09.09.00
Groton - Mystic Seaport - Newport
Das Tor war bereits geöffnet, als wir heute am Museum der USS Nautilus
ankamen. Erfreulicherweise brauchten wir dieses Mal nicht unsere Kreditkarte zücken, um
Einlaß zu bekommen. In dem Museum selber war eine Ausstellung zu der Geschichte der
amerikanischen U-Boot Marine untergebracht. Unser Weg führte uns jedoch ihne weiteren
Aufenthalt zu der USS Nautilus. Am Eingang bekamen wir jeder einen Empfänger für
die im U-Boot ausgestrahlten Erklärungen in die Hand gedrückt. Die Tour begann im
vorderen Torpedoraum, führte vorbei an der Offiziersmesse in die Waffenzentrale. Wir kannten
bisher nur die Platzverhältnisse auf dem in Laboe ausgestellten U-Boot, doch damit
war dieses hier nicht zu vergleichen. Der Capitan of the boat und sein Vertreter verfügten
über eigene Kabinen, die man schon fast als geräumig und luxuriös bezeichnen konnte.
Im Kommandoraum ging es dann schon etwas enger zu, aber im Vergleich zu dem Boot aus Laboe luftig.
In den Mannschaftsquartieren, die sich ebenso wie der Kommando- und Sonarraum in der unteren Ebene
befanden, fanden wir schon eher bekannte Platzverhältnisse vor, teilweise erinnerte uns die
Situation an die Gegebenheiten in den Vorschiffskojen der Hansa. Im Anschluß widmeten wir unsere
Aufmerksamkeit noch der Ausstellung, die jedoch sehr pro amerikanisch ausgelegt war, so daß
etliche interessante Details verloren gingen.
Nur wenige Meilen entfernt legten wir in Mystic Seaport unseren nächsten Halt ein. Dort hat man direkt am Ufer des Mystic-River ein Museumsdorf aufgebaut, in welchem das Leben in einer Hafenstadt in Neu-England Mitte des 19 Jht dargestellt wird. Im Gegensatz zu Searsport ist hier alles etwas größer ausgelegt und die einzelnen Häuser werden noch entsprechend genutzt. Der Clou sind 5 Großsegelr aus dieser Zeit, die in der eigenen Werft restauriert wurden. Dazu hat man versucht ausschließlich mit den Methoden der Zeit zu arbeiten. So werden in den einzelnen Handwerksbetrieben die Ausrüstungsgegenstände für die Schiffe mit den entsprechenden Verfahren hergestellt. Selbst ein kurzer Gewitterregen hielt uns nicht von der Besichtigung der einzelnen Handswerkskünste ab. Bei soviel maritimer Atmosphäre ist es nicht verwunderlich, daß wir für unseren Geschmack viel zu früh vom Museumspersonal zum Verlassen des Geländes aufgefordert wurden.
Wir setzten unseren Weg auf der State Route No.1 fort und überquerten bei der Ansteuerung
unseres nächsten Wegepunktes Newport 2 Brücken, neben denen sich die Brücke zwischen
Malmö und Kopenhagen bescheiden ausnimmt. Der Reiseführer hatte bei der Beschreibung von
Newport nicht untertrieben und so fanden wir uns in einem Hafenort wieder, in dem es augenscheinlich
hauptsächlich um das Sehen und Gesehen-werden geht. Von den Yachten, die man an den Stegen und
Moorings liegen sah rede ich hier erst gar nicht. Unser Spontanausflug zum Fort Adams veranlaßte
uns dazu unseren Trip hier für beendet zu erklären und uns nach einem Motel umzusehen. Wie
wir schon fast vermutet hatten, ist das Wochenende keine gute Zeit, um sich ohne Reservierung in einem
solchen Ort nach einem Motelzimmer umzusehen. Dank der Hilfe der Damen an der Rezeption des Best Western
Motel wurden wir noch fündig, auch wenn der Preis alles bisher Dagewesene toppte. Doch wie man
uns glaubhaft versicherte, wären unsere Chancen anderenorts nicht besser gewesen. Also mieteten
wir uns in diesem Motel (Pineapple Inn) ein und freuten uns angesichts der vorhandenen Kaffeemaschine
darauf eine unserer Tüensuppen zuzubereiten. Bei einer näheren Inspektion der Kaffeemaschine
nahmen wir davon allerdings Abstand, in der Kanne befanden sich noch Reste unserer Vorgänger,
die mittlerweile ein Eigenleben entwickelt hatten. Unsere vorgebrachte Beschwerde wies die Dame an
der Rezeption damit ab, daß sie nur der Nachtservice wäre und uns die Kanne höchstens
auswaschen könne. Zu Zwecke der "Beweissicherung" verzichteten wir dankend darauf und freuen
uns schon auf eine Fortsetzung der Diskussion beim Check-Out morgen.