02.09.00
Robinhood Marine Center - Belfast - Brewer

Heute hieß es auch für den Rest der Crew Abschied nehmen. Zur gewohnten Zeit verließen wir unsere Kojen, um uns nach dem Duschen aus den verbliebenen Resten noch ein ganz ansehnliches Frühstück zu zaubern.

Michas und meine Sachen waren über Nacht soweit getrocknet, daß wir sie in unseren Taschen verstauen konnten. Nach und nach wanderten Reisetasche, Seesack und Rucksäcke in den Kofferraum des Mietwagens. Als Krönung gaben uns Astrid und Uwe die verbliebenen Lebensmittel- und Wasservorräte mit auf den Weg. Klaus, dessen Bus nach Boston heute Vormittag in Bath abfuhr, sowie seine Reisetasche fanden auf der Rückbank einen Platz.

Nachdem wir Klaus an der Bushaltestelle abgesetzt hatten, fuhren wir auf der US-Route No. 1 gen Nordosten. In Rockland, unserem ersten Stop, zog uns der Hafen magisch an. Sofort wurden wir bei den Landliegeplätzen fündig. Aufgebockt stand dort eine ältere Hinkley, die dringend einer Generalüberholung bedarf. Vielleicht sind Uwe und Astrid mit der Hansa ja noch nicht ausgelastet.... Nicht weit davon entfernt stand ein Schiff, bei dem Micha und ich ins Spekulieren gerieten, mit welchem Yardstickfaktor wir in Berlin zu rechnen hätten. Leider oder besser zum Glück war der Eigner nirgends zu sehen, was unsere Urlaubskasse erheblich entlastete.

Wir folgten weiter der No.1 bis nach Searsport. Dem dortigen Marine Museum statten wir einen Besuch ab. An original Bauplätzen hat man Häuser von Seeleuten und Werftbesitzern rekonstruiert und im Inneren Austellungen zum Thema maritime Geschichte in Maine aufgebaut. Beim stöbern in den alten Logbüchern fanden wir einige Angaben, die wir nicht zu deuten wußten. Also konsultierten wir einen der Betreuer der Ausstellung. Dieser war auch etwas überfragt und zog die Bibliothek des Museums zu Rate, mit deren Hilfe unsere Fragen geklärt werden konnten.

Wir verließen die No.1, um in Bangor bei der Hertz-Station Micha als zweiten Fahrer eintragen zu lassen und dem AAA noch ein paar Karten zu entlocken. Ersteres klappte, Zweiteres leider nicht, der AAA hat am Samstag bereits um 13:00 Uhr seine Pforten geschlossen.

Für den nächsten Tag hatten wir uns Mount Desert Island als Ziel gesetzt, weshalb wir uns wieder in Richtung der Küste bewegten. Unsere Idee uns bereits in der Nähe von Bangor ein Motel zu suchen verwarfen wir aufgrund eines Hinweises in einem Reiseführer, nachdem es an der No. 3 ausreichend Motels geben sollte. Bei Elsworth fing die "Motelschwemme" an, nur leider prangte an jedem ein Schild "No vacancy". Kurz hinter dem Flughafen von Bar Harbor wurden wir fündig, ein Motel an dem "vacancy" stand. Im Büro teilte man uns mit, daß eine Frau gerade nachgucken würde, ob ihr Geld reiche, wenn nicht könnten wir das letzte Zimmer für 95,- Dollar plus Steuern haben. Dankend winkten wir ab. Gleich gegenüber hatten wir das nächste Motel entdeckt, aber auch dort hieß es "Sorry, no rooms avaiable. Itīs Labor Day-Weekend!". Daran hatten wir mit keiner Silbe gedacht. Nachdem wir von einem Ehepaar erfuhren, daß sie es schon auf Mount Desert Island ohne Erfolg probiert hatten, drehten wir um. In Brewer ca. 10 Meilen vor Bangor wurden wir zu einem akzeptablen Preis fündig. Micha hatte über seinen Vater im Laufe des Tages seine Geheimzahl für den AOL-Account erfahren und so verbrachten wir den Abend mit dem Tippen des Reiseberichtes und dem Lesen von Mails.


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