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Aufgrund fehlender elektronischer Revierkarten heute leider kein Streckenbild. Wir sind nördlich von Göteborg in den Schären unterwegs. Tag 9 - 02.09.2001
Graue Wolken und Regen kennzeichneten diesen Tag. Aber davon lassen wir uns ja bekanntlich nicht die Laune verderben. Zunächst begannen wir den Tag mit "Ausschlafen" bzw. dem, was das auf einem Segeltörn eben heißt, also gegen 9 Uhr saßen alle beim Frühstück. Danach ging es hoch zum Carlsten Fort, das hoch über Marstrand liegt und von der strategischen Bedeutung dieses Ortes über viele Jahrhunderte hinweg zeugt. Noch bis 1992 war das Fort in militärischer Verwaltung und mit Bewaffnung ausgestattet! Heute ist es restauriert und zeigt weitgehend den Zustand aus dem letzten Jahrhundert. Die Geschichte als militärischer Stützpunkt und Gefängnis ist lang und wechselhaft. Unser Rundgang über die verschiedenen Ebenen, durch Zellen und den obligatorischen Geheimgang ist eine interessante Reise in die Vergangenheit.
Am Nachmittag dann bunkerten wir noch Wasser nach, da wir noch nicht sicher waren, ob wir in einen Hafen einlaufen würden oder einfach zwischen den Schären vor Anker gehen. Gegen 16 Uhr schließlich liefen wir aus. Das Manövrieren zwischen den Schären - zumal mit leicht veralteten Karten - ist immer wieder eine Angelegenheit, die nicht ganz ohne Nervosität von Statten geht. Als wir den Schutz der wellenbrechenden Steine aber verließen, merkten wir schnell, daß doch einiges an Wind und Welle zu bewältigen war. Der ständige Regen machte die Navigation vor Ort nicht einfacher, da oft die Tonnen und Peilmarken nicht zu sehen waren. Als wir dann eine kurze Strecke zwischen den Schären in einem schmalen Strich gegen den Wind zurücklegen mußten, fiel uns nach dem Bergen der Genua auf, daß der Motor (mal wieder...) kein Kühlwasser spuckte. Wir legten die nötigste Strecke dann noch mit Maschine zurück und fuhren dann unter Segel weiter, um den Motor wieder abkühlen zu lassen.
Unsere bordeigene Mechanikercrew versuchte den Fehler noch auf den letzten Meilen bis zu unserem Etappenziel Ängeviken zu lokalisieren. Da aber Schlauch und Impeller keinen Fehler erkennen ließen, wurden die weiteren Servicearbeiten auf die Zeit nach dem Anlegen verschoben. Wir legten also mit zwar startbereiter Maschine, aber ohne deren Benutzung in Ängeviken an und sofort machten sich Michi, Martin und Fritz über den Motor her. Einen Fehler konnten sie nicht finden, aber das Kühlwasser kam auch wieder nach den ersten Tests. Wir verholten das Boot dann noch an eine andere Stelle des Steges, Michi suchte den Hafenmeister auf und konnte nur knapp einem herzlichen Willkommens-Whiskey inklusive ausführlichem Gespräch entgehen und hatte schließlich Hafengebühren und Strompauschale für unsere Übernachtung entrichtet. Fritz ging, angestachelt durch Nikos Versprechen, seine Sportlichkeit anzuerkennen, noch kurz baden, der Rest der Crew konnte sich ob des kühlen Wetters dieses Vergnügens enthalten. Danach gab es Nudeln und vorweg eine Suppe aus Gulasch und Kartoffeln und nach einem kleinen Abendspaziergang noch eine Nachspeise aus Schokopudding und Roter Grütze. Mit der Hoffnung auf einen weniger regenreichen folgenden Tag ging die Crew schlafen... ob |