04.09.00
Brewer - Millinocket - Baxter State Park - Glenville
Über Bangor fuhren wir auf der State Route 2 entlang des Pennobscott River gen Norden. Im Laufe der Fahrt wurde uns immer bewußter, wie verwöhnt wir doch durch die Ausschilderung der deutschen Straßen sind. So haben die Amis oft die Angewohnheit, den Verlauf der State Route entweder erst an der Kreuzung, an der sie abzweigt, oder nach dem Abzweig selbst auszuschildern. Beruhigend für uns war nur, daß sich selbst Amerikaner bei dieser Beschilderung verfahren haben, so waren wir nicht die einzigen, die an einen Abzweig verpaßten und dann in einer als Schleife angelegten Umleitung landeten. Mithilfe des "Try-and-error-Prinzips" fanden wir unsere angestrebte bald wieder.
Unterwegs stießen wir erstmalig auf einen Hinweis das wir uns auf dem
Weg ins Nowhere befanden, immer häufiger wurde auf Straßenschildern vor kreuzenden
Elchen gewarnt. Bei einem Stop in Millinocket konnten wir uns im Baxter State Park Headquarter
mit Informationen zu den einzelnen Trails und passendem Kartenmaterial eindecken. Die Ausschilderung
zum State Park selber konnte man fast schon als gut bezeichnen, wenn man mal davon absieht, daß
auf den letzten 2 Meilen keinerlei Hinweisschilder mehr gab, wir aber alle abzweigenden Straßen
auch als nicht fahrbar einstuften. (Wie hatten wir uns doch getäscht!) Am Visitor Center gab
man uns zu verstehen, daß der Parkplatz für den Trail, den wir uns ausgeguckt hatten wegen
Überfüllung geschlossen ist. Man versorgte uns mit ausreichend Alternativen. Derart
ausgerüstet machten wir uns noch keine Gedanken, als kurz vor dem Kassenhaus die Asphaltierung
der Straße aufhörte. Führte der Weg zum Start als Erstes noch über einen gut
befahrbaren Waldweg, so änderte sich dies bald und Micha kam kaum aus dem Umfahren der
Schlaglöcher heraus. Am Ausgangspunkt des ersten Trails packten wir unsere Rucksäcke mit
Wasserflaschen und trugen uns wie vorgeschrieben in das Trailbook ein. 1,5 Stunden und etliche gute
Ausblicke später standen wir wieder auf dem Parkplatz. Die Lichtverhältnisse ließen
noch einen weiteren Trail zu und so fuhren wir über waldwege 2ter Ordnung zum nächsten
Ausgangspunkt. Das Schild, daß der Parkplatz gesperrt sei stand noch dort, weshalb wir das
Auto auf einem eigentlicht für Camper reservierten Platz abstellten. Auf unserem Fußmarsch
zum Startpunkt trafen wir 2 Parkranger, die uns versicherten, sie wären nur noch nicht dazu
gekommen, das Schild zu entfernen, aber wir könnten unser Auto auch dort stehen lassen. Die
Wasserfälle, zu denen der Trail führte waren aufgrund von Wassermangel nicht sonderlich
ausgeprägt, so daß wir dort nicht lange verweilten.
Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und der noch zurückzulegenden Entfernung verließen
wir den State Park und folgten den Hinweisen des Personals aus dem Visitor-Center, wie wir am Besten
nach Greenville kommen würden. Wir fuhren bis zu dem bemalten Felsen, den man uns beschrieben
hatte, sahen dort aber keine Straße in die man hätte einbiegen können. Nachdem wir
ca. eine Meile weitergefahren waren und keinen Abzweig entdeckt hatten, kehrten wir zu dem Felsen
zurück. Nach einer kurzen Diskussion entschieden wir uns dafür, den Waldweg, der sich an
der Stelle befand, wo wir eine Straße vermuteten auszuprobieren. Für die Jeeps der
Park-Ranger war dies sicher kein Problem, bei unserem Ford Focus krazte mehrmals unüberhörbar
der Waldboden am Unterboden. Nach 10 Minuten Waldweg trafen wir auf eine asphaltierte Straße,
die in Deutschland von der Breite her durchaus für eine 2-spurige Autobahn hätte herhalten
können. Hier fehlten allerdings jegliche Markierungen. Dafür prangte uns ein Schild entgegen,
welches die Geschwindigkeit auf 35 Meilen pro Stunde begrenzte. Viel erbaulicher fanden wir da schon
die Hinweisschilder, die anzeigten, daß wir auf dem richtigen Weg waren. Hinter einer
Brücke wurde die Geschwindigkeit auf 45 Meilen pro Stunde heraufgesetzt. Postwendend hörte
auch die Asphaltierung auf und wir fanden uns auf einer Schotterpiste wieder, die wir in Alsaka
vermutet hätten, nicht aber in Maine. Unterbrochen von einem Fotostop für eine Elchkuh,
welche seelenruhig am Straßenrand graßte, folgten wir dieser Waschbrettpiste die nächsten
30 Meilen, wobei uns Wegweiser immer wieder die Richtung bestätigten. So Abrupt, wie die
Asphaltierung endete, so begann sie auch wieder und mit ihr die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 35
Meilen. Versteh einer die Amis, wir nicht!!! In Glenville fanden wir schnell ein Motel und ließen
die Tagesereignisse Revue passieren, bevor wir einschliefen.