Die Idee

Nachdem wir auf unseren letzten Törns etliche Häfen an der dänischen und schwedischen Ostseeküste besucht haben, reifte in uns der Wunsch nach ferneren Zielen. Das Mittelmeer mit seinem klaren Wasser und immer scheinender Sonne (wenn man den Prospekten glaubt) schien uns eine Reise wert. Auf der Hanseboot wollten Olli, Micha und ich uns bei den Vercharterern nach geeigneten Booten umsehen. Gierig wurde jeder Törnbericht aus diesen Revier, dem wir habhaft werden konnten, verschlungen. Doch je mehr wir lasen, um so mehr Zweifel kamen uns, ob das Mittelmeer denn wirklich das richtige Revier für uns ist. Des öfteren war in den Berichten von dem schlechten Zustand der Schiffe zu lesen und von Wetterumschlägen, die Mensch und Material bis auf das Äußerste beanspruchten. Wir kamen überein, erstmal einen Törn mit einem Skipper im Mittelmeer zu unternehmen, bevor wir uns an die Bare-boat-Charter heranwagen.
Letztes Jahr hatten wir uns eigentlich vorgenommen, den Schwedischen Schären einen Besuch abzustatten, was sich jedoch nicht realisieren ließ. Damit wir mit unserem neuen Anlauf nicht wieder Schiffbruch erleiden, gab es nur eine Lösung, ein One-way-Törn mit Crewwechsel in Stockholm mußte organisiert werden. Unsere anfängliche Idee mit Hilfe der Vercharterer eine zweite Crew zu finden, die sich ein ähnliches Ziel gesetzt hatte verwarfen wir bald wieder. Die Anworten reichten von "Nicht durchführbar!" bis zu " ..sehr unwahrscheinlich!". Auch die Lösung, das Schiff in 2 Wochen bis nach Stockholm zu segeln und vom Vercharterer rücküberführen zu lassen kam aus Kostengründen nicht in Frage.
Während wir schon kurz davor waren unseren Plan aufzugeben, malten Olli, Micha und ich uns in unserer Phantasie aus, wie es wäre den Törn auf 3 Wochen auszudehnen. Eine Woche sollte Segeln pur sein, um das Schiff soweit wie möglich nach Norden zu bringen. Die restlichen 2 Wochen zum Genießen des Revieres. Die Angebote, die uns die Vercharterer nun machten sorgten sehr bald dafür, daß aus der Phantasie Realität wurde. Im Laufe des Winters gelang es uns genug Leute für diesen Törn zu begeistern, was zur Folge hatte, daß das Schiff bald ausgebucht war. Leider mußte Olli aus beruflichen Gründen auf die erste Woche verzichten. Jedoch gelang es Micha Julia für die 3 Wochen zu verpflichten, so daß wir eine "Stammcrew" von 3 Leuten bildeten.