Ostsee Fruehjahr 2003

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Tag 8 - 06.06.2003

Olli am Frühstückstisch

Zitat des Tages: Olli hat Hunger. Verena: "Dann mach Dir doch den Topf heiss" Annette:"Der schmeckt aber nicht"

Auf besonderen Wunsch von Astrid wird jetzt erwähnt, dass Annette und Verena heute morgen lange vor der allgemeinen Weckzeit (auf etwa 7.30 angesetzt), nämlich um 6.45, aufgestanden sind. (Ans Labor, Verena kanns doch ;)) Die beiden konnten einfach nicht mehr schlafen und beschlossen duschen zu gehen und danach mal zu gucken wie wach die Crew inzwischen geworden war. Gut gelaunt und frisch geduscht hüpften sie mit einem "Guten Morgen, ihr Süssen" (Astrids Weckspruch) wieder ins Boot. Auch der Rest der Crew zeigte nun langsam Lebenszeichen. Olli wurde vorsichtig geweckt, und wanderte mit seinem Schlafsack zum Frühstückstisch, wobei wir ihn gemeinerweise fotografierten.

Nach dem Frühstück beschlossen Annette und Verena einen Supermarkt aufzusuchen, da beide stark unter Sonnenallergie litten und deswegen Calcium zu sich nehmen wollten. Der Spaziergang tat beiden ganz gut, auch wenn der Supermarkt keine Calciumtabetten hatte und deswegen die nächste Drogerie angesteuert wurde. Das Gespräch mit der netten Verkäuferin sorgte dafür, dass Calcium und Vitamin E gekauft wurden. In einem nahen Sportladen kaufte Verena neue Badeschuhe, da ihre in einer der Duschen spontan zerfallen war. Auch die noch fehlenden Postkarten wurden besorgt und dann umgedreht. In einem Delikatessenladen kauften Verena und Annette noch Netze mit Schokoladenfischen für Astrid und überraschten sie damit.

Die allmorgendliche Törnbesprechung ging diesen Morgen extrem schnell zu Ende, da klar war, dass die Marina Minde das Ziel sein musste. Die beiden Sonnenallergikerinnen nahmen ihre 'Placebos' und verstauten noch fix die letzten Sachen seefest. Andi fuhr den Ablieger, der sich auf Grund der Windverhältnisse schwerer gestallte, als geplant. Der Wind drückte uns so stark ab, dass eine direkte Ausfahrt aus dem Hafen nicht möglich war, was aber dank Astrid für uns kein Problem darstellte. Sie sorgte dafür, dass wir an Bug eine Leine über einen Dalben warfen und uns gemütlich vom Wind in die richtige Richtung drücken liessen, so dass unsere Nase im Wind lag. Dann drückten Olli und Thomas das Schiff vom Dalben ab und wir konnten ausfahren. Astrid meinte, das waere die entspannteste Methode bei solchen Windverhältnissen abzulegen und man würden nicht zum Hafentheater werden.

Mandy in der Kiste

Schnell wurden Gross (im ersten Reff eingebunden) und Fock gesetzt. Unter Motor beschloss Verenas Magen doch noch mal rumzumotzen, was sich jedoch bald nach dem Setzen der Segel legte. Andi am Steuer legte wieder gut Speed vor und versuchte uns einen Teil des Deckputzens zu ersparen, dieses Mal wäre die backbord Seite dran gewesen. Doch klappte es nicht die Reeling durchs Wasser zu ziehen, obwohl wir durchaus wieder in die passenden Krängungsgrade gefahren waren.

Viel zu schnell waren wir an der Schwiegermuttertonne angekommen, was bedeutete, dass es leider langsam aber sicher vorbei war mit der schönen Segelei. Unser kurzes Race mit einem uns begleitenden Schiff gewannen wir locker, danach kamen wir in eine durch aus kniffelige Situation. Neben uns tauchte ein kleiner Segeler auf, an backbord, der uns ein Stück begleitete. Die Nähe bereitete uns doch einige Sorgen, aber da wir brav unseren Kurs hielten, gab es nicht viel, was wir hätten tun können. Doch dann hatten wir auch noch ein Schiff steuerbord, was wir somit als Überholer passieren würden. Plötzlich beschloss dieses steuerbord liegende Schiff einfach mal unseren Weg zu kreuzen. Leichte Panik in den Augen bestaunten wir dieses Manöver, doch schaffte dieses Schiff das locker. Somit waren wir wieder in der Rolle des Überholten und die zwei nun backbord liegenden Schiffe mussten unter sich ausmachen, was nun passieren würde. Endlich war die grüne Tonne passiert und wir konnten etwas abfallen. Was dann an dieser oder einer der nächsten Tonnen passierte sorgte bei uns für ungläubiges Erstaunen.

Ein unter Motor fahrendes Schiff kreuzte frech den Kurs eines der Segelschiffe neben uns und fuhr diesem einfach in den Weg. Es konnte grade noch so ausweichen, was es eigentlich laut Segelregeln nicht hätte tun müssen, da der mit Motor fahrende Segler keine Vorfahrt hatte. Uns tat das kleine Segelboot und seine Besatzung leid, so ein Verhalten auf See ist einfach extrem unsportlich.

Viel zu schnell in der Nähe der Marina angekommen mussten ein letztes Mal die Segel geborgen werden. Ausnahmsweise leicht unkoordiniert ging dies jedoch auch sehr schnell und es konnte Kurs auf die Hafeneinfahrt gelegt werden. Das Schwesterschiff der Anemos II, die Calypso, segelte an uns vorbei, auch für diese Crew war es der letzte Urlaubstag. Im Hafen angekommen fuhren wir wie immer mit dem Bug Richtung Steg. Die Besatzung des Nachbarschiffs, die Independence, stellte sich etwas an, als wir die Seerelingsstreben benutzten, um die Schiffe von einander abzudrücken, doch schliesslich waren wir gut und sicher angelegt. Nun warteten wir auf die Calypso, um Leinen anzunehmen und zur Not die Schiffe von einander abzudrücken. Diese hatte eine erschwerte Einfahrt in den Hafen, da wohl ein Gastsegler auf der Suche nach einer Box mehrmals frech durchs Hafenbecken kreuzte, immer in den Weg der Calypso. Zusätzlich fuhr noch jemand sein Schlauchboot durch die Gegend spazieren. Diese Crew war beim Anlegen mit dem Heck zum Steg etwas wirr und sie konnten unsere Hilfe durchaus gut gebrauchen.

Nun musste geputzt werden, aber erstmal wurde eine Teepause angeordnet. Die Zeit bis dahin nutzte Verena um schon einen Teil der Schapps leer zu räumen und der Rest besuchte die Toiletten. Der Ausstieg auf den Steg zeigte ungeahnte Höhenunterschiede, da die Stege recht niedrig waren und deswegen der Ausstieg auf denselben recht tief ging. Thomas als Gentleman half jedoch jederzeit den Ladies von Bord und unterstützte das Anbord klettern auch nach Kräften. Nun wurden noch ungeahnte Vorräte zum Tee oder Kaffee genossen, Waffeln und Puffreisschokolade, Obst und Süsskram. Dann verschwanden Olli und Thomas mit Mandy zu den Autos, um diese näher an den Hafen zu holen, was das Einpacken der ersten Taschen ungemein erleichtern würde. Zusätzlich wollten sie die leeren Kisten für die restlichen Vorräte an Bord holen. Annette fing an die ersten Gepäckstücke ins Cockpit zu laden, während Verena die letzten Vorräte aus Schapps suchte und Andi die Pütz und den Schrubber klar machte. Nachdem Olli, Thomas und Mandy mit den Kisten zurück gekehrt waren, konnten die Reste verpackt werden, erstaunlicherweise kaum Konservendosen. Die Gemüsekonservendosen waren zusammen mit dem restlichen frischen Gemüse schon im Resteessenstopf gelandet, in den noch die angebratenen Wienerwürstchenstücke kommen sollten. Mandy bewaffnete sich mit ihren Gummistiefeln und fing an, Andi beim putzen des Schiffs von aussen zu helfen. Verena gab die vorgepackten Kisten wieder ans Deck zurück mit der Anweisung, diese bitte noch nicht zu verladen, da erst noch der Frühstückskram in eine extra Kiste umgepackt werden müsse.

Die Crew in der Messe, von links: Olli, Mandy, Andi, Thomas, Annette und Verena, quer überliegend Astrid

Nachdem auch dies erledigt war und alle Kisten und Gepäckstücke, die für diesen Abend nicht mehr benötigt wurden, in die Autos verladen waren, fing Verena an Annette im Schiff beim putzen zu helfen, während Olli und Thomas sich beim Putzen des Decks beteiligten. Zum Erstaunen von Astrid waren Verena und Annette jedoch wesentlich schneller mit dem Putzen innen fertig als die vier draussen und verschwanden aus ihrer Decksluke von Bord und unter die Duschen. Die anderen waren derweil beim Putzen der Backskisten angekommen und verfrachteten erstmal Mandy in den Kisten, da diese als Kleinste am einfachsten in diese klettern konnte. Sämtliche Leinen wurden neu aufgeschossen und der Grösse nach sortiert. Interessant gestaltete sich der Versuch unter der Rettungsinsel zu putzen. Dafür musste diese aus der Backskiste entfernt werden. Dies war nun ein schwierigeres Unterfangen, da die Insel noch original verpackt war. Nach einigen vergeblichen Versuchen und nach Rücksprache mit Astrid fragten Olli und Andi den Eigner des Schiffes, ob sie die Insel nicht einfach auspacken könnten, da es so einfach unmöglich wäre diese im Notfall schnell aus der Kiste zu holen. Da diese ja noch original verpackt war, meinte dieser, man könnte das ruhig so lassen. Auf Ollis nicht unbegründeten Einwand, dass, wenn die Insel mal nötig würde, es vermutlich niemand mehr ins Schiff ans Takelmesser schaffen würde, meinte er jedoch, dass die Insel dann eben doch vosichtig ausgepackt werden sollte, eigentlich wär ihm das egal.

Die Anleitung dieser Insel, zehn Punkte, sorgte für grosses Amüsement an Deck, da so eine Insel nur im allernötigsten Notfall verwendet werden sollte, wenn Gefahr für Leib und Seele und Boot besteht.

  1. Attach to a solid stationary object. Am besten wäre es wohl, sowas wie einen Leuchtturm zu suchen.
  2. Put on you life jacket Extrem gute Idee. Sowas tut man eigentlich doch etwas früher, oder?
  3. Throw out under the lee Wir haben sie kaum rausgezogen bekommen aus der Backskiste, alleine kann man sie nicht wirklich werfen. Vielleicht sollte man warten, bis das Schiff so stark unter Wasser ist, dass man die Kiste sanft ins Wasser gleiten lassen kann.

Die restlichen Punkte waren allerdings etwas sinnvoller.

Als Verena und Annette aus den Duschen sauber und erfrischt wieder am Schiff angekommen waren, versperrte ihnen Olli den Weg und meinte, das grade noch mit Süsswasser nachgespült werden würde. Das gespielt Entsetzte "Oh Gott, in unserem sauberen Schiff sind jetzt dreckige Leute?" tat er einfach ab. Es wäre niemand an Bord, ausser Astrid, die von Andi schlafen geschickt worden war. Genau in diesem Moment tauchte Mandy wieder an Deck auf. Doch, wo war Thomas? Auf dem Rückweg waren die beiden ihm nicht begegnet und an Deck selber war er nicht zu sehen. Es stellte sich heraus, dass er einfach von der Müdigkeit übermannt worden war und eingeschlafen war. Endlich blitzte und blinkte das ganze Schiff wie neu.

Mandy half Verena beim Bericht schreiben und lies sich später von Thomas erklären, wie man Logbuch schreibt. Nach und nach verschwanden alle in den Duschen und kamen entspannt und sauber und unkrümmelnd und unstaubig zurück und gammelten etwas an Deck rum. Irgendwann stellte Annette den Herd an und den Topf auf die Flamme fürs letzte Resteessen. Jeder der an diesem Topf vorbei kam, bekam die Anweisung doch einfach mal umzurühren. Irgendwann wurde beschlossen, dass das Essen warm genug ist und angefangen zu essen.

Als Nachtisch gab es Sveskegrød (Mandy: "Und als Nachtisch gibts schwarze Kröten") und dann wurde versucht ein halbwegs gutes Crewfoto hinzubekommen mit dem Selbstauslöser. Danach wurde noch ganz schnell gespült und ziemlich erledigt das letzte Mal in die Schlafsäcke gekrabbelt.

Resteessen

Resteessen
  • Reste des Chillis vom Vortag
  • Reste der Kartoffeln, kleingeschnibbelt
  • Paprika, kleingeschnibbelt
  • Zucchini, kleingeschnibbelt
  • Möhren, kleingeschnibbelt
  • Eine Dose Erbsen und Möhren
  • Mais
  • Kidney Bohnen
  • Wiener Würstchen
  • Gemüsebrühe
  • nach Geschmack würzen
  1. Alles kleingeschnitten in den Topf geben und gut umrühren.
  2. Würstchen kleingeschnitten anbraten.
  3. Würstchen zu dem Gemüse geben und alles würzen, dann ziehen lassen.

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Verena Diehm/Segelcrew Ostsee
Last modified: Sun Jun 8 18:03:07 CEST 2003