Martin und Silke beginnen den Tag früh und widmen sich der
Aufbesserung des erbärmlichen Bildes, das unser Kühlschrank
sowie diverse Vorratsecken abgaben. Zudem wurde noch frischer Fisch
beschafft. Nach dem Frühstück ging es dann also auch bald
los, 30 Meilen nach Mön, teilweise zu kreuzen. Zunächst
ersparten wir uns allerdings das Kreuzen, indem wir bei einer
Geschwindigkeit von nicht ganz eineinhalb Knoten für ein
paar unruhige Stunden die Maschine anwarfen, um noch im Hellen
anzukommen.
Die Sonne schien die ganze Zeit und irgendwann frischte auch der
Wind wieder auf, als wir den Nordteil von Mön schon in
Sichtweite hatten. So konnten wir dann mit einigen gezielt gut
ausgerechneten Schlägen - unser Finanzminister versuchte
sich heute als Navigator - doch noch um die Halbinsel herumkreuzen.
Einige andere Segler wußten wohl mehr als wir uns gingen weiter unter Land, um abzukürzen und sicher auch, um die schönen Kreidefelsen zu beobachten, die wir leider nur aus der Ferne im Dunst sehen konnten, da unsere Seekarte von Steinen und Pfählen unter der Wasseroberfläche sprach, deren Existenz wir nicht unbedingt beweisen wollten.
Erst nach einem Spikurs, als wir in den ausgemessenen "Trichter"
ohne Stellnetze vor Klintholm Havn einbogen, hatten wir ein
geeignetes Opfer für unsere Regattaambitionen gefunden,
einen Segler, der einige hundert Meter vor uns fuhr. Also wurde
getrimmt und das letzte aus der recht schnellen Mystery heraus
gesegelt und wir schafften es, den Konkurrenten zu überholen.
Dann kam noch unser All-in-one-Manöver, bei dem wir die Genua
und das Groß gleichzeitig bargen, den Motor anwarfen und in
einem Dreh dann schon wieder auf Kurs waren - und schon war unser
Konkurrent weiter abgehängt, als er uns vorher voraus gewesen
war.
Auch unser Anlegemanöver war von äußerster
Zielstrebigkeit und exakter Eleganz geprägt. Martin steuerte
die Mystery so schnell an den Steg und vor ein anderes Boot,
daß wir bereits den Landstrom eingeschaltet hatten, bevor
die erschreckten Hintermänner aus ihrer Kajüte
gekommen waren (und wenn's nicht ganz wahr ist, dann ist es doch
wenigstens gut erzähltes Seemannsgarn). Nicht ganz so
schnell, dafür aber unter weit mehr Aufmerksamkeit von fast
allen Booten im Hafen, legte dann noch ein luxoriöser
Großsegler an der äußeren Mole an. Martin,
Michi und Oliver ließen es sich natürlich nicht nehmen,
bei einem kleinen Spaziergang durch den Hafen den selbigen noch
einmal aus der Nähe zu betrachten.
Mit einem ausgiebigen Gang in die Hafensauna und einem sehr guten Fischessen (Seelachs) fand dieser Tag dann einen gelungenen Abschluß. Lediglich die Etappe nach Darßer Ort am Folgetag wurde noch schnell geplant.