Bornholm und Schweden '98

Reisebericht

10. Tag: Montag, 01.06.1998

Fotoalbum

Da Pfingstmontag ist und keine Geschäfte offen haben, können wir nicht einkaufen, sondern segeln nach dem Frühstück sofort in Richtung Rödvig los. Eigentlich sollte die Fahrt ja vielleicht sogar bis Klintholm Havn gehen, aber wegen des wenigen Windes und der extrem weiten Strecke bis Mön, wo Klintholm Havn liegt, ist schnell die Entscheidung für Rödvig gefallen. Mit etwas aufkreuzen gelangen wir schon nach wenigen Stunden an die große Brückenbaustelle zwischen Schweden und Dänemark. Wir kreuzen in einem Tonnenstrich von nicht mehr als 50 Meter Breite zwischen den riesigen Betonpfählen hindurch und beobachten die Arbeiten.

Der Wind frischt etwas auf und die Richtung ist so, daß wir zumindest mit nur einigen Holeschlägen auskommen können und vor allem der dänischen Küste näher kommen. Bestürzt stellen wir gähnende Leere in unserem Kühlschrank fest und fangen sicherheitshalber an, die noch reichlich vorhanden Vorräte an Schokolade und Gummibärchen anzugehen. Nachdem nach der vielen Übung Seekrankheit für die meisten an Bord kein Problem darstellt, waren wohl einige nach der Nasch-Orgie aus anderen Gründen kurz vor dem Lee-Gang. Die letzten Salami- und Käse-Stückchen retteten uns dann aber dennoch vor Überzuckerung und dem Hungertod. Statt Essen, wurden nun erstmal massivst Getränke kalt gestellt. Unser zum Früstück gegründetes Männerkommitee (Sascha nämlich) sorgte auch für einigen Spaß und hatte wohl vor allem durch die geringe Zahl an anwesenden Frauen ein gewisses Glück. Die Winde drehten immermehr in eine günstige Richtung. Die Brückenbaustelle verschwand immer weiter im Dunst und wir überquerten abermals die die schwedisch-dänische Grenze.

Aufgrund der Erfahrungen mit fehlenden Gastlandsflaggen hatte heute dann Micha die ehrenvolle Aufgabe, das Fähnchen zu wechseln. Zwar bekamen wir schlußendlich unsere Flagge sofort nach dem Wechsel zum Einsortieren gereicht, dennoch mußten wir eine ganze Weile drauf warten (so zehn Minuten wird es wohl gedauert haben). Aber Zeit hatten wir ja alle mehr als genug an diesem Tag, der Törn war schließlich lang genug. Vor Rödvig war die Fahrt auch eher unspektakulär, es war vielmehr die Entspannung zu spüren, endlich einem Hafen näher zu kommen und damit auch den Einkaufsmöglichkeiten, um unsere zur Neige gegangenen Vorräte am nächsten Tag auffrischen zu können. Allerdings sichteten wir einige Meilen vor dem Hafen einen anderen Segler, der offensichtlich auch Rödvig ansteuerte und in uns erwachte der Regattageist und wir setzten alles daran, vor dem anderen im Hafen zu sein. Das gelang uns auch und wir hatten das Glück, so den letzten brauchbaren Liegeplatz zu ergattern. Unser Konkurrent musste sich mit einem Platz an der Tankstelle abgeben. So wurden nach der Ankunft nicht nur die Hafenanlagen, sondern auch der Weg zum Supermarkt inspiziert, was mit einem kleinen Stadtrundgang verbunden war, zu dem aber nur Martin, Micha und Oliver aufbrachen.

Der Abend wurde durch ein Essen aus Dosen ("Feuertopf") abgerundet, dessen Konsistenz und Geschmack von eher fraglicher Natur waren, so daß ein Nachtisch aus (Dosen-)Früchten fällig wurde. Über das (angebliche...) Essen wurde viel geschmunzelt, ebenso über ein Getränk namens "Apfelsinen Gelb", was eine Neongelbe Farbe aufwies und eher nicht nach Orangen schmeckte, was der Name eigentlich hätte suggerieren sollen. So wurde zwar nicht die Qualität des Abendbrotes, wohl aber der Fun-Faktor an Bord gesteigert.


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