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Tag 5 - 18.05.2004
Korsoer - Spodsbjerg
Heute wollten wir das touristische Highlight des Törns einschieben und unter der Brücke über
den Großen Belt durchsegeln.
Zunächst verließen wir unter Maschine den Hafen von Korsör, um kurz hinter der Hafenausfahrt
die Segel zu setzen. Leider war das Wetter nicht mehr ganz so freundlich wie am Tag zuvor, dafür
hatten wir ausreichend Wind und konnten zur Brücke aufkreuzen.
Schon während des Kreuzen konnten wir anhand von Peilungen und Kursberechnungen feststellen, dass
wir es mit einem erheblichen Südstrom zu tun hatten. An den Fahrwassertonnen und in der Nähe der
Pylone und Ankerkästen konnte man dies sehr gut sehen.
Da wir damit rechnen mussten, das der Wind unter der Brücke unvorhersehbar dreht oder ganz ausbleibt,
entschlossen wir uns zur Sicherheit die Maschine mit laufen zu lassen. Sehr zu unserem Leidwesen blieb
in diesem Moment der Kühlwasserfluss aus. Eine sofort eingeleitete Fehlersuche ergab, dass eine Luftblase
im Ansaugschlauch die Ursache für den Kühlwassermangel war. Erst nach mehrmalligen Versuchen gelang es,
durch das Abschrauben des Wasserschlauches von der Pumpe und einer nahezu kompletten Demontage des
Seewasserfilters, die Leitung zu entlüften.
Für unser touristischen Höhepunkt kam dieser Reparaturerfolg leider zu spät. Kurz zuvor hatten wir uns
entschieden umzukehren, so dass wir, begünstigt durch den Schiebestrom, unserem Tagesziel Spodsbjerg mit
ca. 10 Knoten über Grund entgegen eilten. Aufgrund der Wettervorhersagen hatten wir uns entschieden wieder
nach Spodsbjerg zurück zu laufen. Für den nächsten Tag waren südwestliche Winde mit der Stärke 7-8
vorhergesagt. Da wir uns nicht in Zeitnot bringen wollten, was wir ohne Frage getan hätten, wenn wir noch
nach Kerteminde gesegelt wären.
So hatten wir noch einen Tag Luft und konnten ganz in Ruhe netscheiden, ob wir am nächsten Tag den Schlag
nach Burgtiefe in Agriff nehmen oder aber erst am darauffolgenden, wenn der Wind etwas abgeflaut hat.
So genossen wir die Ruhe auf der schnellen Fahrt nach Süden, die nur von dem einen oder
anderen Segelmanöver unterbrochen wurde.
Vor Spodsbjerg folgte bei wenig Welle noch das täglich Manövertraining, mit Wende, Halse, Beiliegen
und Boje über Bord. Am ende unserer Serie machten wir uns auf den Weg in Richtung Hafeneinfahrt, als
Dirk uns auf eine Boje im Wasser aufmerksam machte, die der unseres Schwesterschiffes zum verwechseln
ähnlich aussah. Nur war die Estima weit von dem Fundort der Boje entfernt. Wir nutzten die Gelgenheit
zu einem ungeplanten Boje über Bordmanöver und fischten die Boje aus dem Wasser. Eine kurze Rückfrage
bei der Estima ergab, dass sie die Boje wohl während einer sportlich gefahrenen Halse verloren und dies
erst sehr viel später bemerkt hatten. Somit war klar, dass die Hot-Dog Versorgung unserer Crew für diesen
Abend gesichert war.
Schon in Korsör hatten die Einkaufcrews der beiden Boote in Kenntniss der Infrastruktur um einige Kilo
an Grillgut erleichtert. So dauerte es nicht lange, bis die in Spodsbjerg vorhandenen Grillplätze mit
Kohle bestückt waren. Sobald die Kohlen durchgeglüht waren, wurde nach und nach das Grillgut (Bratwürste,
Steaks, Spieße und Maiskolben) auf dem Rost plaziert.
Auch wenn es eigentlich heißt "Segeln ist nur eine Alibifunktion", so waren wir doch nicht in der Lage
die eingekauften Mengen zu verspeisen. Denn neben dem Gegrillten gab es noch jede Menge Salate und und und.. .
Der Wind hatte, wie vorhergesagt, noch etwas aufgefrischt, was dazu führte, dass mit Sonnenuntergang die
Temperaturen in den Keller rutschten. Da wir alle nicht auf eine Winterexpedition eingerichtet waren, löste
sich die Runde recht schnell auf.
Auf den Schiffen bildten sich noch einzelne Gruppen, die entweder Skat spielten, dem Seewetterbericht
lauschten oder aber ihren Gedanken nachhingen.
mh
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