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Tag 19 - 26.08.2003Großer Belt - Korsoer - Omoe - Spodsbjerg
Wir segelten in die Nacht hinein. Die Pylone der Brücke am Großen Belt mit ihren 247 Metern Höhe sind über viele Meilen vorher zu sehen. Der Wind ermöglichte uns eine schnelle Fahrt und so erreichten wir gegen kurz vor drei Uhr früh die Brücke. Die Durchfahrt bei Nacht unter Segeln ist gespenstisch, aber ein Erlebnis. Hinter der Brücke bargen wir die Segel, dann liefen wir unter Motor nach Korsoer, die Ansteuerung im Dunkeln ist bei unbeleuchteten Tonnen nicht ganz ohne, aber wir schafften es, alle Tonnen an den Seiten vorbeigleiten zu lassen und in die Hafeneinfahrt zu segeln. In Korsoer fanden wir am gewohnten Steg einen Platz in den Boxen. Das Frühstück fand heute vergleichsweise spät statt, hatten wir doch alle Schlaf nachzuholen. Wir füllten die Vorräte auf, indem wir den örtlichen Supermarkt aufsuchten. Danach war ein Besuch im Brücken-Museum angesagt, wo es viel wissenswertes zu dem hier alles überragenden Bauwerk zu erfahren gab. Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Omoe. Ein kleiner beschaulicher Hafen, nicht weit von Korsoer, denn es war für den Abend bzw. die Nacht Windstärke 7 bis 8 angesagt, es herrschte Sturmwarnung. Martin setzte auf den elektronischen Karten diverse Wegepunkte ab und wir hatten 10 Meilen vor uns. Da bei der Ankunft an jedem Wegepunkt drei Geräte anfingen zu piepen, prägte sich schnell der Begriff "Wegepunkt-Terror". Es herrschte kaum Wind, die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Wir versuchten diverse Dinge, um die Geschwindigkeit zu optimieren, aber bei nur fünf Knoten Wind half auch der Spi nicht viel. Abgesehen davon zog hinter uns eine große dunkle Wand auf. So bargen wir die Segel und fuhren unter Motor nach Omoe.
Dort erwartete uns eine Überraschung: Der niedliche kleine Hafen erwies sich als zu klein für uns. Abgesehen von viel zu kurzen Boxen und der mangelhaften Möglichkeit, sich längsseits zu legen, erwies sich bei dem herrschenden Nordstrom die Tiefe im Hafen als Knackpunkt. Wir fürchteten aufkommende Welle und den Sturm über Nacht. Trotz bereits entrichteter Hafengebühr entschieden wir uns dafür, mit maximaler Geschwindigkeit in die Landabdeckung von Langeland zu laufen und dann nach Spodsbjerg zu fahren. Auf See nahm der Wind innerhalb von Minuten zu. Wir hatten bald 20 bis 25 Knoten und entschieden uns, statt unter Motor mit gesetzer Genoa direkten Kurs auf Spodsbjerg zu setzen. Der Wind und nach kurzem auch die Welle nahmen weiter zu und bei überkommendem Wasser und teilweise 7,5 Knoten Fahrt bei nur einem drittel gesetzer Genoa segelten wir weiter, wir hatten Böen von über 30 Knoten. Gegen 23 Uhr liefen wir ins Spodsbjerg ein,es gab Stullen, Kuchen und Kakao. Richtiges Essen gönnten wir uns nicht mehr, dafür noch ein Fläschchen Wein. ob |