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Tag 3 - 11.08.2002Rostock - Gedser
Nach und nach fand jedes Crewmitglied seinen Weg aus der Koje und in das Duschhaus. Mehr oder minder wach versammelten wir uns am Frühstückstisch. Micha litt noch deutlich sicht- und fühlbar unter den Folgen der Nacht und seines Auszuges. Eine bisher bei ihm nicht beobachtete Appetitlosigkeit hatte sich seiner bemächtigt. In Anbetracht der unbefriedigenden Segelresultate des letzten Tages beschlossen wir, auf die Genoa 2 umzusatteln und dem Wetterbericht unseren Tribut zu zollen, in dem wir das Reff 1 einbanden. Zuerst bemühten wir jedoch die Maschine, denn im Rostocker Stadthafen regte sich so gut wie kein Lüftchen. Wir genossen es mit den ganzen Traditionsschiffen langsam die Warnow abwärts zu fahren und sahen dabei viele der Traditionssegler, die trotz des wenigen Windes ihre Segel gesetzt hatten. Kurz hinter dem Seekanal setzten wir dann die Segel und fingen mit dem Kreuzen in Richtung Gedser an. Heute gab es von Zeit zu Zeit auch mal ein wenig Arbeit für die Crew, weil wir auf die Selbstwendefock verzichtet und die Genoa aufgezogen hatten.
Dem diesigen Wetter sei Dank, dass Connie sich an ihre Kindheitsphantasien erinnerte, denn erst schemenhaft, aber dann immer deutlicher tauchte die "MIR" vor uns auf. Der Wind war uns gnädig gesonnen und drehte für uns günstig und wir kamen mit 3 langen Schlägen zur Hafeneinfahrt von Gedser. Unsere Planung, heute noch bis Nyköbing zu segeln, fiel der aktuellen Zeit und der Tatsache, dass die Brücke vor Nyköbing nur bis Sonnenuntergan besetzt ist, zum Opfer. Wir fanden einen erstaunlich leeren Hafen vor und konnten uns eine Box aussuchen, die der Länge unseres Landstromkabels gerecht wurde. Nach dem Abendessen starteten Niko, Connie, Sonja und ich noch einen Versuch einen kleinen Spaziergang zum Fähranleger zu unternehmen. Ich gebe zu, die Gewitter, welche sich schon deutlich sicht- und hörbar über der Ostsee entluden, haben wir dabei geflissentlich ignoriert. Bis kurz vor den Fährhafen sind wir auch gekommen, bevor der Regen einsetzte und uns zum Rückzug zwang. Kaum an Bord angekommen, setzte der richtige Regen ein. Wir beratschlagten noch kurz über das morgige Programm, bevor die Bücher aufgeklappt oder die Kojen aufgesucht wurden. Der Naviplatz wurde noch lange durch den bläulichen Schein eines Monitors erleuchtet, bis die fehlenden Tagesberichte erstellt waren. mh
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