Da wir nach dem Frühstück noch einige Zeit auf die
Öffnung der Brücke zwischen Stralsund und Rügen
warten mußten, war noch ein wenig Zeit - so eine Stunde -
für einen Stadtrundgang. Oliver und Silke nutzten die
Zeit lieber, um zu duschen und schon ein wenig Ordnung in die
eigenen Sachen zu bringen, der letzte Tag fordert seine Tribute.
Und so verging die Zeit bis kurz nach 12 recht ruhig.
Das Boot war klar und die Leinen los und so standen wir einige Zeit zu
früh vor der Klapbrücke, etwa 20 Minuten. Wir waren dennoch
nicht die ersten und es wurden immer mehr Schiffe, die sich vor der
Brücke sammelten.
Kurz vor der
Öffnung setzten wir dann die Genua, um die Brücke unter Segeln
zu durchqueren. Einerseits wegen des Spaßes, vielleicht auch
seglerische Eitelkeit, aber auch, weil wir dann Vorfahrt vor den meisten
anderen erhielten. Und so kamen wir pünktlich zur Freigabe der
Durchfahrt vorne an und segelten, begeleitet vom aus Lautsprechern neben
einem Kiosk nahe der Brücke schallenden "Nimm mich mit Kapitän
auf die Reise", fast als erste durch die Enge, hinter uns eine Armada von
Seglern und Motorbooten.
Dem Greifswalder Bodden entgegen konnten wir erst eine gute
Zeit vor dem Wind segeln, doch die Strecke macht Biegungen, der
Wind drehte und so mußten wir am Ende dann doch zwischen
den flachen Ufern im Fahrwasser in den Bodden kreuzen. Aber
dank eifriger Mitstreiter, die sich offensichtlich auf eine
kleine Regatta mit uns eingelassen hatten und der angenehmen
Sonne machte uns dieser letzte Tag noch einmal so richtig
Spaß und alle schmiedeten schon Pläne für das
nächste Jahr. Michi und Oliver faßten die notwendigen
Scheine ja schon länger ins Auge. Wenn was aus den
Bemühungen wird, dann werden wir vielleicht sogar mal mit
zwei oder drei Schiffen gemeinsam einen Törn wagen.
Vielleicht sind wir nächstes Jahr auch im Mittelmeer.
Die Gedanken schweifen um die Zukunft und keiner will an den
drohenden Alltag denken, der ihn bald erwartet.
Wir sind gegen 18 Uhr am Kanal zum Yachthafen in Wiek Ladebow.
Leider ein klein wenig zu spät und so müssen wir auf
zweite Klappbrücke an diesem Tag fast eine Stunde warten,
die wir nutzen, um das Boot zu reinigen und sie meisten
persönlichen Dinge endgültig in den Taschen zu
verstauen. Man könnte fast meinen, eine etwas bedrückte
Stimmung wahrzunehmen, ob der Tatsache, daß die letzten
zwei Wochen wie im Fluge vergingen und nun vorbei sind.
Nach der Durchfahrt kommt auch bald der Hafen in Sicht und es wird rein Schiff gemacht. Die Übergabe kann endgültig erst am Samstag erfolgen, da der Rumpf noch vom Taucher, der immer Samstag kommt, abgetaucht werden muß. Martin, Silke und Oliver bleiben also noch eine weitere Nacht an Bord, Michi, Micha und Sascha fahren nach einem guten Abendessen im Restaurant auf dem Gelände in Richtung Berlin.

An Bord passiert nicht mehr viel. Notdürftig werden noch einmal die drei Schlafsäcke an ihren "angestammten" Plätzen ausgerollt und wir sitzen noch ein wenig zusammen, lesen, reflektieren über den Törn und horchen dem Prasseln des Regens auf dem Deck. Ab und zu blitzt es.
Am nächsten Tag werden die restlichen Dinge von Bord gebracht, der Taucher kommt auch bald und wir frühstücken noch kurz im Restaurant. Danach geht's dann im Auto endgültig nach Haus. Ein wunderbarer Törn und zwei Wochen mit einer super Crew liegen hinter uns.
Danke, an alle die mit dabei waren und auch an die, die im Netz die Reise verfolgt haben und durch ihre positive Reaktion bei der Erstellung dieses Tagebuches geholfen haben!