Ostsee Fruehjahr 2003

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Tag 4 - 02.06.2003

Zitat des Tages: "Glühwürmchen sind Fliegen, die in die Brennesseln gefallen sind" (Olli)

Heute waren Verena und Annette sogar vor dem Weckruf von Astrid wach. Nach dem Besuch der Sanitäranlagen wurden sie losgeschickt, um Brötchen, Kaffeefilter und Frischhaltefolie zu besorgen. Der zunächst kurze Spaziergang zum Kiosk wurde nach einem Blick auf die Öffnungszeiten (8.30, es war 7.30) spontan verlängert und ein Besuch des nächsten Dorfs ins Auge gefasst. Dieses war schnell erreicht, doch konnte beim besten Willen kein Geschäft gefunden werden, was zu einiger Irritation führte. Schliesslich drehten die beiden doch um. Gegen 8.20 wieder am Kiosk angekommen stellten sie fest, daß dieser schon offen hatte und besorgten 15 Brötchen und eine Packung Kaffeefilter. Nun konnte das Frühstück endlich beginnen.

Kartoffelsäcke?

Nachdem auch dem Hafenmeister die Hafengebühr bezahlt worden war, den Verena durch den Spaziergang verpasst hatte, konnte endlich klar Schiff gemacht und wieder ausgelaufen werden. Doch erst mussten der Bericht, das Logbuch und die Naviplanung gemacht werden. Heute würden wir einen längeren Weg fahren, das Ziel sollte Lyø sein.

Andi fuhr die Anemos II unter Motor aus dem Hafen und durch den Tonnenstrich, so daß Segel gesetzt werden konnten. Da wir durchaus nicht wenig Wind hatten, beschloß Astrid, daß wir direkt mit dem ersten Reff fahren würden. Nun erklärte uns unser schützender Engel, wie genau man das Segel einrefft. Nach dem das Gross gesetzt war, wurde noch die Genua gesetzt, diese jedoch nicht vollständig ausgerollt. Nun konnte es unter Segeln endlich weiter gehen. Mandy verschwand unter Deck, um für unsere Navigation zu sorgen.

Engel Astrid

Nach zwei Stunden tauchte Mandy wieder auf Deck auf, etwas blass um die Nase und beschloss lieber an Deck zu bleiben. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir nicht wenig Wind und Welle, so dass wir unsere heutige Spitzengeschwindigkeit von 8,5 Knoten mit starken Am-Wind-Kurs fahren konnten. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Crew auch schon etwas wetterfestere Kleidung und die Lifebelts angelegt, da der etwas rauere Seegang doch für leichtes Unwohlsein und Unbehagen in der Crew sorgte.

Schliesslich wurde beschlossen, dass die Genua weiter geöffnet werden könnte, da unser Speed etwas nachgelassen hatte und Verena übernahm das Steuer. Gleichzeitig kam es zu einer leichten Kurskorrektur. Thomas, Olli und Mandy beobachteten einen Tümmler, den Verena am Steuer nicht sehen konnte. Annette verschwand unter Deck und tauchte im Verlauf des Tages nur kurz wieder auf. Das obligatorische Opfer an Neptun wurde auch vollzogen, danach ging es Thomas zum Glück wieder besser. Verena testete die Krängung des Schiffs aus, sie schaffte es, die Rückenpolster der Sitzecke auf den Boden der Messe zu befördern. Nach etwa 2-3 Stunden jedoch und einer weiteren leichten Kurskorrektur am Leuchturm konnte sie das Schiff jedoch nicht mehr vernünftig steuern und gab den Befehl zum Verkleinern der Genua. Doch selbst dies führte nicht wirklich zu einer Verbesserung des Schiffverhaltens, so dass sie das Ruder an Olli abgab.

Zitat Olli: Verena, heiss auf die Katze

Auch Olli konnte das Boot nicht wirklich ruhiger halten, es war jedoch schon eine enorme Verbesserung zu Verenas krampfhaften Versuchen. Der starke Wellengang (bis zu einem Meter) und eine Windstärke von 5-6 sorgten nun dafür, dass auch Verena unter Deck verschwand und bis kurz vor dem Anlegen auf Lyø nicht mehr auftauchte.

Es kam zu einem weiteren Opfer an Neptun, dieses Mal wurde ihm eine Mohrrübe geopfert. Olli steuerte das Schiff bis kurz vor Lyø. Es kam zu einigen Wenden, bei denen Astrid immer kurz vorher Annette wecken musste, da diese in der Koje mit den Kisten lag. Vor Lyø tauschten Olli und Thomas nochmal Positionen und Astrid musste Verena und Annette endgültig aufwecken, damit diese beim Anlegen helfen konnten.

Thomas und Annette gehts wieder gut

Mehr oder weniger fit und wach lauschten alle Astrids Erklärungen fürs Anlegemanöver. Es sollte endweder einmal an backbord längsseits angelegt werden oder sich mit dem Bug an einem Dalben hängend rückwärts eingeparkt werden. Der Hafen von Lyø ist sehr eng, so dass nicht viel Wahl blieb. Doch stellten wir beim Einlaufen fest, dass noch eine Box frei war und änderten unsere Pläne spontan um und landeten mit dem Bug an. Wir testeten den Holzsteg erfolgreich auf seine Federwirkung und wurden vom Hafenmeister dennoch freundlich begrüsst. Extra für uns hatte er den Steg einen Tag vorher repariert. Nun konnte die Hafengebühr entrichtet und die Brötchen bestellt werden. Andi, Annette und Verena kamen auch langsam wieder zu sich, Verena hat der Kontakt zur heimischen Tierwelt besonders gut getan.

Astrid und Andrew blieben an Board, der Rest beschloss vor dem Abendessen noch eine Stunde spazieren zu gehen. Währenddessen testete Mandy ob die heimische Pflanzenwelt etwas gegen ihre nicht vorhandene Gicht tun könnte. Am Ende des Spaziergangs wieder an Bord angekommen, wurde das Nudelwasser aufgesetzt und die Sossen vorbereitet. Heute gabs zum Essen ein Glas Wein, doch nur Astrid und Thomas waren zu mehr als einem Drittel Glas Wein bereit.

Nach dem Essen verschwanden recht schnell alle in ihren Kojen und es wurde sehr schnell ruhig.

Nudeln mit Tomaten oder Sahne-Schinkensosse

Nudeln mit Tomaten oder Sahne-Schinkensosse
  • 2 kg Nudeln
  • Sahne (5 * 200g)
  • Kochschinken (2 Päckchen)
  • Tomatenpüree (2 * 500 g Tetrapacks)
  • Kräuter
  • Gewürze
  • Mehl
  1. Nudeln nach Anleitung kochen
  2. Tomatenpüree würzen und kochen
  3. Schinken kleinscheiden und mit der Sahne aufkochen. Mehl mit Wasser anrühren und in die Sahne geben. Vorsichtig rühren und alles würzen.

Nächster Tag


Verena Diehm/Segelcrew Ostsee
Last modified: Sun Jun 8 18:05:53 CEST 2003