Ostsee 2004

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Tag 19 - 26.08.2004

Gedser - Warnemünde

Heute morgen wurde ich durch Geräusche geweckt, die ich eigentlich nicht hören wollte. Der Wind orgelte in den Wanten wie am gestrigen Abend, von dem Abflauen, von dem der Wetterbericht gesprochen hatte, war noch nichts zu merken. Auch während des Frühstücks war davon noch nichts zu spüren. So kamen wir nach dem Frühstück noch in den Genuss von mehreren interessanten Varianten des Ablegemanövers. Einige wahren von Erfolg gekrönt, andere endeten an den Dalben.

Leckbekämpfung

Wir konnten die uns gebotenen "Vorstellungen" gar nicht richtig genießen, denn in dem Moment, wo ein richtiger Platzregen einsetzte hatten wir alle Hände voll zu tun. Wir fanden nur sehr wenige Stellen, Luken und Öffnungen, die die Bezeichnung dicht verdient hätten. Wie in einem schlechten Film verteilten wir Töpfe und Schüsseln im Boot, um die eingedrungene Menge Wasser in Grenzen zu halten.

Da wir nur einen Schlag von 25 sm vor uns hatten, entschieden wir uns dafür abzuwarten, bis die Regenfront passiert hatte und dann unseren Schlag nach Warnemünde anzugehen. Trotz unserer Geduld kamen wir nicht umhin, die wasserfesten Segelsachen auszupacken. Noch in der Rinne nach Gedser setzten wir die Segel und zogen dann mit über 7 Knoten gen Süden. Die wenigen Highlights auf diesem Schlag waren das Queren der Kadetrinne und die Begegnung mit einer großen Hanse, die gegen Wind und Welle gen Westen stampfte. Als klar wurde, dass sich unser Abstand zu dem Segler, den wir seit einiger Zeit am Horizont beobachten konnten merklich verringerte, erwachte in allen das Regattafieber und der Ehrgeiz, ihn noch vor der Ansteuertonne von Warnemünde zu überholen. Die Aktivität hat sich gelohnt und noch vor der Ansteuertonne blieb er in unserem Kielwasser.

Hafenimpressionen

Vor Warnemünde "vertrieben" wir uns noch ein wenig die Zeit mit dem Fahren von verschiedensten Manövern, bevor wir in den Alten Strom einliefen. Schon auf unserem Weg zur Tankstelle konnten wir feststellen, dass die Liegeplätze auf der Nordseite so gut wie belegt waren. Nach dem Tanken fassten wir einen Platz neben einer Motoryacht ins Auge. Bei der Annäherung erkannten wir ein rotes Schild an der Reling, welches wohl jeden vom Anlegen abhalten sollte. Wir gingen trotzdem längsseits und wurden im ersten Anlauf mit Nichtbeachtung belohnt. Also fuhr ich den nächsten Anlauf so, dass wir die Leinen ohne zutun der Besatzung ausbringen konnten. Die Segler, die direkt vor der Motoryacht lagen, ermunterten uns dort anzulegen, weil der Hafenmeister dem Schild keine Legtimation "erteilt" hat. Doch bei unserer zweiten Annäherung wurden wir bereits von einem Dobermann und der Eignerin mit einer Mischung aus Gebell und Gekeife empfangen. Der Platz sein für ein anderes Boot reserviert und überhaupt dürfte sowieso keiner bei ihnen anlegen. Die Szene, die sich danach abspielte, kann so meiner Ansicht nach auch nur in Deutschland stattfinden. Der Skipper einer der Segelyachten mischte sich in das Geschehen ein und bedachte den herbeigeeilten Eigner und seine Frau mit einer Reihe von Freundschaftsbekundungen, die ich hier lieber nicht wiedergebe. Auf meine Anfrage, dass wir gerne längsseits gehen wollten und was dagegen spräche, dass wir auch "stadtnah" liegen, kam nur die Antwort: "Da drüben am Steg ist noch genug Platz, ihr müsst dann halt etwas weiter laufen!" Noch irgendwelche Fragen????

Wir beließen es bei der Anfrage und gingen bei einer anderen Segelyacht längsseits, die am Steg beim Yachthafen lag. Ein Bummel über die Promenade und ein Eis beendeten diesen Tag.

mh


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Martin Heine/Segelcrew Ostsee
Last modified: Fri Aug 27 00:00:31 CEST 2004