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Aufgrund fehlender elektronischer Revierkarten heute leider kein Streckenbild. Wir sind nördlich von Göteborg in den Schären unterwegs. Tag 10 - 03.09.2001
Viel hatte der kleine Ort Ängeviken nicht zu bieten und so brachen wir zwar nicht allzu früh, die geplante Strecke war ja nicht so lang, aber doch bald nach dem Frühstück auf. Unser geplantes Ziel: Henan, der Standort der Najad-Werft. Der Wind wehte mit 20 und mehr Knoten relativ stark, die Wolken sahen nach einigen kurzen Regenschauern aus. In den Schärengewässern allerdings war das Wasser ruhig und unser Kurs führte uns nur sehr kurz über zum Meer offene Stellen. Bald jedoch fuhren wir durch immer engere Fahrrinnen und hatten mit keinen Wellen zu kämpfen, auch der Wind wurde abgeschwächt, durch die großen Felsen neben unserer Strecke.
Nach dem Durchfahren eines Felsentors rief plötzlich Heinz-Dieter, der das Fernglas in der Hand hielt, daß an einem der Häfen Hallberg-Rassy-Fähnchen zu sehen seien. Ein Blick ins Hafenhandbuch ergab, daß dies der Auslieferungs- und Werfthafen Ellsö von Hallberg-Rassy sei. Ein Leuchten in den Augen von Martin und Oliver, ein kurze Frage an die Navi wegen der Ansteuerung und schon waren wir auf dem Weg an den Gästesteg. Nach dem Anlegen fragten wir einen offensichtlichen (Blaumann, Hallberg-Rassy-T-Shirt) Mitarbeiter der Werft, ob es möglich sei, einen Blick in die Werfthallen und vielleicht auch mal in eines der im Hafen liegenden Schiffe zu werfen. Der freundliche Mitarbeiter wies uns den Weg zur "Reception". Nachdem wir die Mittagspause abgewartet hatten (3 Minuten) kam der Finanz-Direktor und lud uns zu einer Führung durch die Werft ein.
Obwohl Finanzdirektor, kannte sich unser Werftführer gut auch mit der angewandten Technik und den einzelnen Arbeitsschritten aus. So sahen wir den kompletten Weg von den Einzelteilen über die einzelnen Phasen des Rumpfausbaus bis zur Endmontage. Als Highlight erfolgte am Schluß die Besichtigung des Flaggschiffs, der Hallberg-Rassy 62 mit der Baunummer 1, die sich im Besitz des Werftchefs befand. Wir waren alle recht beeindruckt von den schönen Schiffen und auch der Größe und Technik der 62er im besonderen.
Der spontane und dennoch sehr informative Rundgang für ein paar Leute, die vielleicht nicht gerade nach dem typischen Kundenkreis aussahen, hinterließ einen äußerst positiven Eindruck! Nach einem kleinen Snack machten wir uns wieder auf, um noch in Richtung unseres Etappenziels zu laufen. Der Wind kam aus einer günstigen Richtung, so daß wir trotz der beengten Fahrwasser mit halbem Wind unter Genua schnell vorankamen. Wenige Meilen vor unserem eigentlichen Etappenziel fanden wir am Rande unseres Kurses eine kleine Bucht, wo bereits ein anderer Segler den Versuch unternahm, anzulegen. Mit einigen Versuchen gelang es uns, Julia auf der Schäre abzusetzen und den Heckanker so auszubringen, daß er auch hielt. Die anderen Segler, Schweizer, hatten ihren Versuch, am Strand anzulegen, mittlerweilen abgebrochen und fragten an, ob sie bei uns längsseits gehen könnten. "Wir legen erstmal an, dann können wir ein Päckli machen!" - Gesagt, getan! Ein Erkundungsgang zu den etwas weiter entfernten Klos (ja, sowas stellen die Schweden wirklich mitten in der Wildnis auf!) am Ufer entlang offenbarte die wunderbare Natur: Die Bucht liegt am Strand voller Muscheln und Seesterne, der Wald ist mit den verschiedensten Sträuchern und Pilzen am Boden belebt. ob |