16.09.00
Brunswick - Boston - Amsterdam - Berlin

Welch Hohn, an unserem Reisetag zeigte sich das Wetter wieder von seiner besten Seite. Bei blauem Himmel und rund 20 Grad Celcius verluden wir unser Gepäck ins Auto und machten uns auf den Weg nach Boston. Bevor wir uns auf den Interstate 95 begaben folgten wir der State Route 1 bis nach Freeport. Micha hatte sich entschlossen, dem Store von Timberland noch einen Besuch abzustatten. Sehr zu unserer Verwunderung öffneten die meisten Shops erst um 10:00 Uhr, was für uns bedeutete, daß wir noch eine knappe Stunde warten mußten. Aber es waren nicht alle Shops, die erst um 10:00 Uhr öffneten und so hatten wir gar keine Probleme, diese Stunde herumzubringen. Ich konnte sogar noch ein Mitbringsel "ergattern", mit dem ich schon gar nicht mehr gerechnet hatte.

Nach einem erfolgreichen Besuch des Timberland Shops nahmen wir die nächste Auffahrt zum Interstate. Unterbrochen von einigen Stops an Mautstellen, zogen Ausfahrten wie Portland, Portsmouth und Kittery an uns vorbei. In der Nähe von Boston bestätigte uns ein Blick auf die Uhr die Vermutung, daß wir noch Zeit für einen Abstecher nach Harvrad hatten. Die Parkplatzsuche gestaltete sich etwas schwieriger, hatten wir unsere letzten Müzen an den Mautstellen geopfert und konnten jetzt keine Paruhr mehr füttern. Etwas außerhalb des direkten Einzugsgebietes der Uni fanden wir einen kostenfreien Parkplatz. Bei unserem Rundgang über den Campus kamen wir in den Genuß, die Aktivitäten während der Freshmensweek zu beobachten. An jeder Ecke trafen wir auf einen Stand von einer Verbindung, die neue Mitglieder warben. Man konnte deutlich erkennen, wer bereits länger an der Uni war und wer zu den Freshmen zählt. Die "alten" Hasen saßen auf den Wiesen, über Bücher gebeugt und genossen die Sonnenstrahlen, die "Neuen" hetzten mit gesenktem Kopf, sich an ihrem Stundenplan orienterend von einem Gebäde zum anderen. Ein Blick auf die Uhr beendete unsere Studien und wir machten uns auf den Weg zum Flughafen. Ein letztes Mal kamen wir in den Genuß der eindeutigen und schlüssigen amerikanischen Straßenbeschilderung. Es war wohl mehr unserer Routine mit dieser Beschilderung und der Nachsichtigkeit einiger Autofahrerzu verdanken, daß wir due Zufahrt zum Flughafen fanden. Zum Glück hatte man im Zuge der Umbauarbeiten darauf verzichtet, die Hinweisschilder fü,r die Rückgabe von Mietwagen zu demontieren, so daß wir ohne Ehrenrunde auf dem Parkplatz von Hertz ankamen. Noch ehe wir die Türen geöffnet hatten, hatte der Angestellte schon anhand des Barcodes alle Daten in sein Handheld eingelesen, fragte uns nach dem Kilometerstand, gab uns den Hinweis den Schlüssel im Wagen zu lassen, unsere persönlichen Sachen alle einzupacken und war schon beim nächsten Wagen.

Der Shuttlebus brachte uns zum Terminal und wir schleppten uns Gepäck zum Schalter. Beim ersten Gepäckstück klappte uns noch der Unterkiefer herunter, den die Waage zeigte amerikanische Pfund und nicht Kilo. Die Wartezeit bis zum Abflug vertrieben wir uns mit einem Sandwich und Personenstudien. Nach einem ruhigen Flug mit einem "üppigen" Abendbrot und Frühstück landeten wir in Amsterdam. Für einen ABstecher nach Amsterdam war die Wartezeit leider zu kurzen, wir begaben uns langsam aber sicher zu dem Gate und genossen es die Leute und deren Gespräche zu beobachten. Von unserem Standpunkt aus konnten wir beobachten, mit welcher Emsigkeit das Flugzeug gereinigt und neue Verpflegung eingeladen wurde. Wir hatten jedoch unsere Zweifel, daß der Flug nur bis nach Berlin gehen sollte, denn die Mengen, die eingeladen wurden, haetten sicher für einen Transatlantikflug gereicht. Weniger erbaulich fanden wir hingegen, daß unser Gepäck wä,hrend der ganzen Prozedur nicht abgedeckt zum Verladen bereit stand und das Personal sich mit derben Regenjacken gegen den Regen schützte. Eine Ansage der Flugbegleiterin, die die meisten für die Aufforderung zum Boarden hielten, ging im "Tumult" der aufspringenden Massen unter. Bei der Wiederholung war die Ansage zu verstehen. Es wurden Freiwillige gesucht, die von ihrem Flug zurücktreten und gegen eine Zahlung von 320,- Gulden (oder ein Fluggutschein über 500,- Gulden) über Düsseldorf nach Berlin fliegen wollten. Leise aber doch hörbar wurde die Ankunftszeit (18:00 Uhr) verkündet. Uns war dieses Angebot nicht lukurativ genug, wir machten es uns in der Maschine bequem, die mit nur geringer Verspätung abflog. Eine Viertelstunde mußten Michas Eltern, die den Shuttle-Service stellten, auf uns warten, bevor wir unser nasses Gepäck in Empfang nehmen konnten. Mit dem Füllen der ersten Waschmaschine stand es unweigerlich fest, eine vierwöchige Reise entlang der Küste und durch die Staaten Neuenglands ist vorüber.


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