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Tag 8 - 01.09.2001
Der Tag des Crewwechsels ist gekommen. Schon früh trifft der VW-Bus aus Berlin in Skagen am Party-Kai ein. Nach und nach kommen alle aus ihren Kojen und begrüßen die Neuankömmlinge. Irgendwo zwischen dem großen Einpacken und dem Einräumen schieben wir ein Frühstück ein, bei dem wir beweisen, daß auch 12 Leute irgendwie um den Tisch im Salon passen - draußen, wie eigentlich geplant, wollten wir wegen strömenden Regens nicht sitzen. Unsere Nachbarn im Päckchen beginnen böses zu ahnen, als Manfred, Wolfgang, Robert und Sonja ihr Gepäck von Bord in den Bus schaffen und im Gegenzug aber wahre Unmengen von Vorräten und das Gepäck von Niko, Monique, Hans-Dieter und Fritz an Bord der Scorpion gebracht werden. Das Verstauen der Nahrungsmittel braucht seine Zeit und auch das Umsortieren der Kabinen fordert uns etwas.
Dann erfolgte die Verabschiedung und wir winkten dem abfahrenden VW-Bus hinterher. Wir klarierten das Boot dann noch auf und informierten unsere Nebenlieger über unsere Absicht, abzufahren. Die neuen erhielten ihre Einweisung, während Michael und Oliver noch einen Kurztrip zur örtlichen Werft unternahmen, wo ein großer Fischtrawler zur Überholung hoch und trocken stand. Das Ablegemanöver verlief trotz des abendlichen und nächtlichen Bierkonsums auf den Nachbarschiffen erstaunlich glatt und problemlos. Die drei anderen Boote manövrierten sich in das Hafenbecken und wir konnten prima "ausparken". An einer großen unfertigen Segelyacht auf dem Trockendock vorbei verließen wir diesen Hafen, der uns im wesentlichen eines gelehrt hatte: In Dänemark ist das Bier billiger als in Schweden und Norwegen.
Mit Ziel Marstrand ließen wir Dänemarks nördliche Spitze hinter uns und hatten unerwartet gutes Wetter. Wir konnten ohne Regen mit einem Raumschotskurs direkt in Richtung der schwedischen Küste laufen. Der Wellengang war erträglich und Wind um die 10 bis 15 Knoten trieb uns recht gut vorwärts. Ein großes Fährschiff kreuzte unseren Weg. Da wir uns aber eisern an die Vorfahrtsregeln auf See hielten und Kurs und Geschwindigkeit beibehielten wichen tausende Tonnen Stahl mit zehntausenden Pferdestärken unserer taktischen Übermacht in einer weiten, aber deutlichen Kurve aus. Da die Fähre vor uns durchging, hatten wir noch etwas Welle, aber das war halbwegs harmlos.
Wir kamen der schwedischen Küste näher und bald schon mußten wir anfangen, neben Fischernetzen auch die knapp unter der Wasseroberfläche liegenden Felsen zu beachten. Da unsere Karten aber genau genug und Niko als Navigator entsprechend gut war, hatten wir kein Problem, die Einfahrt in Richtung Marstrand zwischen den Schären zu finden. Als nicht ganz trivial stellte sich die Aufgabe, einen geeigneten Standplatz für die Nacht im gut gefüllten Marstrander Gasthafen zu finden, heraus. Unser Bug rakte weit über den Steg - das betrifft vor allem die Höhe und damit unsere kleineren Mitfahrer. Unsere Mooring-Tonne senkten wir mit unseren 42 Fuß und den ausführlichen Vorräten auf lockere 2 Meter unter der Oberfläche ab. Die Atmosphäre im Hafen war eine völlig andere, treffen sich hier doch einige Regattasegler. Unter anderem stand eine ehemalige Whitbread-Yacht im Hafen, die Martin am Abend noch besichtigen konnte. Für den folgenden Tag planten wir noch eine kleine Besichtigung der nahegelegenen Festung und dann gegen Mittag oder am frühen Nachmittag den Aufbruch in Richtung Göteburg. ob |