Heute stößt ersteinmal Silke zu uns, so daß wir zu siebent sind. Sie kommt noch rechtzeitig zum Frühstück an, ist aber völlig müde und geschafft. Nach einer kleinen Stärkung und mit Blick auf die Sturmwarnung und das aktuelle Wetter bleibt sie dann aber doch lieber wach und legt sich nicht während unseres heutigen Trips in Richtung Kopenhagen in die Koje. Da irgendjemand Kanal 16 blockiert, fangen wir an, wegen der Öffnungszeiten für den Falsterbo Kanal rumzutelefonieren, erhalten aber dann noch die Info, daß man sich dort auf Kanal 73 erkundigen bzw. anmelden könne. Zu unserem Erstaunen erreichen wir auch auf diesem Kanal sofort den Brückenwärter und erfahren, daß die Brücke nach Bedarf geöffnet wird und wir willkommen sind.
Zum Glück haben wir keine Probleme mit kreuzenden Fähren,
die laufen Trelleborg alle an, als wir das Fahrwasser bereits lange
hinter uns haben. Bei Wellen von ca. 1,50 Meter Höhe, die das
Boot oft ziemlich mitnehmen, und starkem bis stürmischem Wind
von Achtern erreichen wir die Einfahrt zum Falsterbo Kanal. Nach dem
Einbiegen in die Ansteuerrinne erwischen uns die Wellen von der Seite,
aber unser allgemeines Kontrollsystem, der Martin 2000 (öfter
mal Futter nachschieben, die Schiffsführung und Vorratsverwaltung
wird dann automatisch übernommen!), meistert auch diese
Situation gekonnt und wir fahren in den Kanal, bis zur Brücke,
die auch prompt nach der Anforderung per Funk geöffnet wird.
Nach dem Durchfahren sehen wir den riesigen Auto-Stau, den wir
dadurch erzeugt haben.
Gleich nach dem Kanal geht die Fahrt weiter durch die trotz der
Abdeckung aufgewühlte See in Richtung Kopenhagen. Am Horizont
sehen wir die riesigen Betonpfeiler des Brückenbaus, der
irgendwann Schweden und Dänemark verbinden wird. Wir folgen
der Baggerrinne und fahren - in gebührendem Abstand natürlich -
noch einige Zeit entlang der Baustelle, ehe wir in die Fahrrinne
nach Kopenhagen einbiegen, zusammen mit zwei großen Frachtern.
Vorher ist schon eine von den schnellen Katamaran-Fähren hinter
uns vorbeigeschossen. Nach wenigen Meilen schon verlassen wir
allerdings die enge Rinne und steuern auf die Hafeneinfahrt von
Kopenhagen zu, in der wir ständig die Tragflächenboote
verschwinden sehen. Neben uns tut sich die fast karibisch anmutende
Inselwelt auf.
Unser Liegeplatz in Kopenhagen ist eng zwischen zwei anderen Booten in einem Platz, der eigentlich nicht für Gastlieger vorgesehen ist, der uns aber dennoch vom Hafenmeister zugewiesen wurde. Wir sind keine 100 Meter von der berühmten Meerjungfrau entfernt, doch zuerst werden die Gegebenheiten des Liegeplatzes erkundet und das Schiff aufklariert, bevor wir alle auf einen Spaziergang durch die Kopenhagener Innenstadt gehen, der uns auch sogleich an der Schönen aus der See vorbeiführt und danach durch einen Park und weiter am Ufer entlang, an französischen Kriegsschiffen vorbei und einer Luxusmotoryacht aus Southhampton sowie diversen alten Seglern.
Dann schlendern wir durchdie Stadt auf der Suche nach einem
Restaurant und entdecken so nebenbei auch noch schöne
Teile Kopenhagens, bevor wir ein geeignetes Restaurant finden,
in dem wir unseren Martin 2000 mit Spareribs nachfüllen
können und auch sonst alle gut zuschlagen. Kein billiges
Hobby in Dänemark, aber keiner von uns macht sich darum
einen Kopf, denn wir sind ja schließlich im Urlaub.
