Ostsee Fruehjahr 2003

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Tag 3 - 01.06.2003

"Untonnentiefen" Tag

Zitat des Tages: "Der Wind kommt aus der roten Tonne" (Astrid)

Capitain Andi

Heute sollte der erste Tag unter Segeln werden. Morgens um kurz nach sieben weckte Astrid das gesamte Boot mit einem "Guten Morgen, ihr Süssen", was erstaunlicherweise sehr schnelle Reaktionen hervorrief. Fast die komplette Crew war sehr schnell auf den Beinen und überfiel die Waschräume. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit frischen Brötchen und dem anschliessenden Schmieren der Stullen für den Tag, war noch ein Segelbriefing angesagt. Astrid erklärte uns noch die Kurse, die so ein Segelschiff fahren kann, dann wurde mit dem Klarmachen des Schiffs begonnen.

Das Klarmachen und der Sicherheitscheck des Schiffs war geschafft, nun sollte das erste Ablegemanöver gefahren werden. Obwohl die meisten so etwas noch nie gemacht haten, kam keine grosse Hektik auf und alles ging glatt. Nachdem wir die Marina verlassen hatten, konnte endlich Segel gesetzt werden.

Unser schützender Engel Astrid und Mandy am Steuer

Olli hatte die Anemos II sicher aus dem Hafen gefahren, nun wurden die Segel gesetzt. Gleichzeitig kam es zu einer 'Wachablösung', Andi übernahm das Steuer und Thomas verschwand unter Deck um in die Geheimnisse der Navigation eingeweiht zu werden. Astrid turnte von oben nach unten und zurück und überwachte die Navi und die Segler. Dank süd-östlichem Wind kreuzten wir durch die Flensburger Förde. Nach etwa zwei Stunden gab es einen erneuten Wachwechsel.

Nun übernahm Mandy das Steuer und Verena die Navi. Es wurde weiter gekreuzt, bis in einem letzten längeren Schlag gen Sønderborg gesegelt werden konnte. Kurz vor Sønderborg hatte Mandy dann das Steuer an Thomas übergeben, weil ihr die Hände zu kalt wurden. Nun wurden die Segel eingeholt und unter Motor das letzte Stück bis zur Mole gefahren und seitlich angelegt. In Sønderborg wollten Thomas und Andi kurz Geld holen und Annette und Verena hatten vor, etwas ähnliches wie einen Supermarkt aufzusuchen. Doch erstaunlicherweise hatten an einem Sonntag auch in Dänemark die Geschäfte geschlossen. So spendierten sich die beiden ein Eis und gingen zurück zum Schiff.

Sonderborger Klappbrücke

Ein Blick auf die Anzeige der Klappbrücke sorgte für leichte Hektik an Bord, weil dort die Öffnung der Klappbrücke in 15 Minuten angezeigt wurde. Diesmal übernahm Verena kurz das Steuer, und fuhr ein bisschen durch den Hafen, bis die Brücke geöffnet wurde. Nach der Durchfahrt durch die Brücke übergab Verena das Steuer an Annette und verschwand wieder unter Deck, um weiter die Navigation zu machen. Etwa eine Stunde wurde unter Motor gefahren und fröhliches Tonnensuchen betrieben. Am Ende des Als Sund musste eine Mitteltonne umfahren werden, was zum wiederholten Mal zu einem Lachanfall von Verena sorgte, weil sie einfach nicht "Untiefentonne" sagen konnte und jedes Mal etwas von einer "Untonnentiefe" erzählte.

Nach passieren der Tonne und dem Einfahren in den Als Fjord konnten wieder Segel gesetzt werden. Um das Schiff richtig in den Wind zu legen wurde nach all den Wenden, die wir am Tag geübt hatten durch das Kreuzen, die erste Halse des Urlaubs gefahren. Dank der klaren Anweisungen ging dies vollkommen glatt und der Motor konnte endlich wieder ausgemacht werden. Nach einiger Zeit wurden auch Annettes Hände zu kalt und sie übergab nach einem Raumschotkurs Olli das Steuer, welcher dann einen Vorwindkurs gen Stegsvig eingeschlagen hat. Dort sollte dann Richtung Dyvig abgebogen werden. In der Stegsvig wurde die 10-Meter-Linie als Wendepunkt abgesetzt, was wieder zu häufigeren Wenden führte. Schliesslich musste für die sehr enge Einfahrt Richtung Dyvig doch der Motor angemacht werden und vorsichtig zwischen den grünen und roten Markierungen durchgefahren werden.

Dieses Mal mussten wir mit dem Bug anlegen, trotz einiger Hektik ging auch dieses ohne grössere Probleme vonstatten, auch dank der Hilfe vom Nachbarboot. Einige Probleme machte noch der Landanschluss, der erst ausgetestet werden musste. Doch nach Überwindung dieser Schwierigkeit konnte mit dem Kochen begonnen werden.

Für Amüsement sorgte ein Kommentar vom Nachbarschiff, als Verena und Mandy den grossen Topf, der durch das nachmittägliche Nudelnbraten etwas angebrannt war, mit zwei Leinen am Schiff versenkten. Die Frage, ob mit dem Hafenwasser gekocht werden sollte, verneinten die beiden überrascht, weil nur der Topf über Nacht eingeweicht werden sollte. Das ungläublige Staunen auf dem Nachbarschiff ignorierten die beiden dann, konnten jedoch den Spruch 'Die werden es auch noch lernen, dass das so nicht geht, das gehört zum Erwachsen werden dazu' nicht überhören und verschwanden amüsiert unter Deck.

Die Kartoffeln wurden aufgesetzt und Annette und Verena verschwanden in den Duschen. Nach dem Rückkehr legte sich Annette kurz in die Koje und Verena döste leicht in der Messe. Thomas deckte solange den Tisch, während Astrid sich um Andrew kümmerte, der mit Kopfschmerzen in der Koje lag. Endlich waren die Kartoffeln gut und es konnte gegessen werden.

Kartoffeln mit Quark

Kartoffeln mit Quark
  • Kartoffeln
  • 1,5 kg Quark
  • Gewürze
  1. Kartoffeln kochen
  2. Quark mit Gewürzen würzen
  3. Vielleicht etwas Magarine und Salz auf die Kartoffeln geben, diese bei Bedarf pellen


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Verena Diehm/Segelcrew Ostsee
Last modified: Sun Jun 8 17:59:30 CEST 2003