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Tag 3 - 16.05.2004
Burgtiefe - Spodsbjerg
Trotz der überfüllten Herrenduschen gelang es uns noch einiger Maßen früh auszulaufen. Im
Logbuch konnten wir um 09:30 Uhr vermerken "M an, Leinen los Burgtiefe". Unser Ziel hatten wir
lapidar mit Korsör oder vielleicht Kerteminde definiert, denn noch schwebte uns die Strecke
Rund Fünen vor. Die wollten wir mal schnell abreißen, bevor wir uns an das Üben der SKS-Manöver
machen...
Sobald als möglich setzten wir die Segel und verordneten den Diesel zur Untätigkeit. Wir kreuzten
so lange in Richtung Fehmarnsundbrücke, bis unsere Navi der Ansicht war, dass wir außerhalb des
Fahrwassers nicht mehr genügend Wasser vorfinden würden.
Also Genua runter, Motorkegel hoch und unter Maschine unter der Brücke durch. Hinter der Brücke
haben wir dann umgehend wieder die Segel gesetzt. Als Fehmarn steuerbord achteraus blieb kam die
Ansage von der Navi "Kurs 355 Grad". Noch hieß unser Ziel Kerteminde.
Doch je weiter der Tag fortschritt desto mehr klarer wurde uns, dass wir Kerteminde frühestens in
den Morgenstunden erreichen würden. Da die Crew noch nicht mit dem Boot vertraut war wollten wir
keine Nachtfahrt machen. Wir entschieden uns kleinere Brötchen zu backen und korrigierten unseren Kurs
und unser Etappenziel.
In der Landabdeckung von Langeland konnten wir mit moderaten Wellenverhältnissen rechnen, was Ideale
Bedingungen für ein Manövertraining verhieß.
Bei wenig Welle und moderaten Windverhältnissen genossen alle die Überfahrt. Jeder steuerte mal, um sich
mit den Reaktionen des Schiffes vertraut zu machen.
Bevor wir die Hafeneinfahrt von Spodsbjerg ansteuern konnten, galt es den Tiefwasserweg durch den Großen
Belt zu kreuzen, was aufgrund der hohen Verkehrsdichte wohl überlegt sein wollte. Nachdem wir die
"Kronprinzessin Ragnhild" auf ihrem Weg nach Oslo haben passieren lassen, konnten wir dieses Unterfangen
gefahrlos abschließen.
Endlich war der große Moment gekommen, an dem jeder ausprobieren konnte, wie die Manöver auf einem etwas
größeren Schiff von statten gehen. Um es vorwegzunehmen, wir haben es nicht übertrieben, die Winschen
mussten nicht gekühlt werden. Das heßt aber nicht, dass den Großschot- und den Genuatrimmern nicht warm
wurde! Es war also nicht verwunderlich, dass mit jedem weiteren Manöver irgendjemand seine Segeljacke oder
seinen Fleecepullover ablegte.
Nachdem jeder an Bord die komplette Manöverpalette (bis auf Boje über Bord) mindestens zweimal
durchgefahren hatte, begannen sich die Stimmen zu mehren, die dafür sprachen langsam den Hafen anzulaufen.
Lag es vielleicht daran, dass Thommy der Meinung war, durch das Fernglas die Öffnungszeiten des lokalen
Hot-Dog Standes erspäht zu haben??
Auf jeden Fall bargen wir die Segel und steuerten unseren Liegeplatz für die heutige Nacht an.
 
Wir hatten noch nicht mal alle Festmacher belegt, da waren Thommy, Dirk und Claudius auf dem Weg zum
Hot-Dog Stand. Dadurch waren wir in der Lage den üblichen Anlegerschluck in einen "Anleger Hot-Dog" zu
verwandeln, den sich die gesamte Crew sichtlich und hörbar (gefräßige Stille!) schmecken ließ. Wir hatten
unseren Snack noch nicht ganz verspeist, da lief auch unser Schwesterschiff ein.
Sie waren einige Zeit nach uns ausgelaufen, da sich bei ihnen ein eklatanter Mangel an Grundnahrungsmitteln
offenbart hatte. Auch sie entsandten sofort eine Abordnung, die die heimische Gastronomie tatkräftig
unterstützte.
Am Abend wurden dann erstmals die Skatkarten ausgepackt... Einige zogen es vor, den zu erwartenden "Duschstau"
am nächsten Morgen zu umgehen und zogen sich mit Duschmarken und sonstigem Zubehör bewaffnet in Richtung des
Waschhauses zurück.
mh
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