzen, aber wie immer guten, Frühstück um 08:40 Uhr los. Wir zogen alle unsere Jacken an, da die Luft noch sehr frisch und kühl war. Nach dem verlassen des Hafens von Tunö setzten wir gleich die Segel (Vollzeug!) und kreuzten um die Sandbank direkt neben der Hafeneinfahrt herum. Auch der weitere Kurs verhieß eine lange Kreuz, allerdings ließ der Wind bald nach und wir wurden immer langsamer.
Das langsame Dümpeln und die zunehmend wärmere Luft nutzte zunächst Wolfgang für ein Bad, kurz darauf folgte auch Sonja mit einem mutigen Sprung in die kühlen Fluten der Ostsee. Da die Scorpion auch bei fast Flaute natürlich noch gute Fahrt machte, blieb es den beiden nur, vom Bugkorb zu springen und dann schnell hinten die Badeleiter zu erreichen oder die mit dem Fender nach hinten ausgehängte Leine. Die Zeit reichtewohl dennoch für eine gute Abkühlung. Da der Wind wieder leicht auffrischte, mußte die Badeaktion dann beendet werden, aber die beiden mutigen Schwimmer hatten sich wohl genug abgekühlt. Wir holten die Boje ein und nutzten den günstig drehenden Wind aus, um zwischen den Inseln hindurch unseren Weg in Richtung Kattegatt fortzusetzen. Zwischendurch kreuzten - in zum Glück ausreichender Entfernung - noch einige Schnellfähren unseren Weg, irgendwann schlief der Wind dann völlig ein, so daß wir unter Motor weiterlaufen mußten.
Nach etwas mehr als einer Stunde hatten wir wieder Wind und konnten die Segel setzen. An der dänischen Küste entlang ging es nordwärts. Wegen des guten Kurses und des stabilen Windes verwarfen wir unsere Ersatzplanung, nach Grena zu laufen, wieder und setzen den Kurs nun endgültig auf Anholt ab. Da wir aufgrund des günstig stehenden Windes, der dennoch nicht allzu stark war, viel Ruhe an Bord hatten, begann auch bald die Planung des Abendessens, welches dann auf ca. 20 Uhr angesetzt wurde. Der Wind nahm weiter ab, aber das konnte der Stimmung der Crew keinen Abbruch tun: Robert, Oliver und Julia setzten zu einer kleinen Gesangsrunde unter Deck an, während die Spaghetti und das Chili con Carne vorbereitet wurden. Als schließlich alles fertig war, verschwand der Großteil der Mannschaft unter Deck und der Wind völlig. Nur Oliver, der auf das Chili wartete, hielt Deckswache, während sich der Rest schonmal über die Nudeln hermachte.
Nach dem Essen wurde die Segel geborgen und wir liefen unter Motor die letzten zwei Stunden in der Dunkelheit in Richtung Anholt, das im letzten Schimmer der Abendsonne am Horizont aufgetaucht war. Nach der Ankunft wurden lediglich noch die sanitären Anlagen besucht, denn alle waren vom frühen Aufstehen der lange Fahrt müde. Um kurz vor Mitternacht gingen dann die Lichter aus auf der Scorpion und alle freuten sich auf einen kleinen Inselrundgang am kommenden Morgen. ob |