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Tag 9 - 17.08.2002Korshavn - BallenTag des Crewwechsels
Schon früh am Morgen - sozusagen kurz nach 23 Uhr des Vortages - machten wir (Tanja, Oliver) uns auf den Weg nach Dänemark. Der Einkaufstag war sehr anstrengend, denn fünf hungrige Mäuler wollen ja irgendwie gestopft werden. Gegen Abend kam dann noch die Ortsangabe Korshavn bei uns an, die uns zunächst in tiefsinniges Grübeln versetzte, da ein Ort dieses Namens nur an einer Stelle auf der Karte zu finden war: Im Tiefsten Süden von Fynen auf einer kleinen Insel, die nur per Fähre erreichbar ist. Schon vor der Fahrt ließ sich aber klären, daß das von uns anzusteuernde Korshavn an deutlich anderer Stelle zu suchen sei. Zwar leichter zu erreichen, jedoch einfach zu klein, um auf irgendeiner Karte unter diesem Namen aufzutauchen. Die Fahrt war bis auf den Stau auf der anderen Seite und ein paar Sternschnuppen gesehen von einem Rastplatz in Dänemark problemlos. Jedenfalls bis kurz vor dem Ziel... Kurz vor der Fahrt über die Brücke am kleinen Belt kam starker Nebel auf. Teilweise waren die Sichtweiten dermaßen begrenzt, daß wir nichteinmal die Straßenschilder richtig lesen konnten. Dennoch fanden wir im anbrechenden Morgen unseren Weg und waren um halb sechs am Ziel. Weil wir selbst müde waren und auch den anderen noch etwas Schlaf gönnen wollten, legten wir uns nach einem kleinen Rundgang einfach ins Auto und erwarteten den Weckdienst durch Klopfen an der Scheibe, der dann auch gegen halb acht in Form von Martin erschien - der jedoch nicht klopfte, sondern gleich das ganze Auto schüttelte. Nachdem die wichtigsten Dinge dann aus dem Auto geladen wurden (nämlich die Massen an Proviant, die wir mitbrachten), begannen Wolfgang, Sonja und Connie auch schon damit, ihre Sachen im Auto zu verstauen. Vor der Abfahrt - und bevor wir unsere persönlichen Dinge an Bord brachten - gab es dann auch noch ein großes gemeinsames Frühstück an einem der Holztische im Hafen. Danach ging es für die Crew der ersten Woche an die Heimfahrt, für uns beide an Bord.
Nach dem Auslaufen mußten wir unter Motor ersteinmal ein kleines Stück auf einen Bereich zulaufen, in dem zumindest marginale Ansätze von Wind zu finden waren. Die Sonne brannte (und führte also schnell zu Sonnenbrand),aber die See sah einladend aus - klar und kühl. Während Tanja ihrer Müdigkeit nachgab und lieber von Bord aus zusah, konnte sich Oliver wahrlich durchringen, ins kühle Naß zu steigen. Sehr kühl, zumindest am Anfang - wie kühl vermittelt das nebenstehende Bild wohl recht gut. Später ging auch noch Mr. Martin Freeze ins Wasser, allerdings mit deutlich weniger Problemen, als zuvor Olli. Obwohl die Badeaktion als Drohung gemeint war, beim ersten Versuch klappte es auch noch und es kam mehr Wind auf, kam eine zeitlang nicht wesentlich mehr Wind - irgendwann im Laufe des Nachmittages erreichten wir jedoch zumindest noch Geschwindigkeiten, die uns abhielten, den Motor zu Hilfe zu nehmen. Unser Reiseziel für diesen Tag änderten wir allerdings dennoch von Langör nach Ballen. Wenig Wind ergibt unspektakuläre Reisen. Lediglich die Einfahrt in den recht vollen Hafen und unser Parkmanöver zwischen diversen Yachten und mit ein wenig Überredungskunst bezüglich eines Motorbootkapitäns, der morgens recht früh weg wollte, brachten noch ein paar Besonderheiten. Der Anschluß des Stromkabels - nun inklusive Verlängerung von 20 Metern Länge - gestaltete sich zunächst schwierig, aber auch hier war unser freundlicher Nachbar nach einigen Verständigungsschwierigkeiten bereit, uns durch einen Kreuztausch von Verlängerungskabeln zu helfen. Nach einem kräftigen Chili waren wir dann alle müde genug, uns ins Bett zu wagen. tw/ob
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