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Tag 13 - 21.08.2002Rödby - Lemkenhafen
Nun war es also soweit, wir mussten Dänemark hinter uns lassen. Neben Rödby liegt bei der vorherrschenden Windrichtung kein weiterer dänischer Hafen in Reichweite. So mussten wir uns von Dänemark verabschieden, natürlich nicht ohne das einheimische Backwarenhandwerk zu unterstützen. Bei dem Einkaufsbummel fiel unser Blick beim örtliche Edeka Vertragshändler auf ein spezielles Produkt der Firma Ferrero Scandinavia. Da es immer wieder zu einem sogenannten "Snackalarm" kommt, dachten wir (Martin und ich), dieses in Deutschland unbekannte Produkt an Niko auszuprobieren. Zielgruppe müsste nach unserer Analyse Schüler der ersten bis sechsten Klasse mit Eltern sein, die keine Zeit mit der Herstellung von Pausenbroten am Morgen verbringen möchten. Es handelt sich bei dem Produkt um einen Zylinder mit drei Kammern. Die größte war mit Eistee der Geschmacksrichtung "Pfirsich" gefüllt (ganze 125 ml). In der nächst kleineren befanden sich 13g Brotsticks (für den ganz großen Hunger). Warum das Produkt aus dem Hause Ferrero kommt, erschloss sich beim Blick in die dritte Kammer: 29g Nutella. Wohl bekomms! Wahrscheinlich wurde für dieses in Malmö hergestellte Produkt Skandinavien als Testmarkt auserkoren, damit Ferrero in Deutschland nicht an den Abfallgebühren für den grünen Punkt zu Grunde geht und sich den Namen wegen einer Boykottkampagne von Green Peace verdirbt. Soviel also aus der Welt des Konsums.
Rödby Havn an sich ist nichts besonderes. Ausser dem örtlichen Badeparadies mit 636 Ferienhäusern (das größte seiner Art in Dänemark), tobt im Hafenbecken nebenan der Fährverkehr. Vier Fähren sind im Dauereinsatz zwischen Puttgarden und Rödby, eine weitere kommt von irgendwoher. Da die Sportbootabteilung Untermieter bei den Fischern im Industriehafen ist, beginnt bereits mitten in der Nacht der Betrieb. Bis zu unserer Abfahrt konnten wir nicht klären, woher das regelmäßige, energische Läuten einer Glocke kam - alle paar Minuten. Die Ausfahrt aus dem Hafen erfolgte betont sportlich. Im Hafenhandbuch Ostsee 1 liest sich folgender Hinweis: "Ansteuerung: Die Ansteuerungstonne liegt ca. 1 sm vor der Hafeneinfahrt. Es ist eine senkrecht rot-weiß gestreifte Bakentonne mit Balltoppzeichen; sie ist mit Fl10s befeuert. Das weitere Fahrwasser ist mit Leuchttonnen bezeichnet. Eine gute Tagesansteuerungsmarke sind zwei weithin sichtbare hellgraue Getreidesilos. Nachts führt eine Richtfeuerlinie (2 iso.R 045,2°) in den Hafen. Achtung: Die ein- und ausfahrenden Fährschiffe haben absolute Vorfahrt und nehmen keine Rücksicht auf Sportboote. Alle Fähren arbeiten auf UKW-Kanal 74." Eine Fähre war gerade ausgelaufen und die nächste bereits in Höhe der Ansteuertonne (siehe Fotoalbum). So sahen wir zu, dass wir Land gewannen. Und jetzt geschah das Ungeheure: Wir hatten halben Wind und mussten zur Abwechslung mal nicht kreuzen. Richtung Fehmarn ging es ruck zuck (abgesehen von diversen Snackalarmen). Die Fehmarnsundbrücke bot ausreichend Luft über unserem Verklicker und wir konnten mit einem neuen Geschwindigkeitsrekord von 7,7 Knoten über Grund nach Lemkenhafen abdrehen, wo wir schon vom netten Hafenmeister an der Mole erwartet wurden. Er konnte uns sofort einen Stegplatz zuweisen (was wir bisher nur aus USA gewöhnt waren) und die Reisekasse wurde mit 13,50 € nur wenig belastet.
md
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