Ostsee 2004

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Tag 11 - 18.08.2004

Tromtö Nabb - Hanö

Der Morgen begann so verheissungsvoll, wie der Abend geendet hat. Nach einem wunderschön kitschigem Sonnenuntergang präsentierte sich der Morgen sonnig und mit völliger Flaute. Die Bucht lag wie ein Spiegel unter der "Maike M." Das Ufer wurde durch einen leichten Morgennebel verhüllt. In Ermangelung einer Dusche begannen 80 Prozent der Crew den Tag mit einem Bad in der Schäre. Morgennebel Das anschließende Frühstück musste trotz der Sonne oder gerade deswegen wieder unter Deck stattfinden. Uns bleibt es noch jetzt ein Rätsel, wie uns die Wespen dort auf dem Wasser finden konnten, aber sie taten es und fielen in Scharen über die Sachen her, die wir eigentlich für uns zum Frühstück haben wollten. Wir verwandelten den Salon wieder in eine wespenfreie Zone und genossen das Frühstück.

Nach einer kurzen Lagebesprechung und dem Abhören des Wetterberichtes stand für uns fest, dass Hanö für heute unser unser Zielhafen sein sollte. Den Weg bis zur Hasslöbron legten wir unter Maschine zurück. Kurz vor uns passierte ein anderer Segler die Brücke, was uns dazu veranlasste, "Schwedish Naval Control" anzufunken, um sie zu fragen, ob sie die Brücke so lange offenhalten können, bis wir sie passiert haben. Die Antwort, mit der wir gar nicht zu rechnen gehofft haben lautete: "No problem Sir, we keep the bridge open!" So waren wir wohl der Auslöser für den vormittäglichen Verkehrsstau auf der Verbindungsstraße nach Karlskrona.

Der Genaker in Aktion

Hinter der Brücke blieb uns nichts anderes übrig, als unter Maschine weiter zu laufen, es rührte sich kein Lufthauch. Nachdem wir das "freie" Fahrwasser der Hanöbucht erreicht hatten, waren wir schon am Überlegen, ob wir wieder auf das innere Fahrwasser ausweichen sollten. So schnell wollten wir uns dann doch nicht geschlagen geben, denn schließlich wren wir ja zum Segeln hier und nicht zum motoren. Also kuppelten wir die Maschine aus und setzten probehalber mal die Segel, es will ja alles mal probiert sein. Der Wind war uns hold und wir konnten mit 4,5 Knoten unseren Kurss nach Hanö anlegen. Der Wind wehte sehr moderat und dazu noch aus der richtigen Richtung, so dass es Micha, Jule und mich in den Fingern juckte endlich mal den Genaker auszupacken. Susi und Kent wussten noch nicht so richtig, was ihnen da blühte. Zunächst waren wir gut damit beschäftigt, die Infrastruktur für dieses Segel zu lokalisieren. Als alles gerichtet war gingen wir daran den Genaker in seinem Bergeschlauch zu heißen. Soweit so gut, viel schwieriger gestaltete sich das nach oben ziehen des Bergeschlauches. Der erste Anlauf misslang. Nach ein paar Modifikationen im Aufbau und mit einer etwas veränderten Technik beim Aufholen des Bergeschlauches, lief alles glatt und der Genaker stand. Die zusätzlich zur Verfügung gestellte Segelfläche wurde umgehend in einen Geschwindigkeitszuwachs umgesetzt. In Spitzen näherten wir uns unserem Ziel jetzt mit etwas über 8 Knoten. Jeder an Bord genoss den Tag.

Kurz vor der Hafeneinfahrt mussten wir etwas anluven und uns damit auch mit dem Bergen des Genakers auseinander setzen. Die Strategien, die wir uns für den Fall, dass es mit dem Bergeschlauch nicht klappen sollte zurecht gelegt hatten, kamen nicht zum Einsatz. Etwas Abfallen, die Schot auffieren und die Bergeleine ziehen gingen wider Erwarten ohne großen Widerstand von statten. Kurze Zeit später lag der Genaker gut verpackt in der Vorpiek. Mastbau Im Hafen steuerten wir den uns schon bekannten Liegplatz an. Alle Leinen waren klariert, die Maike M. sicher vertäut. Somit waren wir bereit etwas für die Unterhaltung der Touristen zu tun, die in größerer Zahl den Hafen bevölkerten, während sie auf die Abfahrt der nächsten Fähre warteten. Jule machte sich fertig, um sich von Micha und mir aufwinschen zu lassen. Nachdem in der letzten Nacht weder unser Ankerlicht, noch unsere Dreifarblaterne ein Lebenszeichen von sich gegeben hatten, wollten wir die Ursache erforscht wissen. Leider ließ sie sich nicht in Form einer defekten Glühlampe oder einer korrodierten Steckverbindung ermitteln. Die Ursache für diesen Ausfall liegt wohl tiefer in der Bordelektrik vergraben.... Bei dieser Gelegenheit inspizierte Jule auch gleich noch die Fallscheibe des Großfalls, um ggf. die Schwergängigkeit zu beheben. Der Erfolg dieser Arbeiten wird sich morgen zeigen.

Mitten in den Vorbereitungen zum Abendessen wurden Micha und ich auf eine ungewöhnlich große Ansammlung an Möwen aufmerksam, die sich um ein Fischerboot scharrten. Mit Tüten und Tauschware bewaffnet machten wir uns auf den Weg. Sehr zu unserer Freude hatte er noch ausreichend Fisch in seinem Vorratsnetz. Als es an die Bezahlung ging, offerierten wir ihm unsere Tauschware, die er sofort dankend annahm und uns zu verstehen gab, dass der Fisch damit ausreichend "bezahlt" wäre. Somit gibt es bei uns morgen Fisch satt!!

Da wir inzwischen feststellen konnten, wie man das Schaltpanel am Navitisch auseinander nehmen kann, werden wir jetzt der Ursache für den Lichtausfall doch noch etwas genauer nachgehen.

mh


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Martin Heine/Segelcrew Ostsee
Last modified: Thu Aug 26 23:59:13 CEST 2004