28.08.2000
Pulpit Harbour - Castin Harbor
Mark zur Qualität von Budweiser: |
Schwachmatenpils |
Noch vor der ersten Tasse Kaffee enterte Uwe heute das Dingi. Die Abfrage des Mail-Accounts hatte ergeben, daß die erwarteten Antworten noch immer nicht eingetroffen waren. Wenigstens hatte das Hafenhandbuch in dieser Beziehung rechtbehalten, direkt neben dem Anleger befindet sich eine Telefonzelle.
Nach dem Genuß der ersten Tasse Kaffee entwickelte Uwe auf einmal eine ungewohnte
Dynamik und hechtete zum Navitisch. Nach dem Abfragen der Mails hatten wir die Stromversorgung
zur Antennenspeisung des Satellitentelefons nicht getrennt, was dazu führte, daß dieses jetzt wieder
Rauchzeichen gab. Als der Salontisch wieder zur vollen Verfügung stand wurde das Gerät
zwecks einer Kurzanalyse von seinem Gehäuse befreit. Einer der weiteren Eingangskondensatoren
hatte seinen Dienst quittiert. Dabei wurden noch andere Bauteile in Mitleidenschaft gezogen, was einen
irreparablen Schaden nach sich zog. Auf diese Art und Weise in die kommunikative Steinzeit zurück
versetzt setzten wir die Segel und verließen die Bucht, die nach unserer Meinung keine 5-Sterne
verdient hat.
Ziel des heutigen Tages war es, an Castine vorbei ein Stück nach Norden zu kreuzen und dann einen Spigang nach Rockland zu genießen. Aber erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Mit ein paar Kreuzschlägen schafften wir es bis auf die Breite von Bucks Harbour. Dort verließ uns der Wind, nur mit Hilfe des Yanmar-Diesels erreichten wir unser vorgezogenes Etappenziel Castine Harbour.
Neben dem Ausbildungschiff "State of Maine" machten wir am Citypier fest. Während wir Wasser bunkerten waren mindestens immer 2 Leute damit beschäftigt, den wissensdurstigen Passanten Rede und Antwort zu stehen. Parallel verhandelte Astrid mit dem Hafenmeister über die Liegegebühren. Das Schild an der Pier, hatte uns ganz gehörig den Atem verschlagen. Nach einigen Verhandlungsrunden (knapp unter der Anzahl der Versteigerungsrunden für die UMTS-Lizenzen) hatte sie das Liegegeld auf moderate 60 US-Dollar gedrückt. Als alle Segel ordentlich aufgetucht waren, starteten mehrere Gruppen zur "Stadt"erkundung. Beliebter Treffpunkt war die Buchhandlung der Main Maritime Academy, der neben Büchern und Seekarten auch die obligatorischen T-Shirts und Jacken verkauft.
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Nach und nach traf sich die Crew wieder auf der Hansa. Arg geschwächt von dem anstrengenden Landausflug liefen die Vorbereitungen für ein opulentes Abendmahl bald auf Hochtouren. Einer Empfehlung unserer Schiffsassistentin folgend fielen wir abends noch in eine Kneipe ein, in der das Trinkgeld (sobald es in Papierform gegeben wird) an die decke genagelt wird. Kurz vor unserem Abschied ließen wir uns das Vergnügen nicht nehmen und wurden Zeuge wie der Barkeeper unsere Dollernote per Wurftechnik in die Nähe des Dachbalkens nagelte.