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Tag 16 - 09.09.2001
In zwei Gruppen teilten wir uns heute nach dem Frühstück auf. Heinz-Dieter mit der gesammelten Frauen-Riege Julia, Monique und Nikola machte sich auf in Richtung Bahnhof, um mit dem Zug nach Kopenhagen zu fahren und dort mehr Zeit für die Stadtbesichtigung zu haben. Der Rest, Martin, Michael, Fritz und Oliver machten klar Schiff und brachen in den stürmischen, immerhin mit 20 bis 25 Knoten Wind und erheblicher Welle vor der Hafeneinfahrt gesegneten, Vormittag auf. Da wir Wind aus Nordwest hatten, konnten wir mit einem Raumschotskurs schnell in die zumindest vor den hohen Wellen schützende Landabdeckung südlich der Meerenge zwischen Helsingör und Helsingborg segeln und unseren Kurs gen Süden fortsetzen. Da die - auch hier nicht zu verachtenden - Wellen von achtern kamen, konnten wir mit Geschwindigkeiten bis zu 8,8 Knoten (Rekord!) vor dem Wind "surfen". Die Fahrt ging recht schnell, wir liefen nach nur wenigen Unbillen (OK, zweimal lief Fritz der Kahn aus dem Ruder, als wir testeten, ob wir auch Vollzeug fahren konnten...) zwar vom starken Regen durchnäßt (Ausnahme: Oliver, der Navi gemacht hatte), aber dennoch zufrieden in Kopenhagen-Langelinie ein.
Die verabredete Zeit war 18 Uhr und so hatten wir selbst noch einige Stunden in Kopenhagen. Der erste Weg sollte uns zur Pölser-Bude (Pölser ist dänisch für Würstchen) führen, die im Hafen gegenüber, direkt neben der Meerjungfrau stand. Fatalerweise gab es dort keine Risted Hot-Dogs und so probierten wir es an der etwas weiter oben im Hafen gelegenen Bude nochmal, die sich jedoch - oh große Not! - als reine Eisbude entpuppte. So führte uns unser Weg vorbei an der ewig barbusigen Meerjungfrau, die schön wie eh und je auf den Hafen blickte in Richtung Nyhaven, der "Partymeile" von Kopenhagen. Auf dem Weg schauten wir die modernen Fähren und die alten Traditionssegler am Kai an, in der Partymeile fanden wir nach einigen hundert Metern die Rettung: Einen Stand mit den gewohnt guten dänischen Hot-Dogs! Auch ein Versuch unserer Zugfahrer-Mannschaft, uns durch einen Anruf, sie wären jetzt am (verschlossenen) Boot, noch kurz vor der Tatvollendung von unserem Vorhaben abzubringen, konnte erfolgreich abgewehrt werden.
Martin ging den am Boot wartenden dann mit Fritz entgegen, Oliver und Michi streiften noch etwas durch Kopenhagen, gegen kurz nach 17 Uhr waren schließlich alle an der Scorpion eingetroffen und wir beschlossen, daß uns unsere Fahrt doch noch nach Flakfort führen sollte. So segelten wir die wenigen Meilen zu der kleinen Insel durch das vom Sturm aufgepeitschte Meer und begaben uns in den schützenden Hafen, den wir mit nur zwei anderen Booten teilen mußten. Die Insel wurde sofort einer Vorerkundung (Forterkundung?) unterzogen, um für den nächsten Vormittag informativ gerüstet zu sein. Die alten Bunkeranlagen und Geschützstände sind nur mit Taschenlampe zu erkunden und ein sehr spannendes Erlebnis: dunkle Gänge, Treppen, alte Unterkünfte, viele Kammern. Von oben eine wunderbare Aussicht auf die umliegenden Städte und die Brücke am Sund. Ohne den Komfort von Landstrom etc. und in relativer Abgeschiedenheit machten wir dann das Grillgut im Ofen warm, da das Wetter leider nicht wirklich zum Grillen einlud. Nach so einem Tag schmeckt alles natürlich auch gleich doppelt gut! Helmut, der Inselgeist, ließ sich aber auch ob solcher Wohlgerüche an Bord nicht blicken. ob |