29.08.2000
Castin Harbor-Tenant Harbor

Zitat des Tages:

Measure your fish

From the tip of the snout to the tip of the tail

Wie üblich kein Wind zum Frühstück. Dafür gabs 8 Sorten Marmelade, etwas schleimige Putenbrust und aufgebackenes Schiffsbrot (z.T. mit Kartoffelsalat belegt). Ein Aushang im Hafenmeisterbüro (das Männerklo) informiert über die korrekte Meßweise von Fischen. Legal: mit Schwanz (18 Zoll), illegal: ohne Schwanz (24 Zoll), egal: unter 18 Zoll. Vor dem Ablegen wird Einzug in die örtlichen Souvenirläden gehalten und das Vorurteil widerlegt, daß Deutsche Maß halten können. Schließlich sticht die Hansa in See, wenngleich unter Motor.

Obwohl übermorgen ohnehin geplant, wird bereits heute das Teakdeck eingejaucht und geschrubbt. An der übernächsten Huk überrascht uns eine Brise, sodaß keine Beschäftigung mehr vonnöten ist. Die Penobscot Bay wird hinabgekreuzt mit atemberaubenden 6 kn Fahrt plus 1 kn Strom. Schließlich bewegen wir uns aufs weite wilde Meer (freie Sicht auf Island). Nach weiteren Kreuzschlägen und mehreren Dosen Campbell´s Suppe sowie aufgewärmtem Labskaus (Reste von gestern) und Bratbananen befinden wir uns wieder auf Kurs Tenants Harbor. In der Bucht vor der Hafeneinfahrt befindet sich die höchste Lobster- bojendichte der westlichen Hemisphäre. Zum Glück konnte man die meisten Bojen im Gegenlicht bei Sonnenuntergang nicht sehen und mußte daher nicht ununterbrochen ausweichen.

Nach Festmachen an der Mooring und feierlichem Einholen des Konrads um 19.09 Uhr wird die örtliche Lobsterbude aufgesucht und von überzähligen Schalentieren befreit. Die mitgelieferten Steine waren nur klein, es handelte sich schließlich um softshells. Nahezu alle Crewmitglieder decken sich mit Mützen und folkloristischen T-Shirts ein. Der Abend endete mit einer Diskussion über die Herstellung von Wein und die Verwendung von Schwefel bei der selbigen.


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