10.09.00
Newport - Yarmouth
Wie fast nicht anders zu erwarten, wurde unsere Reklamation bezüglich der Kaffeekanne
freundlich aber bestimmt abgewiesen. Angeblich hatte die Dame an der Rezeption mit dem Manager
gesprochen, konnte uns aber keinen Rabatt einräumen. Etwas frustriert machten wir uns
auf den Weg zur Thames Street, der Flaniermeile von Newport. Um die horrenden Parkgebühren
zu sparen bogen wir in eine Seitenstraße ab, wurden jedoch erst in der Parallelstraße
zur Thames Street fündig. Bei unserem Bummel bogen wir so schnell wie möglich zum Wasser
ab, um den einen oder anderen Blick auf eines der dort liegenden Boote zu ergattern. Schnell wurde
uns klar, daß Segelboote an den Stegliegeplätzen deutlich unter repräsentiert waren.
Einige Stege weiter trafen wir auf ein Angebot einen ehemaligen Admirals Cupper zu chartern. Unter
chartern verstand die Leute, die das Angebot verbreiteten, mitsegeln. Sonst fanden wir an den Stegen
keine weiteren Sehenswürdigkeiten. Selbst die privaten Segelboote, die dort lagen, glichen eher
Motoryachten mit Mast, als reinen Segelbooten. Wir waren schon wieder auf dem Rückweg zu unserem
Auto, als wir das Schild einer Schule für Shiffsrestaurierungen sahen. Da dort extra
stand "Publics are welcome" folgten wir der Aufforderung. Nach einer kurzen Besichtigung der
Werkhalle widmeten wir uns dem neuesten Projekt einem Schoner aus dem Jahr 1879, der im Hafenbecken
auf seine Restaurierung wartet. Während unserer Besichtigung waren einige Mitarbeiter damit
beschäftigt, den Innenraum zu vermessen. Zum Glück war noch etwas von der
Originalausstattung vorhanden, so daß wir uns ein Bild von dem ehemaligen Glanz machen
konnten.
Unser nächster Anlaufpunkt war das Museum of Yachting gleich neben dem Fort Adams. Bei der Darstellung der Geschichte des America Cups fehlten weder die J-Yachten noch andere Highlights der Regattaszene. Auf eine Besichtigungstour durch das Fort verzichteten wir. Statdessen begaben wir uns wieder auf den Interstate und setzten unsere Reise nach Cape Cod fort.
Dort angekommen wollten wir
es uns nicht nehmen lassen, einen der viel gerühmten Strände aufzusuchen. Wie schon des
Öfteren tappten wir auch hier wieder in die Ausschilderungsfalle, wodurch wir in Woods Hole in
einer Sackgasse landeten. Auf dem Rückweg mußten wir einen Zwangsstop einlegen, da eine
Brücke, die vorher ohne wenn und aber passiert hatten gerade zum Klappen vorbereitet wurde.
Nach zwei Motorbooten, für die man die Brücke wirklich nicht hätte aufklappen müssen,
passierte eine Yawl die Durchfahrt. Micha und ich brüteten gerade über der Karte und unserem
weiteren Weg, als das Geräsch von schleifenden Metalls unnsere Aufmerksamkeit erregte. Das Schiff
hatte anscheinden mit den Wanten des vorderen Mastes die Brücke touchiert. Die Situation schien
aus unserer Perspektive schon bereinigt, lag die Yawl doch still. Das Geräusch brechenden Metalls
belehrte uns eines Besseren, denn in diesem Moment knickte der vordere Mast oberhalb der ersten
Saaling ab. Nachddem der Skipper die außenbords hängenden Wanten und die Rollfock an Bord
geholt hatte, konnte er die Durchfahrt rämen. Bei dem nächsten einlaufenden Segelboot war
deutlich zu erkennen, daß der Öffnungswinkel der Brücke nicht viel Raum ließ.
Nach dieser Einlage setzten wir unseren Weg sogar auf der richtigen Straße fort und fanden nach
einigem Suchen noch einen Strand, an dem wir die Sonne und das Baden im Atlantik genießen konnten.
Unsere Motelsuche gestaltete sich heute ungleich einfacher, waren alle Wochenendbesucher bereits
abgereist. Zu einem moderaten Preis fanden wir ein Motel mit (fast) allem erdenklichen Luxus.