| Bilder des Tages | |
|
Home 25.08.2001 26.08.2001 27.08.2001 28.08.2001 29.08.2001 30.08.2001 31.08.2001 01.09.2001 02.09.2001 03.09.2001 04.09.2001 05.09.2001 06.09.2001 07.09.2001 08.09.2001 09.09.2001 10.09.2001 11.09.2001 12.09.2001 13.09.2001 14.09.2001 |
Tag 20 - 13.09.2001
Mit starkem Regen und Sturm begrüßte uns unser letzter "richtiger" Tag auf See. Nach dem Frühstück hatte zwar der Regen etwas abgenommen - wenn man mal von einem starken, kurzen Schauer absieht, der noch über uns hinweg zog, aber der Wind blies noch immer mit fast 25 Knoten. Und zwar genau aus West, wo us unser Kurs hinführen sollte. Wir hatten nach dem Abhören des Wetterberichts beschlossen, direkten Kurs auf Wendtorf abzusetzen, da nicht klar war, ob am folgenden Tag das Wetter eine Weiterfahrt zulassen würde und wir kein Risiko in Bezug auf die Übergabe eingehen wollten. Zuerst füllten wir unseren Tank - zu unserem eigenen Erstaunen nach unserem Mißtrauen gegenüber der Tankuhr mit einer Menge, die noch geringer war, als wir für unsere eigenen Motorstunden kalkuliert hatten. Dann fuhren wir unter Motor durch nicht zu verachtenden Wellengang in Richtung der Fehmarnsund-Brücke. Diese hatte eine Durchfahrtshöhe von 22 Metern, wir paßten also mit ungefähren 18 Metern Masthöhe bequem unten durch, auch wenn das von unten immer reichlich knapp aussieht. Gegen den Strom von fast zwei Knoten schwenkten wir nach der Brücke auf den Fehmarnsund-Kiel-Weg ein - weiter unter Motor, da schon vor der Brücke ein Versuch, unter Segeln zu fahren, fehlschlug und sich danach der Kurs verschlechterte im Verhältnis zum Wind.
Einige Zeit mußten wir gegen die immer höher werdenden Wellen unter Motor noch anstampfen, bevor wir uns entschlossen, zu kreuzen. Schon nach 2 Schlägen und wenigen Meilen unter Segeln brachen wir aber auch diesen Versuch wieder ab, da wir nur nur marginal vrankamen. Wir kreuzten unter Motor mit dem Groß als Stützsegel, um nicht direkt gegen die Wellen anzufahren, sondern diese schräg zu schneiden, bei zwei Meter oder mehr Wellenhöhe mittlerweile war dies nicht die schlechteste Idee. So fuhren wir quasi den ganzen Weg in Richtung Wendtorf. Etwa fünf Seemeilen vor unserem Ziel erreichte uns via Funk ein Distress-Call (Notruf auf UKW mit DSC), der vom Rettungskreuzer Berlin weitergeleitet worden war. Etwa 10 Meilen hinter uns, an einer Stelle, wo wir zwei bis drei Stunden zuvor vorbeigekommen waren, war ein Notruf wegen Mann über Bord ausgelöst worden. Da sehr viele schnellere Schiffe und ein Hubschrauber dann bald auf de Weg waren und wir bis zum Einbruch der Dunkelheit an die Unglücksstelle gebraucht hätten, mußten wir uns nicht an der Suche beteiligen, konnten aber noch einige Zeit über Funk mithören.
Nachdem schon ein Funkspruch, in dem ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera aus dem Suchgebiet abgzogen wurde mit dem Hinweis, daß bei einem eventuellen Einsatz von Tauchern gegebenfalls nocheinmal auf die Hilfe zurückgegriffen würde, die Hoffnung auf ein gutes Ende dämpfte, kam gegen 22 Uhr der Funkspruch vom Rettungskreuzer, daß die Suche abgebrochen wurde. "Nothing found" ließ die Gespräche beim Abendessen kurzfristig verstummen. Schließlich macht so ein Erlebnis zwei Dinge klar: Zum Glück kann man bei einem Notfall in diesem Seegebiet auf einen erheblichen Aufwand bei den Rettungsmaßnahmen hoffen, zum anderen kann all der menschliche Einsatz und die moderne Technik aber auch keinen Erfolg garantieren. Wir jedenfalls waren froh, bisher immer sorgfältige Vorkehrungen zum Vermeiden derartiger Unglücke getroffen zu haben und dies offenbar mit Erfolg. Nikola hatte am Morgen noch Fisch besorgt, den Martin dann in Wendtorf auf dem Steg ausnahm, so gab es den ersehnten Fisch, einen Dorsch diesmal, zum Ende der Reise dann schließlich doch noch. ob |