Bornholm und Schweden '98

Reisebericht

11. Tag: Dienstag, 02.06.1998

Fotoalbum

Martin und Silke beginnen den Tag früh und widmen sich der Aufbesserung des erbärmlichen Bildes, das unser Kühlschrank sowie diverse Vorratsecken abgaben. Zudem wurde noch frischer Fisch beschafft. Nach dem Frühstück ging es dann also auch bald los, 30 Meilen nach Mön, teilweise zu kreuzen. Zunächst ersparten wir uns allerdings das Kreuzen, indem wir bei einer Geschwindigkeit von nicht ganz eineinhalb Knoten für ein paar unruhige Stunden die Maschine anwarfen, um noch im Hellen anzukommen. Die Sonne schien die ganze Zeit und irgendwann frischte auch der Wind wieder auf, als wir den Nordteil von Mön schon in Sichtweite hatten. So konnten wir dann mit einigen gezielt gut ausgerechneten Schlägen - unser Finanzminister versuchte sich heute als Navigator - doch noch um die Halbinsel herumkreuzen.

Einige andere Segler wußten wohl mehr als wir uns gingen weiter unter Land, um abzukürzen und sicher auch, um die schönen Kreidefelsen zu beobachten, die wir leider nur aus der Ferne im Dunst sehen konnten, da unsere Seekarte von Steinen und Pfählen unter der Wasseroberfläche sprach, deren Existenz wir nicht unbedingt beweisen wollten.

Erst nach einem Spikurs, als wir in den ausgemessenen "Trichter" ohne Stellnetze vor Klintholm Havn einbogen, hatten wir ein geeignetes Opfer für unsere Regattaambitionen gefunden, einen Segler, der einige hundert Meter vor uns fuhr. Also wurde getrimmt und das letzte aus der recht schnellen Mystery heraus gesegelt und wir schafften es, den Konkurrenten zu überholen. Dann kam noch unser All-in-one-Manöver, bei dem wir die Genua und das Groß gleichzeitig bargen, den Motor anwarfen und in einem Dreh dann schon wieder auf Kurs waren - und schon war unser Konkurrent weiter abgehängt, als er uns vorher voraus gewesen war.

Auch unser Anlegemanöver war von äußerster Zielstrebigkeit und exakter Eleganz geprägt. Martin steuerte die Mystery so schnell an den Steg und vor ein anderes Boot, daß wir bereits den Landstrom eingeschaltet hatten, bevor die erschreckten Hintermänner aus ihrer Kajüte gekommen waren (und wenn's nicht ganz wahr ist, dann ist es doch wenigstens gut erzähltes Seemannsgarn). Nicht ganz so schnell, dafür aber unter weit mehr Aufmerksamkeit von fast allen Booten im Hafen, legte dann noch ein luxoriöser Großsegler an der äußeren Mole an. Martin, Michi und Oliver ließen es sich natürlich nicht nehmen, bei einem kleinen Spaziergang durch den Hafen den selbigen noch einmal aus der Nähe zu betrachten.

Mit einem ausgiebigen Gang in die Hafensauna und einem sehr guten Fischessen (Seelachs) fand dieser Tag dann einen gelungenen Abschluß. Lediglich die Etappe nach Darßer Ort am Folgetag wurde noch schnell geplant.


Weiter zum 12. Tag oder zum Überblick
© by ob