Ostsee 2002

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Tag 1 - 09.08.2002

Entgegen erster Horrorszenarien am Vortag, kam von allen Mitfahrern das o.k. für einen Start am Freitag Vormittag. Wie verabredet traf Sonja um 09:00 Uhr bei mir ein und wir luden ihre Klamotten ein. Kurze Zeit später waren auch Wolfgang und Michael aufgelesen, woraufhin die Bäckerei Wagner als nächster Stop anstand. Zum einen, um Connie einzusammeln, aber auch einen Teil unseres Proviants in Form von Grau-, Vollkorn- und Rosinenbroten. Hatten wir bei unserem Vortreffen am Mittwoch noch Bedenken, dass wir mit unserem Gepäck Probleme bekommen könnten, so zeigte sich jetzt, dass der Multivan Nehmerqualitäten hat. Wir steuerten ganz beruhigt die Haeselerstr. an, um Niko einzusammeln und ihr zu sagen, dass sie keines ihrer Gepäckstücke auf den Schoß nehmen mußte.

Derart "befreit" bastelten sich Niko und Connie aus einem Drehsitz und der Rückbank eine annehmbare Reiseposition. Die eigentliche Fahrt nach Großenbrode verlief bis auf einen Zwischenstopp bei einem von Niko empfohlenen Fleischer (sie hatte uns schon kurz hinter dem Ortsschild von Berlin so davon vorgeschwärmt, dass uns das Wasser im Munde zusammenlief und wir gar nicht anders konnten als anzuhalten!) ohne nennenswerte Ereignisse. Bis zur Übernahme der Dehler 38 blieb uns noch ein wenig Zeit, welche sofort produktiv genutzt wurde. Die Filialleitung des Lidl Supermarktes wird den Tag, als vier von uns über die gleichnamige Institution herfielen, noch lange im Gedächtnis behalten. Mit zwei Einkaufswagen bewaffnet kehrten Niko, Sonja, Wolfgang und Micha zum Auto zurück. Anfängliche Bedenken, der Stauraum würde nicht für die Lebensmittel und Passagiere reichen, verflogen in dem Maße, wie sich die Einkaufswagen leerten. Kurz vor 16:00 Uhr stürmten wir dann das Büro der Marina Großenbrode, wo wir bereits erwartet wurden. Frau Langbehn überreichte uns die Unterlagen für das Schiff, es wurden einige Formalitäten erledigt und eine Flasche Sekt wechselte zur Begrüßung den Besitzer. Mit einem rundum positiven Gefühl verließen Micha und ich das Büro. Sollte das Schiff die so geweckten Ansprüche erfüllen, stand einem bastelfreien Urlaub nichts entgegen. Das Schiff hielt bei der Durchsicht für die Übergabe den geweckten Erwartungen stand. Was nicht zu verhehlen war, ist die Tatsache, dass das Schiff bereits 15 Jahre alt ist. Allein die dem damaligen Zeitgeist geschuldete farbliche Gestaltung des Innenraumes hätte einen darauf gebracht. Vom technischen Zustand her gab es nichts auszusetzen. Die Übergabe durch den Vertreter der Marina verlief auch unkompliziert. Die fehlenden Barberhauler für den Spinnaker wurden umgehend nach geliefert, so dass wir uns an die spannende Aufgabe machen konnten, unsere ganz Kühlvorräte in den für diese Schiffsgröße doch recht kleinen Kühlschrank zu verfrachten. Nachdem Micha ganze Stapelarbeit vollbracht hatte, passte wirklich keine noch so kleine Olive mehr zusätzlich in das Kühlfach. Der Rest der Sachen verschwand dank großer Staufächer problemlos im Schiffsinnern. Um keine Verluste zu erleiden, wurde die von Niko produzierte Kartoffelsuppe sofort ihrer vorgesehenen Bestimmung zugeführt bzw. dazu vorbereitet. Derweil bereiteten Wolfgang und ich das Schiff zum Auslaufen gen Rostock vor. Bei der Segelauswahl wurde uns dann so richtig bewusst, dass es sich bei der versprochenen Genoa nur um eine Genoa 2 handeln konnte, die nicht wahrlich so aussah, als wenn sie einen entscheidenen Vorteil gegenüber der Selbstwendefock bringen würde. Die Wahl für den Nachtschlag fiel also auf die Selbstwendefock. Bei Kartoffelsuppe, Würstchen und Brot überlegten wir noch kurz, ob wir wegen der fehlenden Genoa 1 und des vorherrschenden Ostwindes erst am morgigen Tag starten sollten. Letztendlich siegte jedoch unser Wunsch zur Hanse Sail in Rostock zu sein.

Bei leichten Winden verließen wir den Hafen und richteten unseren Kurs gen Osten. Leider war es mit dem idealen Kurs vorbei, als wir die Segel setzten und anfingen das Boot zu trimmen. So ganz den richtigen Trimm haben wir dann in dieser Nacht nicht mehr gefunden, denn mehr als 3,5 - 4 Knoten zeigte die Logge nie an. Vielleicht war es ja auch nur mein rein subjektives Gefühl zu langsam zu sein, bin ich doch seit der Kieler Woche einen "Idle-speed" von 6 Knoten gewohnt. Wir richteten uns auf einen längeren Schlag ein, Connie und ich verzogen uns gegen 22:30 Uhr in die Kojen, um die verbleibende Mannschaft zu gegebener Zeit abzulösen. Die gelegentlichen Geräusche der Wenden unterbrachen von Zeit zu Zeit die Ruhephase.

mh

Strecke 09.08.2002

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Martin Heine/Segelcrew Ostsee
Last modified: Thu Aug 29 00:22:54 CEST 2002