Ostsee 2002

  Bilder des Tages
Home
09.08.2002
10.08.2002
11.08.2002
12.08.2002
13.08.2002
14.08.2002
15.08.2002
16.08.2002
17.08.2002
18.08.2002
19.08.2002
20.08.2002
21.08.2002
22.08.2002
23.08.2002

Tag 10 - 18.08.2002

Ballen - Korsör

Kreuzen bis dass der Arzt kommt

Tanja steuert

Ein wirklich unspektakulärer Tag. Beim Frühstück konnten wir "die Konkurrenz" beim Ablegen beobachten. Einige setzten bereits im Hafen Segel. Nun lässt es sich nicht vermeiden, mit einer derart großen Anzahl an Regattaseglern an Bord, dass ab und zu in den "Regattamode" geschaltet wird. So konnten wir also nicht einfach so ablegen und dann die Segel setzen sondern mussten das ganze steigern. Also legten wir unter Segeln ab. Dies muss ja ab und zu geübt werden, da der durchaus nicht unwahrscheinliche Fall eintreten kann, dass der Motor nicht funktioniert. In Kerteminde hatten wir den Aufenthalt dahingehend genutzt, die technischen Einrichtungen dieses Schiffes näher zu untersuchen, wobei diesmal unser spezielles Augenmerk der Notstarteinrichtung des Volvo Pentas galt. Es gab da so eine Kurbel... Oben auf dem Motor befindet sich dazu eine Anleitung (der Motor befindet sich übrigens im Salontisch!):

1. Dekompressionshebel in Stellung eins bringen (Dekompression)
2. Kurbel ansetzen (darauf währe man wohl auch ohne Anleitung gekommen)
3. Kurbeln (okay, jetzt wird's interessant)
4. Dekompressionshebel in Stellung zwei bringen (Handstart)
5. Kurbel abziehen (wohl vorausgesetzt, die Punkte eins bis vier waren erfolgreich)
6. Dekompressionshebel in Normalbetriebsstellung

Leider hat Volvo in Unkentniss der Einbausituation Punkt null vergessen:

0. Mast ausbauen
Brücke am Grossen Belt

Ja, der geneigte Leser liest richtig. Die Kurbel liess sich genau eine dreivieertel Umdrehung bewegen bevor sie am davorstehenden Mast anschlug. Dieses Schiff ist mit einem Steckmast ausgerüstet, der durch den Decksaufbau auf den Salonboden reicht. Somit liess sich unser Test der Notstarteinrichtung nicht erfolgreich abschliessen, da uns der Aufwand im weiteren als doch zu hoch erschien. Kommen wir also zurück auf das Ablegemanöver unter Segeln. Es klappte hervorragend, da der Wind von schräg vorne kam. Wir lagen längsseits an der Mole, nachdem sich am Abend vorher nach längeren Verhandlungen mit einem dänischen Motorbootfahrer, leider hatten wir keine Tauschwärung in Bier da, eine Lücke auftat. Er legte sich dann auf uns ins Päckchen. Dieser Verhandlungserfolg ist dem Skipper hoch anzurechen, da uns ein vorschnelles Ende der Nacht um 6.00 Uhr erspart blieb. Das war die von dem Dänen am Vortag angegebene und dann auch eingehaltene Ablegezeit. Der Wind stand also günstig für unser Vorhaben. Lappen hoch, Vorschot fieren und Achterschot dicht holen. Nach einem kurzen Augenblick, in dem man das Weiss in den vor Angst weit aufgerissenen Augen des Skippers des immer näher kommenden Nachbarschiffes sehen konnte, nahmen wir Fahrt auf und verliessen erhobenen Hauptes das Hafenbecken unter Segeln. Welch krönender Beginn eines Segeltages. Um das Manöver den nicht segelnden Lesern zu eräutern, nachfolgende Skizze, die das Manöver in drei Phasen darstellt:

1. Phase - die Ausgangssituation
2. Phase - das Abtreiben
3. Phase - los geht's

Der weitere Verlauf der Fahrt nach Korsör lässt sich mit dem Wort "kreuzen" in nicht zu übertreffender Deutlichkeit zusammenfassen. Eigentlich wollten wir nach Omö. Da wir aber die Brücke über den Großen Belt in dr Abendsonne passierten und es bis Omö weitere zehn Seemeilen (Luftlinie) waren, beliessen wir es dabei.

md

Strecke 18.08.2002

Nächster Tag


Martin Heine/Segelcrew Ostsee
Last modified: Thu Aug 29 00:27:44 CEST 2002