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Tag 5 - 13.08.2002Guldborg - Vejrö
Nach einer doch recht unruhigen Nacht, in den Böen arbeitete die Yesterday ziemlich heftig in den Festmachern bot uns der nächste Morgen ein recht trübes Bild. Die gleiche dunkle Wolkendecke und der konstante Nieselregen, bei dem wir gestern die Salonlichter gelöscht hatten, begrüßte uns auch jetzt am Morgen. Wie zur Entschädigung war die Duschzeit verschwenderisch lang dimensioniert. Nach einem Blick "durch" die Brücke in das Smallandsfahrwasser viel bei eingen Crewmitgliedern das Frühstück eher dürftig aus, entweder lag es daran, dass sie den Magen nicht zu stark belasten wollten oder aber sie fanden es einfach schade um die Speisen falls...
Mit einem kurzen Anruf über Kanal 16 kündigten wir dem Brückenwärter unsere Absicht die Brücke demnächst zu passieren an und seine Stimme klang scho etwas zweifelnd, als er uns mitteilte, dass dies Alles gar kein Problem sei. So kam es dann auch, kaum hatten wir die Leinen gelichtet und unseren Kurs in Richtung Brücke abgesetzt, als auch schon das Warnsignal für die Autofahrer ertönte, die Schranke nsich senkten und sich eine, wohlbemerkt eine(!) Brückenhälfte öffnete. Micha und ich sahen uns an, uns stand nur zu gut noch das Bild aus Cape Cod (USA-Törn 2000) vor Augen, wie es aussehen kann, wenn die Brückenpassage eines Seglers nicht ganz planmäßig verläuft. Doch wir brauchten keinen Versicherungsmakler zu informieren, sondern waren wenige Minuten später den Naturgewalten ausgesetzt, die in der Ausfahrt des Guldborgsundes genug Zeit hatten ihre Kräfte zu sammeln. Unter Maschine haben wir nur das allernötigste Stück zurückgelegt, bis wir genug Raum zum Kreuzen hatten. Mit der Selbstwendefock und dem Reff 2 verhielt sich unsere Yesterday vorbildlich und wir begannen (mal wieder) mit dem Kreuzen in Richtung Zielhafen. Omö stand zu diesem Zeitpunkt auf dem Plan. Ich war vor ca. einem Jahr mit Wolfgang (einem Vereinskameraden aus der SV03) dort und der Hafen hatte mir sehr gut gefallen. Doch bis dahin waren noch einige Wenden zu absolvieren. Das Kreuzen zog sich länger hin, als geplant, was zwei Mägen an Bord gar nicht gut bekam. Unter diesen Umständen und nach einem Blick auf die Uhr fiel es uns nicht schwer, den Kurs in Richtung Vejrö zu ändern. Von dieser Insel hatte ich (auch) von Wolfgang nur die besten Reiseschilderungen gehört. Zügig setzten wir den Beschluß in die Tat um, sehr zur Erleichterung einiger Crewmitglider. Trotz Sonneschein, den es seit den Mittagsstunden wieder gab, war ein nahes Ende des Kreuzens durchaus eine motivationssteigernde Maßnahme. In Vejrö fanden wir schnell einen Liegeplatz und einen netten Nachbarn,der uns mit auf seinen Stromverteiler ließ. Schnell kehrte auch die Farbe in die Gesichter zurück und der Ruf nach Nahrungszufuhr wurde laut. Zum Essen okkupierten wir eine der herumstehenden Bänke und Tische und genossen von einem Wall aus den Blick über die See. Wäre die Anreise hier her nicht so "umständlich", hätten wir auf unserem Inselrundgang mehrere Ferienhäuser entdeckt, die wunderschön gelegen sind. Was uns fasziniert hat war, dass die Häuser alle in einem sehr guten Zustand sind, Scheiben und Türen aber mit Brettern festvernagelt. Nach dem Rundgang wurde es ruhig im Schiff, nur durch das Rascheln der Bücherseiten wurde die Stille unterbrochen bzw. wenn sich der oder die Eine in Richtung Koje verabschiedete. Der Tag hatte trotz der relativ kurzen Segelstrecke seine Spuren hinterlassen und alsbald drangen nur noch gleichmäßige Atemgeräusche, begleitet vom Klappern der Tastatur durch das Schiff. mh
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