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Tag 19 - 12.09.2001
Für dänische Verhältnisse erstaunliche Brötchen gab es an diesem Morgen vom Dorfbäcker in Nysted, der laut Martin ziemlich ins Schleudern geraten ist, nachdem von einem der Großsegler im Hafen jemand bereits 80 Brötchen gekauft hatte und Martin dann auch noch 20 orderte. Hätte er mal einen Blick in den Hafen geworfen! Aber unser Schaden war es nicht, wir hatten ja unseren Brötchenkorb. Gemeinsam entschieden wir uns, auf die Besichtigung des Schlosses zu verzichten und lieber gleich in Richtung Fehmarn auszulaufen. Die Fahrt aus dem Tonnenstrich war nicht sonderlich ereignisreich und auch die Überfahrt in Richtung Deutschland barg kaum erzählenswerte Überraschungen für uns. Das beste war immernoch aus der Reihe Odyssee auf UKW ein Gespräch zwischen zwei Schiffen nördlich von Fehmarn: "Blue Carrier north of Fehmarn which changed course to starboard, what is your intention?" - "Who are you?" - "The dutch two mast ship without sails just in front of you!"... Im weiteren Verlauf fielen dann wieder diverse Unfeinheiten, es mischte sich jemand ein, der gesehen hatte, was einer von beiden angeblich getan hätte, einer, der Ruhe auf Kanal 16 wollte und so weiter.
Wir näherten uns der deutschen Küste - unsere extra besorgten Grenzerlaubnisse wollte wie erwartet niemand sehen, bei denen handelt es sich wohl eh im wesentlichen um eine ABM. Das Minenlegerübungsgebiet (man merkt, wir sind in Deutschland, die Wörter, die wir aus der Seekarte ablesen werden länger!) querten wir ohne Probleme in Form von Explosionen am Bug oder andere störende Zwischenfälle. Kurz vor unserem Zielhafen Burgstaaken gingen wir in den Regatta-Mode über, allerdings währte unsere Freude über das Näherkommen nur kurz, denn unser Gegner entpuppte sich als Schiff auf Ausbildungstörn, das urplötlich anfing, Boje-Über-Bord-Manöver zu fahren, wohl um den Jungmatrosen die Peinlichkeit einer schmetternden Niederlage zu ersparen. Ein Gruß an die Segelschule Hering auf diesem Wege.
Frischen Fisch konnten Michael und Martin trotz verstärkter Bemühungen leider nicht auftreiben und so dezimierten wir weiter unsere Vorräte - Hunger leiden mußte auch diesmal niemand! Nachtrag: Zu mysteriösen Ereignissen kam es im weiteren Verlauf des Abends im Toilettenhäuschen der Herrenmannschaft. Bei Betätigung eines Wasserhahns (so ein Drücketeil, wo der Strahl dann fünf Sekunden läuft) kommt - oh Wunder - ein Strahl aus einem Hahn. Bei Betätigung von zwei Hähnen kommen erwartungsgemäß zwei Strahle aus zwei Hähnen. Bei Betätigung von zwei bestimmten Hähnen kommen drei Strahle aus drei Hähnen. Magie??? Im Hafenbecken war glücklicherweise entgegen zuerst anderslautender Vermutungen noch Wasser, als wir mit unseren Tests fertig waren... ob |