Ostsee 2003

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Tag 8 - 15.08.2003

Almösund - Henan

Der Tag heute begann irgendwie ungewöhnlich spät. Für die Nichteingeweihten: Das bedeutet an Bord irgendwann um halb neun. Wir reicherten das Frühstück mit Rührei an; daß es wohl das letzte Frühstück in dieser Crewzusammensetzung auf dem Törn sein würde machte sich niemand so richtig bewußt.

Die gemeinsame Tagesplanung endete mit dem demokratischen Entschluß, über die Außenschären nach Henan zu segeln, nicht durch die sehr stark abgedeckten und somit vermutlich nur mit schwachen Winden passierbaren Innenschären. Wie sich später herausstellte, war trotz einer steifen Brise das Segeln dennoch nur auf Teilstrecken möglich.

Zuerst kreuzten wir durch den Almösund zur nächsten Brücke auf. Aufgrund des engen als sicher geltenden Fahrwassers hieß das vor allem eines: Viele Wenden. Unter der Brücke schließlich war nichts mehr zu machen, so daß wir doch auf den Motor zurückgreifen mußten und bei dem folgenden Kurs weiter in Richtung Küste auch ersteinmal ein Stück dabei blieben.

Ein Genuß war das Abstellen des Diesels dennoch jedesmal, denn die karge, wilde Natur des Nordens läßt sich um einiges besser wahrnehmen, wenn man nur das Rauschen des Wassers und des Windes hört. Wegen einer an diesem Wochenende stattfindenen Wettfahrt ("rund Tjörn"), bei der bis zu 1000 teilnehmende Boote erwartet wurden, kamen uns viele Segler entgegen. Neben Schweden sind uns heute auch mehr Norweger als auf jeder Etappe zuvor begegnet. Vom Regattasegler ("der will einen Blumentopf!") über den Fahrtensegler ("der macht das sicher einfach aus Spaß am Segeln!") bis hin zum Wohnkutter ("dem hilft einzig noch der Yardstick!") war alles vertreten, was sich segelnd fortbewegen kann.

In den Außenschären, in einer Durchfahrt mit sehr vielen entgegenkommenden Seglern, irgendwo vor einer Fischfarm oder etwas, das mal eine solche werden wollte, blies der starke Wind Michael seine Mütze vom Kopf. Dieselbe Mütze, die wir in den Gewässern der schwedischen Westküste im Kanal bei Marstrand retten konnten, fand diesmal wegen Unrettbarkeit ihr nasses Grab an selbst gewählter Stelle.

Nachdem wir den Auslieferungshafen von Halberg-Rassy an steuerbord liegen gelassen hatten, kamen wir wieder in geschütztere Fahrwasser. Hinter uns fuhr geduldig durch die enge Rinne ein Schlepper, der erst in weiteren Gefilden zu einem zurückhaltenden Überholmanöver ansetzte. Unser als Dank angebotenes Bier lehnte die Mannschaft allerdings ab.

Bei der Anfahrt auf Henan begegnete uns noch der ein oder andere schöne Flecken Erde sowie ein Schwede im Motorboot, der auf einem Reifen seine fröhlich winkende Tochter hinterherzog; ansonsten verlief die Fahrt bis auf einen Wespenstich an Wolfgangs Hals (das doofe Vieh saß auf der Schwimmweste!) relativ ruhig und ereignislos.

In Henan legten wir am Najadsteg an. Der freundliche Hafenmeister erlaubte uns, an der zuerst angefahrenen Stelle auch gleich liegenzubleiben und wir konnten sogar die fünfte Landleine (für Außenstehende: Strom!) legen. Duschen und WC standen uns auch zur Verfügung.

Robert zeigte uns - auf diesem Törn leider ein letztes mal - daß aus jedem Essen ein Ereignis werden kann und bekochte uns reichhaltig, wohl damit die vier an Bord verbleibenden Leute die nächsten zwei Wochen auch ohne ihn durchhalten.

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Martin Heine/Segelcrew Ostsee
Last modified: Mon Sep 8 17:37:32 CEST 2003