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Tag 14 - 22.08.2002Lemkenhafen - Burgstaaken - GroßenbrodeDer letzte Tag auf See
Nach einem gemütlichen Frühstück mit Rührei und den üblichen anderen reichhaltigen Zutaten bereiteten wir uns langsam auf den letzten Tag auf See vor. Der Wind stand günstig und war in angenehmer Segelstärke vorhanden. Fünf gut, derweil nicht zeitbegrenzt, geduschte Segler machten sich also auf. Wir wollten nocheinmal ein Ablegemanöver unter Segeln wagen und holten die Yesterday nach hinten aus der Box. Der östliche Wind kam direkt von vorne und so konnten wir in aller Ruhe die Segel setzen. Leider fingen wir uns dabei den Wind von der falschen Seite ein, so daß wir anstatt einfach aus dem Hafen zu segeln, im engen Hafenbecken noch eine Halse fahren mußten, die wir mit Motorkraft unterstützten, um den Sicherheitsabstand zu anderen Schiffen zu wahren. Aber noch im Hafenbecken konnten wir den Diesel wieder stoppen und uns auf den Kurs durch das enge Fahrwasser begeben, das uns dann in Richtung des Kiel-Fehmarnsund-Weges führte. Wir kreuzten bei Sonne und zunehmendem Wind dann bis kurz vor die Fehmarnsundbrücke, von der wir kurzfristig befürchteten, daß sie gleich gesperrt würde, denn vor uns manövrierte langsam ein deutlich größerer Traditionssegler auf die Brücke zu, der aber glücklicherweise dann doch gerade so hindurchpaßte - ein Kurs rund Fehmarn hätte unseren Zeitplan auch leicht durchkreuzt.
Kurz vor der Brücke starteten wir aufgrund der ungünstigen Windrichtung wieder den Motor und bargen die Genua. Mit vorschriftsmäßig gesetztem Motorkegel und leicht angesetztem Groß zogen wir unter Motor durch die Fahrrinne. Nach erreichen offenen Fahrwassers setzten wir die Genua wieder und setzten die Reise unter Segeln fort - in den Hafen Burgstaaken zum Tanken. Kurz vor erreichen der Einfahrt sahen wir ein Boot der Küstenwache kreuzen. Uns entgegen kam ein Schlauchboot, ausgerüstet mit Radar und Jetantrieb. Erstaunlich, was auf so ein kleines Ding alles drauf geht! In der Fahrrinne zum Hafen begegnete uns abgesehen von der massiv häßlichen Feriensiedlung an Land zudem noch das Grauen eines jeden Schiffsführers: Mietmotorboote. Führerscheinfrei. Deutlich zu erkennen am entsprechenden Fahrstil: Erstmal quer zwischen den großen Booten durch ohne Rücksicht auf Verluste und dann mal eben eine Tonne überbügeln. Das Tanken ging aufgrund der (seit letztem Jahr neu installierten) Tankwartsrufanlage auf DECT-Basis problemlos, wenn man von gewissen Überraschungen bezüglich des als Heizungsauslaß gewähnten Überlaufs des Dieseltanks absieht. Mit vollem Tank und putzenderweise ging es dann wieder zurück auf den Fehmarnsund, wo wir auch gleich die Segel setzten und nur kurzfristig durch den Austausch der Steuerbordschot gefordert waren. Nach dem Einlaufen in Großenbrode machten wir Klar Schiff und bewunderten das gekonnt schwungvolle Anlegemanöver der Nachbarn zur einen Seite sowie den Besuch des Bundesgrenzschutzes bei den Nachbarn zur anderen Seite - die in Ermangelung gültiger Grenzerlaubnisse mit einer bußgeldfreien formellen Verwarnung im Heimatland begrüßt wurden.
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