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Tag 12 - 19.08.2003Grebbestad - LysekilIm Hafen war der Wind gar nicht zu spüren, dafür regnete es. Der größte Teil der Crew hatte beschlossen, mit dem Bus früh in Richtung einiger Steinmalereien zu fahren. Das Wetter hielt niemanden davon ab. Nur Oliver und Martin S. übernahmen die Bordwache (das ist das, wo man da bleibt und versucht, die Möwenscheiße vom Deck zu schrubben).
Nach der Rücckehr der Kulturcrew machten wir klar Schiff und und liefen aus. Der Zielpunkt hieß "Skagen", wir wollten die vorherrschenden Winde ausnutzen und mit der Drehung fahren, die knapp mehr als 60 Seemeilen würden so zu etwa 90 bis 100 zu segelnden Meilen werden. Nach kurzer Zeit bereits verließen wir die schützenden Schärengewässer. Der Skagerrak wartete mit deutlich erhöhter Windstärke und einer Wellenhöhe von einem Meter und mehr auf. Nachdem die ersten Meilen hart am Wind noch problemlos waren, forderten die größer werdenden Wellen und der deutlich zunehmende Wind schon bald ihren Tribut.
Wir liefen trotz der mittlerweile sicher zwei Meter hohen Wellen immernoch über sieben Knoten, allerdings näherten wir uns natürlich dem Ziel nicht mit dieser Geschwindigkeit. Die von uns abgeschätzte und vom GPS Navigator bestätigte Ankunftszeit irgendwann nach Mitternacht brachte uns dann zu der Entscheidung, den Kurs zu ändern, und südöstlich zurück zur schwedischen Westküste zu laufen. Trotz des sanfteren Winkels zur Welle änderte dies nichts an der Menge des überkommenden Wassers und Martin S. konnte am Steuer nicht immer verhindern, daß wir mit einer der großen Wellen das Cockpit unter Wasser setzten. Olli, hinten im Heckkorb sitzend und sich dort auf keinen Millimeter wegbewegend, hatte zwar seine Ölzeughose an, allerdings auf die Jacke verzichtet, was dazu führte, daß er erhebliche Mengen Salzwasser in seiner Kleidung speicherte. Martin S. hatte das große Glück an seinem Platz seltener von den großen Wellen erwischt zu werden, wurde aber auch ganz schön naß. Niko, Susi und Claudia, die auf Luvkante gesessen hatten, waren nicht minder naß. Martin H. blieb am trockensten, weil er unter Deck die Navigation erledigte. Beim Erreichen der Fahrrinne vor Lysekil hatten die Wellenberge eine Höhe erreicht, daß wir in den Tälern keine Chancen mehr hatten, die Tonnen oder das Land zu sehen, der Überblick ergab sich jedesmal erst auf dem Wellenberg. Nach dem Einlaufen hing die Reling voll mit zu trocknenden Klamotten und die Mannschaft genoß die Duschen, soweit dies möglich war. Wir konnten uns bezüglich der Duschen auf die Prädikate lauwarm, wenig Wasser, viel zu kurz einigen. Warme Getränke und zum guten Abschluß des Tages ein frisch gebackener Zwiebelkuchen fanden trotz der um sich greifenden Müdigkeit guten Absatz. ob |